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Montag, 01.06.2020

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Das Museum Solnhofen öffnet wieder

Neues Highlight ist das 151 Millionen Jahre alte Babykrokodil, das auf den Namen "Brunni" getauft wurde. - 08.05.2020 12:11 Uhr

„Brunni“ ist der neue Hingucker im Museum Solnhofen, das am Montag, 11. Mai, endlich in die neue Saison starten kann. Das Fossil ist mehr als 150 Millionen Jahre alt. © Foto: BSPG München


Der Name "Brunni" für das Krokodil ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, den der Rotary Club Weißenburg zur Namensfindung des grandiosen Urzeittieres ausgelobt hatte. Horst und Astrid Lechner haben die Aktion begleitet und ausgewertet. Gewinner ist der zwölf Jahre alte Xavi Kuhn. Die übrigen Gewinner des Namenswettbewerbs werden noch bekannt gegeben.

"Brunni", das Krokodil aus der Fossillagerstätte von Brunn, zählt sicherlich zu den schönsten Funden der Solnhofener Erd- und Lebensgeschichte überhaupt. Da sind sich nicht nur Experten einig. Zur neuen Ikone des Museums führt Dr. Martin Röper, wissenschaftlicher Direktor des Museums, aus: "Brunni hat in Solnhofen einen würdigen Ausstellungsplatz mit internationaler Besucherfrequenz, aber auch für alle in der Region ist das fantastische Fossil nun zu bestaunen."

Als in Solnhofen 1970 das Bürgermeister-Müller-Museum eröffnete, war der Naturpark Altmühltal gerade einmal ein Jahr alt. Zuvor hatte der spätere Solnhofener Ehrenbürger und Altbürgermeister Friedrich Müller über Jahrzehnte eine prachtvolle Fossiliensammlung aufgebaut, die nunmehr seit 50 Jahren Gäste von Solnhofen aus nah und fern begeistert. Die Jubiläumsausstellung mit dem Titel "Das Museum öffnet sein Archiv" ist ab Montag im Obergeschoss des Museums zu sehen. Sie ist Friedrich Müller gewidmet.

Mit der Öffnung seiner Archivtüren zeigt das Museum in der Jahresausstellung Einblicke in die heutige Vielfalt der Sammlungen, der wissenschaftlichen Kontakte und Partnerschaften. Stiftungen der Freunde und Förderer des Bürgermeister- Müller-Museums aus der Solnhofener Sammlung Pankalla werden ebenso gezeigt wie die bedeutende Schenkung wissenschaftlicher Originale von Hermann Polz.

Darüber hinaus beleuchten Funde aus den beiden Projekten "Klima-Archiv mediterrane Mollusken, Projekt Carlos" und "GEO-Lexikon, ein haptisch erlebbares Museum" das Jahresmotto "aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen". Klaus Peter Vollmer aus Kassel, seines Zeichens Städteplaner und Fossiliensammler, glänzt mit einer sehenswerten Vitrine zur Formenvielfalt und Ästhetik fossiler Ammonitengehäuse.

Weitere Vitrinen sind den Partnern des Museums gewidmet. Dazu sind im Einzelnen die drei internationalen Museumspartnerschaften mit dem Museum G. Cortesi im italienischen Castell‘Arquato, dem Museum für Naturwissenschaften in Piatra Neamt in Rumänien, und der privaten Institution "Interprospekt AG" in der Schweiz zu nennen. Wichtigster Fossilienpartner vor Ort ist die Bayerische Staatssammlung und Geologie München mit dem "Projekt Brunn", aus dem nunmehr auch das Babykrokodil "Brunni" stammt.

Die von Birgitt Ott zusammengestellte Lithografie-Ausstellung zeigt einen kleinen Einblick in die Exponate der grafischen Sammlung des Museums, darunter Werke der Künstler Prof. Heinrich Mangold aus Pappenheim, A. P. Weber, Hans-Joachim Zeidler und Mario Derra. Als verbindendes Element zwischen Kunst und den Naturwissenschaften fungiert die Rauminstallation "Lucy und ihre Kinder", die Wolfgang Lindner, Ehrenmitglied der Freunde und Förderer des Bürgermeister-Müller-Museums, konzipiert hat. Das Museum Solnhofen hat also auch für Menschen, die schon einmal da waren, wieder jede Menge spannende Neuheiten zu bieten.

Das Museum darf nur mit Mund-Nasen-Schutz betreten werden, es dürfen sich nur 20 Personen gleichzeitig mit dem gebotenen Mindestabstand aufhalten und vor Eintritt sind die Hände im bereitgehaltenen Spender zu desinfizieren. Führungen und die Nutzung der Audioguides sind nicht möglich. Auch der Hobbysteinbruch am Frauenberger Weg ist ab Montag wieder täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

wt

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