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Mittwoch, 22.05.2019

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Bald auf dem "WasserRadWeg" durchs Fränkische Seenland

Rundkurs soll etwa 420 Kilometer lang werden - 03.05.2018 06:00 Uhr

Werbung für die Tourismusregion Fränkisches Seenland: Der 420 Kilometer lange „WasserRadWeg", der vom Rothsee bis zum Großen Brombachsee führt, soll bereits 2019 eröffnet werden. © Zweckverband Brombachsee


Denn SPD und die Freien Wähler halten zumindest einen Teil der Stre­cke, die durch Pleinfelder Gemeindegebiet läuft, für „ungeschickt“. Zum einen werde bei der momentan geplanten Route nicht einmal der Hauptdamm des Großen Brombachsees angefahren, lautet die Kritik. Nach Meinung von FW-Gemeinderat Gerhard Fuchs wäre es durchaus geschickter und einem Radweg der „WasserRadWeg“ heißt ebenbürtiger, wenn die Radfahrer nicht erst den Berganstieg am Lauterbrunnenweg bewältigen müssten und gleich ab dem Fußgängersteg unten im Rezatgrund weiterfahren könnten. Weil alle Grundstücke, die dafür benötigt würden, in Gemeindehand sind, wäre das aus Sicht von SPD und FW machbar. Ein gemeinsamer Ortstermin mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes und mit Bürgermeister Markus Dirsch (CSU), der vor einigen Tagen stattgegfunden hat, soll jetzt weitere Klarheit über den besten Streckenverlauf bringen. Doch für das Wasserwirtschaftsamt war offenbar schon vor dem Ortstermin in Pleinfeld die Meinung einigermaßen fix. Die vorgeschlagene Route im Rezatgrund hat nach Ansicht der Ansbacher Behörde nicht wirklich viele Vorteile. „Die vorgesehene Trasse ist aus wasserwirtschaftlicher Sicht aus folgenden Gründen nicht zu befürworten und abzulehnen“, meinten die Fachleute aus Ansbach. Eine endgültige Stellungnahme erwartet Bürgermeister Dirsch in zwei Wochen.

Stellenweise wird in den Kommunen entlang des Weges noch der genaue Verlauf diskutiert, so wie in Pleinfeld. Hier soll der Radweg links der Straße in Richtung Lauterbrunnenweg führen. © Markus Steiner


Zum einen verlaufe die vorgeschlagene Route des Radwegs größtenteils im Überschwemmungsgebiet der Schwäbischen Rezat. Einige Strecken lägen sogar im abflusswirksamen Bereich, in dem mit hoher Strömung und stärkerer Erosion gerechnet werden müsse. Aus diesem Grund seien Nachteile für das Gewässer und den Radweg zu erwarten, da der Radweg bereits bei kleineren Hochwässern überschwemmt wird. Das wiederum werde zu einem höherem Aufwand für die Unterhaltung des Radwegs führen. Ein Radweg in unmittelbarer Gewässernähe liefe auch der ökologischen Entwicklung des Gewässers und der Aue entgegen, glaubt das Wasserwirtschaftsamt, das vorschlägt, den Radweg lieber außerhalb des Überschwemmungsgebiets zu legen. Eine Einschätzung, die auch die Gemeindeverwaltung teilt, die stattdessen vorschlägt, den Radweg linker Hand des Lauterbrunnenwegs (in Richtung Lauterbrunnenmühle) neben der Straße zu führen.

Die Aufenthaltsdauer erhöhen

Bürgermeister Markus Dirsch (CSU) gesteht zwar ein, dass die Streckenführung entlang der Rezat durchaus romantischer wäre. Bei Abwägung aller Sachargumente würde er aber dennoch am Verlauf entlang des Lauterbrunnerwegs festhalten. Zudem seien die Schilder für den „WasserRadWeg“ bereits bestellt worden.

Generell soll der Radweg nach dem Wunsch des Tourismusverbands die Aufenthaltsdauer der Gäste im Seenland nach oben schrauben. Denn bislang radelten die Urlauber, wenn sie etwa in Gunzenhausen ihre Tour begannen, schnell weiter in den Naturpark Altmühltal. Der „WasserRadWeg“ soll jetzt eine Ergänzung sein, die benachbarten Tourismusdestinationen Naturpark Altmühltal und Fränkisches Seenland sollten sich im Idealfall gegenseitig befruchten.

Der momentane Streckenverlauf sieht derzeit so aus: Von Neumarkt im Nordosten geht es in Richtung Süden nach Greding. Von dort macht sich der „WasserRadWeg“ auf in den Westen zu Brombach- und Altmühlsee. Weiter geht es nach Dennenlohe und Wassertrüdingen sowie nordwärts nach Rothenburg. Gen Osten wird dann über Wolframs-Eschenbach, Windsbach Abenberg, Roth und Hilpoltstein zurück nach Neumarkt geradelt.

Die Strecke ist mit insgesamt 420 Kilometern nicht gerade kurz, die Zahl der Höhenmeter, die man be­wältigen muss, ist mit rund 1500 gut machbar. Der „WasserRadWeg“ ist eher für Genießer gedacht – „Flüsse - Seen - Burgromantik“, lautet deshalb auch das Motto des Rundwegs, dessen Finanzierung die Landkreise, Gemeinden und Tourismusgebiete stemmen, die entlang der Strecke liegen. Bis zu 100000 Euro sollen jährlich über das Projekt erwirtschaftet werden.

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Der Tourismusverband Fränkisches Seenland tritt als Koordinator auf. Eröffnet werden soll der neue Radweg 2019 im Rahmen der Kleinen Landesgartenschau in Wassertrüdingen. 

Jürgen Leykamm/Markus Steiner

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