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Bezirksliga: Freude in Wettelsheim, Frust in Weißenburg

Die Nachholspiele am Donnerstagabend gingen für die beiden Vereine unterschiedlich aus - 27.04.2019 07:06 Uhr

Erzielte das Tor des Tages: Kevin Rasch zog in der 34. Minute zum 1:0 für den SV Wettelsheim im Kellerduell gegen den SV Marienstein ab. Nach dem Sieg will der SVW nun erneut gegen einen direkten Konkurrenten, nämlich den TSV Berching, nachlegen. © Uli Gruber


WETTELSHEIM/WEISSENBURG. Freude und Frust haben die Nachholspiele der Fußball-Bezirksliga Süd am Donnerstagabend den beiden heimischen Vereinen beschert.

Der SV Wettelsheim beendete mit einem 1:0-Sieg gegen den SV Marienstein seine Negativserie von zuletzt fünf Niederlagen und verbuchte damit zugleich enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der TSV 1860 Weißenburg hingegen musste mit einer überraschenden 1:2-Heimpleite gegen den SV Mosbach einen weiteren Rückschlag im Rennen um Platz zwei hinnehmen.

Durch die Niederlage verpassten die Weißenburger den erhofften Sprung auf Rang drei und bleiben Fünfter in einem nach wie vor dichten Kandidatenfeld für den Vizetitel. Generell war der April nicht der Monat des TSV 1860. Von den bisherigen fünf Spielen gingen drei verloren, eines endete remis und nur eines konnte gewonnen werden. Vier Punkte in dieser entscheidenden Phase der Saison sind freilich zu wenig. Allerdings haben die Weißenburger schon am heutigen Samstag die nächste Chance, ihre magere April-Bilanz aufzuwerten, in dem sie ab 14.30 Uhr im Heimspiel gegen den ASV Zirndorf wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.

Nachlegen will zudem der SV Wettelsheim. Nach dem Sieg gegen Marienstein durch das goldene Tor von Kevin Rasch gibt es am heutigen Samstag am Hirschfeldweg das nächste Heimspiel und Kellerduell und zwar um 16 Uhr gegen das Schlusslicht TSV Berching. Hier wollen die SVW-Kicker um Kapitän Hans-Christian Döbler erneut zeigen, dass die Moral trotz großer Verletzungssorgen stimmt. Auch die Wettelsheimer, die durch den Erfolg auf Rang 14 hochgeklettert sind, haben die Gelegenheit, ihre dürftige April-Bilanz (nur drei Punkte aus bislang sechs Partien) beim siebten Match in diesem Monat zu verbessern und sich mit einem Sieg weiter Luft im Abstiegskampf zu verschaffen.

SV Wettelsheim – SV Marienstein 1:0

Na also, es geht doch! Der SV Wettelsheim hat nach fünf Niederlagen in Serie den "freien Fall" in der Bezirksliga Süd gestoppt und das Schlüsselspiel gegen den direkten Konkurrenten SV Marienstein mit 1:0 gewonnen. Von Trainer Tobias Grimm bestens vorbereitet, legten die Platzherren engagiert los. Schon nach einer Minute musste Gästeschlussmann Julian Glauer-Wenzl bei einer Abnahme von Kevin Rasch auf der Hut sein. Auf der Gegenseite stellte auch SVW-Keeper Christoph Zwahr seine Klasse unter Beweis. Er parierte einen abgefälschten Schuss von Markus Hörmann (4.). Danach stand wieder die Heimelf im Fokus, doch ein Schuss von Rasch zischte knapp vorbei (10.).

Nach einer Viertelstunde bekamen die Gäste um Trainer Stephan Zengerle mehr Zugriff. Es entwickelte sich eine abwechslungsreiche Partie mit Chancen hüben wie drüben. Marienstein hätte in Führung gehen können, der Kopfball von Kapitän Andreas Knör verfehlte aber sein Ziel (31.). Besser machte es der agile Kevin Rasch drei Minuten später. Er profitierte beim "Tor des Tages" zunächst von einem Ausrutscher des SVM-Innenverteidigers Pasqual Krieglmeier, um anschließend sicher zum 1:0 zu vollstrecken (34.). Die Oberbayern ließen sich davon nicht beeindrucken. Bei einem sehenswerten Flugkopfball von Markus Hörmann stand den Platzherren das Glück zur Seite (40.).

