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Freitag, 18.10.2019

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Das Syburger Schloss ist für eineinhalb Millionen zu haben

Wasserschloss steht auf Immowelt zum Verkauf - 14.03.2019 08:09 Uhr

Steht jetzt ganz offiziell auf Immowelt zum Verkauf: das Wasserschloss Syburg, das einer der ältesten Adelssitze Frankens ist. © WT-Archiv


Die gute Nachricht an der nun publik gewordenen Immobilienanzeige ist: Man kann sich nun sicher sein kann, dass die Schlosserben das Anwesen tatsächlich verkaufen wollen. Das hatte in Fachkreisen als Vo­raussetzung dafür gegolten, dass die marode Substanz des rund 300 Jahre alten Wasserschlosses zeitnah saniert und damit gerettet werden kann. An der Verkaufsbereitschaft waren zwi­schenzeitlich Zweifel aufgekommen. Immerhin hatten die Besitzer bereits im Januar 2017 angekündigt, das Schloss verkaufen zu wollen, und zahlreiche Interessenten gefunden, mit denen man aber über zwei Jahre hinweg zu keinem Abschluss kam.

Dass nun eine renommierte Maklerfirma den Verkauf in die Hand genommen hat, dürfte die Chancen auf einen Abschluss deutlich erhöhen. Zumal das Schloss – trotz schlechten Zustands – Liebhaber immer wieder begeistert.  Der Preis, der auf Immowelt aufgerufen wird, ist allerdings beachtlich. Die 1,5 Millionen Euro nehmen sich neben den 110000 Euro, die ein Gutachter im Jahr 2016 noch errechnet hatte, sehr üppig aus. Allerdings hatte der Gutachter damals das Anwesen nur von außen schätzen können. Zudem steht nun nicht nur das Schloss selbst, sondern auch die ausgedehnten Flächen im Umgriff zum Verkauf. Die Rede ist von 26 Hektar Land, zu dem unter anderem der verwilderte Schlosspark samt Orangerie und Pavillon gehört.

Üppiger Preis

In dem ausführliche Exposé, das sich im Internet findet, wird das Schloss als „nahezu unsaniert“ bezeichnet. Das ist die nette Formulierung einer Einschätzung, die auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mehrfach mitgeteilt hat. „Das Schloss ist leider zunehmender Verwahrlosung und dem Verfall ausgesetzt“, stellte die Behörde fest. Das war im Jahr 2010. Seit fast 50 Jahren fänden keine nennenswerten Unterhaltsmaßnahmen mehr statt, beklagt man. Und das, obwohl das Schloss einer der ältesten Adelssitze Frankens ist und seine Wurzeln bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen.

Das Anwesen habe sich seinen „ganz eigenen Charakter“ bewahrt, heißt es in dem Immobilien-Exposé, das bemüht ist, die angenehmen Seiten des weitgehend ursprünglichen Ambientes hervorzuheben. Tatsächlich zeigen die Bilder aus dem Inneren aber eine Kulisse wie aus dem Historienfilm. So wirkt die Schlossküche ein wenig, als könnte dort gleich der kleine Lord Fauntleroy um die Ecke kommen, im kahlen Flur hängen ein paar übrig gebliebene Tiergeweihe an der Wand, in den herrschaftlichen Räumen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Wer auch immer sich für das Gebäude interessiert, sollte auf jeden Fall einiges an Kleingeld mitbringen. Nicht nur weil die Sanierung kostspielig wird, sondern auch weil der Kaufpreis zu weiten Teilen mit Eigenkapital bestritten werden soll. Zumindest bittet die Immobilienfirma Abstand von ei­nem Angebot zu nehmen, wenn ein erheblicher Teil des Kaufpreises finanziert werden müsste. Banken würden den Erwerb von Burgen und Schlössern im Regelfall nicht finanzieren, heißt es in dem Exposé.

Dass zuletzt mithilfe des Landratsamtes und des Landesamts für Denkmalpflege eine Voruntersuchung der Schäden in Auftrag gegeben werden konnte, dürfte für potenzielle Käufer ein wichtiger Schritt gewesen sein. Denn nur mit einer solchen Untersuchung können Aussagen über staatliche Zuschüsse zu einer Sanierung getroffen werden.

Richtig viel Platz

Sollte sich eine neuer Eigentümer finden, darf man auf dessen Pläne gespannt sein. An Platz immerhin mangelt es nicht. In dem Exposé ist die Rede von 1165 Quadratmetern Wohn- und zusätzlich 750 Quadratmetern Nutzfläche, in insgesamt 17 Zimmern. Zu dem Anwesen gehören ein zwei­flügeliger Hauptbau, ein sogenanntes Kutscherhaus, Stallungen, eine stattliche Scheune, die noch aus dem 16. Jahrhundert stammt, und ein Torturm. Dazu befinden sich im Park noch ein Pavillon und eine Orangerie.

Jan Stephan

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