Donnerstag, 21.11.2019

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Alesheimer Kindergarten bleibt weiterhin zu

Weil das Personal fehlt müssen die Kinder in Trommetsheim mitbetreut werden - 08.08.2019 13:08 Uhr

Der Kindergarten Alesheim bleibt vorerst geschlossen: Die Personalsuche läuft seit vergangenem Herbst, Erzieher sind immer noch keine in Sicht. Die 15 Kinder sind übergangsmäßig in Trommetsheim untergebracht. © Foto: Deborah Weber


Den Startpunkt der turbulenten Situation markierte ein langer Krankheitsfall einer Mitarbeiterin. Das war nur bedingt vom übrigen Personal zu kompensieren. Irgendwann ging es nicht mehr. Es folgte ein Hilferuf kurz vor Jahresende, der medial viel Resonanz fand (wir berichteten mehrfach). In der Folge gab es zwar Bewerbungen und auch kurzzeitige Einstellungen, doch eine echte Lösung war das nicht. Man trennte sich in beiden Fällen wieder. Die evangelische Kita stand vor dem Aus.

Die 15 Kinder der "Altmühlwiese" landeten schließlich mitsamt einer Erzieherin und einer Kinderpflegerin in Teilzeit vorerst im angrenzenden Trommetsheim – übergangsweise, so hieß es. Dennoch: Sobald eine sogenannte Übergangszeit die Sechs-Monats-Marke überschreitet, dürfte fraglich sein, ob sie noch den Namen "Übergang" verdient.

Pfarrerin Julia Kleemann, die für beide Einrichtungen verantwortlich ist, betrachtet diese Doppelbetreuung als nicht allzu problematisch. Besonders weil ab dem neuen Schuljahr einige Vorschulkinder wegfallen: "Dann gibt es insgesamt nicht mal mehr 30 Kinder." Somit befindet sich die Kinderzahl im eingruppigen Bereich. Zu viel Personal hat man im Übrigen auch dann nicht.

Keine Klagen der Eltern

Beide Kindergärten funktionieren nach ähnlichem erlebnispädagogischen Konzept, auf kreative Events wie den regelmäßigen Bauernhofbesuch muss der Alesheimer Nachwuchs somit nicht verzichten. Die Eltern haben sich wohl mit der Situation arrangiert: Alesheims Bürgermeister Manfred Schuster glaubt, dass nach dem "Medienrummel zu Jahresbeginn" das Stimmungsklima bei den Eltern wieder besser geworden sei. Dass er wenig Beschwerden wahrnimmt, deutet Schuster als positives Zeichen. Das verschaffe Gemeinderat und Kirchenvorstand die nötige Zeit, um eine Lösung für die noch unklare Zukunft zu finden.

Trotz allem soll der Kindergarten in kirchlichen Händen bleiben, da sind sich Kommune und Kirchengemeinde einig. "Ich fände es schon feige, das Handtuch zu werfen, nur weil es momentan schwierig ist", entrüstet sich Kleemann. Durchbeißen und weiter auf Erziehersuche gehen lautet das Motto – da bleibt zu hoffen, dass sich diese nach Sommerferienende am 19. August eine Spur erfolgreicher gestaltet als im letzten halben Jahr.

DEBORAH WEBER

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