Für Wettelsheim lief es insgesamt gut, auch nach dem Seitenwechsel. Als Schiedsrichter Frank Mühlenberg in der 50. Minute auf den ominösen Punkt deutete, schien sich das Blatt jedoch zu wenden. Was war geschehen? Andreas Brückel soll im Strafraum den aufgerückten Krieglmeier gefoult haben. Die Wettelsheimer protestierten heftig gegen die Entscheidung des Unparteiischen, sie hatten in dieser Szene keine Regelwidrigkeit gesehen. Insofern wurde es als ausgleichende Gerechtigkeit empfunden, dass Hörmann mit seinem Elfer am stark reagierenden Zwahr scheiterte. Marienstein bemühte sich auch danach mit allen Mitteln um den Ausgleich. Fast hätte es geklappt, Claver Kouakou traf aber nur das Aluminium (78.). Zwischendurch blieben die Hausherren mit Kontern stets gefährlich. Mit etwas mehr Ruhe und Zielstrebigkeit wäre die Vorentscheidung möglich gewesen. So dauerte es bis zur fünften Minute der Nachspielzeit, ehe im Wettelsheimer Lager endlich wieder gejubelt werden durfte. Kurz vorher hatte Gästeakteur Sebastian Heimisch nach einem Revanche-Foul die Ampelkarte gesehen.

SV Wettelsheim: Zwahr, Halbmeyer, Lehmeyer, Werner (46. Bierlein), Zischler, Döbler, Bunz, Rasch, Brückel, Krois, Stoll (73. Aslan).

SV Marienstein: Glauer Wenzl,Hiller (82. Johannes Kammerbauer), Heimisch, Kraus, Krieglmeier, Kouakou, Knör, Fink, Calle-Restrepo (57. Streller), Hörmann, Bittlmayer.

Schiedsrichter: Mühlenberg (TSV Georgensgmünd); Zuschauer: 230; Tor: Kevin Rasch (34. Minute).

TSV 1860 Weißenburg – Mosbach 1:2

Damit hatte wohl keiner so wirklich gerechnet: Der TSV 1860 kassierte im Heimspiel gegen den SV Mosbach eine 1:2-Niederlage. "Wir haben unsere Möglichkeiten heute nicht ausgeschöpft", stellte der Weißenburger Trainer Markus Vierke enttäuscht fest. "Wir haben nicht gut gespielt, und Mosbach war in der ersten Halbzeit einfach cleverer." Insofern führte die Gäste-Elf von Trainer Werner Pfeuffer nach den ersten 45 Minuten auch mit 2:0 Toren.

Das 0:1 markierte der völlig freistehende Tom Wassermann nach einen schnell ausgeführten Freistoß und einem Zuspiel von Marcus Baumann in der 22. Minute. Zudem bestrafte Mosbach in der 40. Minute einen Weißenburger Ballverlust im Mittelfeld: Das Leder kam zu Baumann, der aus stark abseitsverdächtiger Position das 0:2 besorgte. Die Weißenburger, die zusätzlich zu Wnendt, Reile, Pfann und Eco auch noch kurzfristig auf Kapitän Lehner verzichten mussten, waren zwar optisch überlegen. Sie hatten aber außer einem geblockten Schuss von Robin Renner keine echte Möglichkeit. Die Gäste waren mit ihren schnellen Angriffen viel gefährlicher, sodass TSV-1860-Keeper Johannes Uhl kurz vor der Pause gegen Manuel Beck per Fußabwehr sogar das dritte Gegentor verhindern musste.

Im zweiten Durchgang waren die Weißenburger drückend überlegen, verlagerten das Geschehen fast komplett in die Mosbacher Hälfte, fanden aber keine Lücke im Abwehr-Bollwerk der Gäste aus dem Feuchtwanger Ortsteil. Die erste echte Chance war in der 64. Minute zu notieren, als die SVM-Spieler nach einem Freistoß von Benjamin Weichselbaum den Ball gleich zweimal von der Linie kratzte.

Der Anschlusstreffer in der 89. Minute kam zu spät: Jonas Ochsenkiel verwertete einen hohen Ball von U19-Spieler Philipp Meier, der sein Debüt in der "Ersten" gab, zum 1:2. Kurz darauf war Schluss an der Rezataue und die Enttäuschung groß beim TSV 1860.

TSV 1860 Weißenburg: Uhl, Weglöhner (82. Loy), Lotter, Leibhard, Jäger, Schwenke, Strobel (57. Herrmann), Meier, Ochsenkiel, Renner (69. Samat), Weichselbaum.

Schiedsrichter: Glasow (STV Deutenbach); Zuschauer: 80; Tore: 0:1 Tom Wassermann (22. Minute), 2:2 Marcus Baumann (40.); 1:2 Jonas Ochsenkiel (89.).

ug um/ds

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