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Montag, 19.08.2019

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Bilanz: 620 neue Wohnungen für Weißenburg

Im Bauausschuss wurden die Zahlen der vergangenen zehn Jahre vorgestellt - 21.07.2019 06:02 Uhr

Für Weißenburg gibt es noch kein Baulückenkataster. In der jüngsten Bauausschusssitzung wurden aber Zahlen zu unbebauten, erschlossenen Grundstücken vorgelegt. Das Bild aus dem April 2018 zeigt das Wohngebiet am Wülzburghang, wo sich mitunter Baulücken finden, die aber nach und nach geschlossen werden. © Rudi Beringer/www.limes-luftbild.de


Die Zahlen wurden in der jüngsten Bauausschusssitzung vorgelegt. Anlass war ein Antrag von Linken-Stadtrat Erkan Dinar, dem zufolge die Stadtverwaltung das bereits 2015 beschlossene Baulückenkataster noch in diesem Jahr erstellen soll. Ein Beschluss wurde dazu aber nicht gefasst.

Ein Teil der 620 Wohnungen wird erst noch in diesem Jahr fertiggestellt. Rund 220 davon finden sich in Einfamilienhäusern. „In Mehrfamilienhäusern sind circa 400 neue Wohneinheiten entstanden (einschließlich der noch im Bau befindlichen Projekte)“, heißt es in den Sitzungsunterlagen. Im gleichen Zeitraum ist die Einwohnerzahl Weißenburgs von gut 17.600 auf fast 18.400 gestiegen.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sich die Situation am Wohnungsmarkt etwas entspannt, wenn auch noch die im Bau befindlichen Gebäude fertig sind. Und sie rechnet damit, dass in den nächsten Jahren „eine größere Anzahl an Einfamilienhäusern auf den Markt kommt“.

Die Verwaltung stellte außerdem zusammen, wo Wohnbaulücken in Bereichen existieren, für die es einen Bebauungsplan gibt und die erschlossen sind. Alles in allem sind dies 121 Grundstücke, die meisten davon in Weißenburg (einschließlich Hagenbuch) mit 83. 

In Weimersheim, Hattenhof und Schmalwiesen sind es neun, in Holzingen sieben, in der Altgemeinde Oberhochstatt sechs, in Dettenheim fünf, in Emetzheim vier, in Suffersheim drei sowie in Kattenhochstatt und Rothenstein jeweils zwei. Von all denen sind gerade einmal sechs Grundstücke im Eigentum der Stadt, nämlich alle fünf in Dettenheim und eines in Rothenstein. Diese werden gemäß dem vom Stadtrat beschlossenen Einheimischenmodell veräußert.

„Neben diesen ,klassischen Baulücken‘ gibt es sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen erhebliche Potenziale für eine Nachverdichtung/Nachfolgenutzung“, heißt es in den Papieren zur Ausschusssitzung. Diese könnten „jedoch nicht in Bauplätzen beziffert werden“. Als Beispiel dafür nannte Oberbürgermeister Jürgen Schröppel die Gebäude der Brauerei Sigwart in der Altstadt.

Der OB merkte zudem an, dass die Stadtverwaltung Projekte mit dem Ziel der Nachverdichtung stets unterstützt hat. Er verwies ferner auf die Bemühungen der Stadt, Bauland zu aktivieren beziehungsweise Baulücken zu schließen, beispielsweise in Suffersheim.

„Erheblich überlastet“

Ungeachtet dessen räumt die Verwaltung in den Sitzungsunterlagen ein, dass das 2015 beschlossene Baulückenkataster „bisher nicht abgeschlossen“ wurde. Begründet wird dies damit, dass „das Stadtbauamt seit Jahren erheblich überlastet ist (Bauboom, städtische Projekte). Außerdem sei „die Stelle des Stadtbaumeisters seit bald einem Jahr unbesetzt“.

Meist auf Wunsch von Bauinteressenten habe die Verwaltung außerdem zahlreiche Anfragen an Grundstückseigentümer gerichtet. Von pauschalen Anschreiben an die Eigentümer verspricht man sich im Rathaus „keinerlei Erfolg“, denn die Grundstücksbesitzer würden „von Bauinteressenten, Bauträgern und Maklern ohnehin ständig gefragt, ob sie verkaufsbereit“ seien.

Stadtrat Dinar hatte beantragt, dass der Stadtrat die Verwaltung auffordern möge, das im Mai 2015 beschlossene Baulückenkataster „zeitnah in 2019 umzusetzen“. Damals habe der Stadtrat einstimmig einen CSU-Antrag angenommen. Im Rathaus sollte sowohl für die Kernstadt als auch für die Ortsteile aufschlüsselt werden, wie viele erschlossene und unerschlossene Baugrundstücke vorhanden sind. Außerdem sollte dargestellt werden, wie viele dieser Bauplätze in städtischer und wie viele in privater Hand sind. Bei Letzteren sollte auch ermittelt werden, ob sie zum Verkauf stehen.

Darüber hinaus sollten in jenen Ortsteilen, in denen es keine Baugrundstücke gibt, ein entsprechendes Angebot geschaffen und der Stadtrat im zweijährigen Turnus über den Stand der Dinge informiert werden. „Die Stadtverwaltung sollte Beschlussumsetzungen immer im Fokus haben. Beim genannten Antrag sollte die Umsetzung nach nun über vier Jahren endlich angegangen werden“, schreibt Dinar.

In der Bauausschusssitzung erklärte stellvertretender Fraktionsvorsitzender Karl Roth, dass die CSU mit den Erläuterungen der Verwaltung zufrieden ist, auch vor dem Hintergrund der Arbeitsbelastung im Stadtbauamt und der personellen Situation dort. 

Robert Renner

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