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Freitag, 03.07.2020

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Das Limesbad in Weißenburg öffnet

Am Montag geht es los, wenn auch ein paar Einschränkungen gelten - 28.06.2020 09:10 Uhr

Das Weißenburger Limesbad öffnet am Montag. Der Betrieb soll so weit wie in Corona-Zeiten möglich normal laufen. Es gelten aber Abstandsregeln und andere Einschränkungen. Geöffnet ist das Freibad täglich von 9 bis 20 Uhr. © Foto: Robert Renner


Dort waren in den vergangenen Tagen die Mitarbeiter richtig fleißig und haben die Anlage betriebsbereit gemacht. Für Laien kaum vorstellbar, dass die Inbetriebnahme des Limesbades in aller Regel über vier Wochen dauert. Aber wenn man weiß, dass der Edelstahl des zwei Millionen Liter Wasser fassenden Schwimmerbeckens vor dem Befüllen ebenso komplett gereinigt werden muss wie alle Zuläufe und Abflüsse, dann relativiert sich dieses Zeitfenster schon deutlich.

Daneben gibt es aber ja auch noch das Erlebnis-, das Kinder-, das Sprungturm- und das Entspannungsbecken (im Volksmund Eierkocher genannt), die Liegewiese, das Becken-umfeld und die Gebäude mit der Technik sowie den Sanitäreinrichtungen und den Umkleiden.

All das wurde diesmal binnen drei Wochen auf Vordermann gebracht und ist ab Montag täglich von 9 bis 20 Uhr nutzbar, wenn auch mit den der Corona-Pandemie geschuldeten Einschränkungen. Geregelt wird alles durch die mittlerweile 6. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und das neue Hygienekonzept für Bäder und Ähnliches, die beide einige Neuerungen gegenüber den Vorgängervorschriften mit sich gebracht haben.

So dürfen nun Kinder unter zwölf Jahren nur in Begleitung Erwachsener in das Freibad. "Zuvor lag die Grenze bei 14 Jahren", weiß Lang. Und auch die Duschen dürfen benutzt werden. Auf der Grundlage all der Vorgaben sei das Konzept für das Limesbad erarbeitet worden, sagt der Geschäftsführer.

Grundsätzlich wollen die Stadtwerke größere Menschenansammlungen vermeiden. Daher wird auch auf Schichtbetrieb verzichtet, wie er andernorts praktiziert wird. Denn an heißen Tagen könnten sich sonst zum jeweiligen Schichtbeginn Schlangen am Eingang bilden. Um die Situation zu entzerren, wird das Limesbad durchgehend geöffnet. Maximal dürfen sich darin zeitgleich gut 1300 Menschen aufhalten. Der jeweilige Schichtleiter entscheidet, inwieweit die Besucherzahl vertretbar ist, macht der neue Bäderbetriebsleiter Thomas Mickisch deutlich.

Er stammt aus Ornbau, hat in Gunzenhausen gelernt, war dann in der Schweiz und zuletzt beim Center Park im Allgäu tätig. Ihn zog es zurück in die fränkische Heimat, weshalb er sich auf die von den Stadtwerken ausgeschriebene Stelle bewarb.

Doch zurück zum Freibad: Jeder Badegast muss sich am Eingang registrieren. Dazu liegen dort Zettel aus, die ausgefüllt werden müssen, um gegebenenfalls Infektionsketten nachvollziehen zu können. Die Registrierzettel können übrigens vorab schon von der Internetseite des Limesbades heruntergeladen werden. Vorab-Onlineanmeldungen sind nicht nötig, wer will, kann also jederzeit kurzfristig ins Limesbad.

Eingehalten werden muss in der gesamten Anlage stets der Mindestabstand von anderthalb Metern. In den Umkleiden ist nur etwa die Hälfte der Kabinen geöffnet. Genutzt werden können auch die vier hölzernen Umkleideschnecken auf der Liegewiese.

Die Duschen dürfen maximal von zwei Personen gleichzeitig benutzt werden. Betreten werden dürfen die Duschräume nur mit Mund-Nasen-Schutz, der aber natürlich zum Duschen abgenommen werden darf. Alle Umkleiden, Sanitärräume und auch Handläufe im Außenbereich werden stündlich desinfiziert. "Die Kollegen und die Reinigungskräfte werden eigens dafür nochmals geschult", berichtet Mickisch.

Schwimmerzahl begrenzt

Im Schwimmerbecken sind vier Bahnen eingerichtet, drei mit 50 Metern Länge, eine mit 25 Metern. Geschwommen werden darf nur im Kreis, um zu nahe Begegnungen zu verhindern. Die mittlere Bahn ist für Sportschwimmer gedacht. Insgesamt dürfen sich 90 Menschen zeitgleich im großen Becken aufhalten, pro 50-Meter-Bahn 26, im 25-Meter-Bereich zwölf. Das Erlebnisbecken ist auf 40 Schwimmer begrenzt, das Entspannungsbecken auf acht Besucher und das Kinderbecken auf zehn.

Vorerst nicht genutzt werden können der Sprungturm und die Rutschen, weil sich auch dort bei größerem Andrang Menschenschlangen bilden könnten. Hier wollen die Verantwortlichen erst einmal Erfahrung sammeln. Bei vernünftigem Verhalten der Badegäste werden eventuell auch die Erlebniseinrichtungen geöffnet.

"Alles, was Aerosole bildet, muss aber aus bleiben", erklärt Mickisch, weshalb weder der Strömungskanal noch die Wasserspeier eingeschaltet werden. "Wichtig ist immer die Sicherheit der Badegäste und des Personals", unterstreicht Lang und wirbt vorab schon um Verständnis für eventuell notwendige Einlassstopps.

Das Personal muss übrigens keine Masken tagen. Geöffnet wird auch der Kiosk, ob die Minigolfanlage in Betrieb geht, ist noch offen. Besonders erfreulich: Trotz aller Umstände bleiben die Eintrittspreise unverändert. Sie gelten übrigens seit 2010.

Nun hoffen die Stadtwerke auf eine trotz der Einschränkungen gelungene Badesaison, die aber sicher eines nicht bringen wird: neue Besucherrekorde. "Diesen Ehrgeiz haben wir in diesem Jahr auch nicht", sagt Geschäftsführer Peter Lang.

Alle wichtigen Infos zum Limesbad und auch die Registrierungsscheine zum Ausdrucken vorab finden sich auf der Internetseite www.limesbad.de.

ROBERT RENNER

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