Corona-Infektion: Sechs Tote in Pappenheimer Seniorenheim

13.4.2020, 16:31 Uhr
Traurige Nachrichten aus dem Georg-Nestler-Haus: Durch eine Infektion mit dem Corona-Virus in dem Pappenheimer Seniorenheim starben über die Osterfeiertage sechs ältere Mitbürger. Bei 23 weiteren sowie acht Mitarbeitern ist die Infektion nachgewiesen.

Traurige Nachrichten aus dem Georg-Nestler-Haus: Durch eine Infektion mit dem Corona-Virus in dem Pappenheimer Seniorenheim starben über die Osterfeiertage sechs ältere Mitbürger. Bei 23 weiteren sowie acht Mitarbeitern ist die Infektion nachgewiesen. © Foto: Rainer Heubeck

Es ist das erste Seniorenheim im Landkreis, in dem Infektionen mit dem hochansteckenden Virus nachgewiesen wurden, so das Landratsamt. In der Pflegeeinrichtung wurden nach einer ersten bestätigten Infektion alle Bewohner und Pflegekräfte getestet. 29 von den 42 Senioren hatten sich mit dem Virus angesteckt, zudem wurde eine Infektion bei acht von 21 getesteten Mitarbeitern der von den Rummelsbergern betriebenen Einrichtung festgestellt.


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Alle sechs verstorbenen Personen "waren intensive Pflegefälle", hieß es in einer Pressemitteilung des Landkreises. Sie zählten wegen ihres hohen Alters und schwerer Begleiterkrankungen zur Corona-Risikogruppe. Dramatisch wurde die Corona-Masseninfektion über die vergangenen Osterfeiertage. "Die Entwicklungen in Pappenheim sind sehr rasant", bestätigte der vom Landkreis berufene Versorgungsarzt Dr. Peter Löw.

Heimleitung setzt Notfallplan um 

Nach der ersten bestätigten Infektion innerhalb der Einrichtung wurden umgehend alle Bewohner sowie der Großteil der Belegschaft auf das Virus getestet. Alle Bewohner sind in Einzelzimmern isoliert, wodurch der Kontakt zwischen positiv und negativ getesteten Personen vermieden wird. "Die Pflege der erkrankten Personen ist gewährleistet", teilten Landratasamt und Rummelsberger mit.


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Die Heimleitung im Georg-Nestler-Haus setzt in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und Versorgungsarzt Dr. Peter Löw aktuell einen Notfallplan um. Unter anderem werden die positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb der Einrichtung isoliert untergebracht und die Krankheitsverläufe zudem permanent überwacht. Die Kontakte mit Außenstehenden werden noch weiter reduziert – vor allem wurde die Behandlung der Heimbewohner auf einen einzigen Heimarzt eingegrenzt. Dieser Mediziner ist zweimal am Tag im Seniorenheim. Die Einrichtung wird darüber hinaus mit zusätzlichen Schutzmaterialien ausgestattet, so das Landratsamt. Insgesamt gelte der Grundsatz, dass gesunde und nur leicht unter der Infektion leidende Bewohner im Heim bleiben sollen, da für ältere, demente oder vorerkrankte Personen ein Ortswechsel eine zu große Belastung sei.

Situation ist "enorme Herausforderung"

Die Situation ist für die Bewohnerinnen und Bewohner sehr belastend, wie der Rummelsberger-Regionalleiter Dominic Bader mitteilt. "Auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Situation eine enorme Herausforderung, zumal die Pflege von älteren Menschen vor allem von Nähe und großer Fürsorge geprägt ist. Doch unser gesamtes Team bestehend aus Pflegenden, Hauswirtschaftlerinnen und Reinigungskräften sowie der Heimleitung arbeitet eng zusammen, um die Situation bestmöglich bewältigen zu können. Unsere Pflegekräfte widmen sich mit aller Kraft den Bewohnern",betont Dominic Bader.



Dem Robert-Koch-Institut zufolge sind vor allem ältere Menschen mit bestehenden Vorerkrankungen von schweren Krankheitsverläufen betroffen. Aus diesem Grund gilt bayernweit bereits seit dem 21. März ein generelles Besuchsverbot in Krankenhäuser, Pflege- und Behinderteneinrichtungen. Aktuellen Zahlen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zufolge wurde bisher bei insgesamt 257 Personen eine Corona-Infektion labordiagnostisch nachgewiesen. Davon gelten 14 Personen als genesen. Zehn Personen sind im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 verstorben. Alle zählten aufgrund des fortgeschrittenen Alters und vorbestehender Krankheiten zur Risikogruppe. Bei der Erfassung der Todesfälle hält sich das Gesundheitsamt im Landkreis an die Praxis des Robert-Koch-Instituts. Damit werden zum einen Personen in die Statistik aufgenommen, die direkt an den Folgen von Corona gestorben sind. Zum anderen werden auch jene gezählt, die an Vorerkrankungen litten und bei denen sich die Todesursache nicht eindeutig nachweisen lässt, erläuterte das Landratsamt.

Aktuell leben im Landkreis 233 nachweislich mit dem Corona-Virus infizierte Personen. 16 Frauen und Männer werden stationär im Klinikum Altmühlfranken behandelt, wovon sechs Personen beamtet werden müssen. Weitere Infos und die aktuellen Fallzahlen sind online unter www.landkreis-wug.de/corona zu finden.


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