Sonntag, 11.04.2021

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Brutaler Sadist tötete mehrere Kleintiere in Pleinfeld

Ein unbekannter Täter schlug gleich zweimal hintereinander zu und erstach mehrere Hasen und Enten - 12.03.2021 05:58 Uhr


Achtung: Die nachfolgenden Bilder zeigen Gewalt an Tieren und könnten für einige Leser*innen verstörend wirken.


In einer Kleingartenanlage bei Pleinfeld sind am Sonntag- und Dienstagabend mehrere Hasen, Enten und Gänse gestohlen und auch auf bestialische Weise getötet worden.

11.03.2021 © Foto: Markus Steiner


So kurz und knapp wird im Polizeibericht von Mittwoch möglichst sachlich eine Tat geschildert, die sich am Tatort als noch wesentlich brutaler und blutiger entpuppt, als beim Lesen angenommen.

Auch am Nachmittag lässt sich auf dem weitläufigen Grundstück zwischen Bahnlinie und dem beginnenden Waldstück zwischen Pleinfeld und St. Veit erahnen, dass hier entweder ein schrecklicher Sadist oder ein Geisteskranker am Werk war.

Denn was der Polizeibericht ausschweigt, sind die schrecklichen Details, die den Kleintierzüchter Florian Vogl einerseits sprachlos und andererseits furchtbar zornig machen. Denn zwei Hasen nagelte der Sadist mit Stahlnägeln an den Hühnerstall. Ein kleines schwarzes Kaninchen wurde mehrmals mit einem Messer oder spitzen Gegenstand durchbohrt, dass die Gedärme herausquollen und es vermutlich elendig und langsam verblutete.

Schreckliche Details

Dem Besitzer der Tiere bot sich ein Bild des Schreckens. Einige der Tiere wurden sogar an die Stallwand genagelt, was den Tierzüchter Florian Vogl sprachlos und wütend macht.

11.03.2021 © Foto: Markus Steiner


"Wer macht so etwas?", fragt sich der 20-Jährige, der seit seiner Kindheit Hasen, Hühner und anderes Geflügel züchtet und tagtäglich zweimal nach seinen Tieren schaut. Auch am Sonntagabend war er gegen 18.30 Uhr noch einmal auf dem Gelände gewesen. Als er um 20.45 Uhr noch einmal nachschaute, waren die Tiere schon tot, ihre leblosen Körper aber noch warm.

Wer so etwas Perfides und Heimtückisches machen könnte? Florian Vogl hat überhaupt keinen Verdacht: "So etwas traue ich nicht einmal meinen ärgsten Feinden zu." Deshalb sei er auch mit seinen Nerven am Ende. Schließlich habe er viel Zeit und auch viel Geld in die Tiere gesteckt.

Auf rund 1000 Euro beläuft sich nach seinen Schätzungen der materielle Schaden, der auch vom Straftatbestand nur als Sachbeschädigung geahndet wird, weil das Töten oder Misshandeln von Tieren im Strafgesetzbuch lediglich als Sachbeschädigung definiert wird. Immerhin könnte der oder die Täter nach § 17 im Tierschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden, falls ihm oder ihnen die vorsätzliche und rohe Misshandlung der Wirbeltiere nachgewiesen werden kann.

Schmerzhafter Verlust

Der materielle Schaden ist für Florian Vogl der weitaus geringere Schaden. Was ihn viel mehr schmerzt, ist der Verlust seiner Tiere, die er liebevoll gehegt und gepflegt hat: Der kleine schwarze Hase, der verstümmelt und mit Blut besudelt leblos am Boden liegt, war erst fünf Wochen alt. Mit einigen der gestohlenen Tiere hätte der Pleinfelder Kleintierhalter konkrete Pläne gehabt und an Geflügelzuchtschauen teilnehmen wollen.

Tierzüchter Florian Vogl ist sprachlos angesichts solcher Brutalität.

11.03.2021 © Foto: Markus Steiner


Am Mittwochnachmittag war auch die Kriminalpolizei vor Ort und sicherte Spuren. Florian Vogl hofft, dass vielleicht Hinweise aus der Bevölkerung eingehen, die dazu beitragen können, dass der oder die Täter vielleicht ja doch ergriffen werden können.

Insgesamt wurden 14 Tiere getötet, darunter Hasen, Hühner und Enten. Zwei Hasen wurden mit aufgeschlitzten Bäuchen an die Hütte genagelt. Zudem wurden insgesamt zehn wertvolle Zuchthühner, zwei Rassegänse und drei Hasen gestohlen.


Info: Sachdienliche Hinweise, die zur Ermittlung des Täters oder der Täter beitragen können, bitte an die Polizeidienstelle in Weißenburg unter der Telefonnummer 09141/8 68 70.

MARKUS STEINER

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