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Samstag, 24.08.2019

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Der Naturpark Altmühltal feiert Geburtstag

Großes Fest für Besucher am Sonntag in Eichstätt - 09.07.2019 15:37 Uhr

Die markannte Felsformation der „Zwölf Apostel“ zwischen Solnhofen und Dollnstein ist eines der Wahrzeichen des Naturparks Altmühltal, der vor 50 Jahren gegründet wurde und am Sonntag zum großen Jubiläumsfest nach Eichstätt einlädt. © Foto: Dietmar Denger


Natürlich sind die 50 Jahre, in denen der Naturpark Altmühltal als Institution besteht, kein Vergleich zu seinem eigentlichen Alter. Rund 150 Millionen Jahre ist es her, dass der Urvogel Archäopteryx hier seine Runden über einem jurazeitlichen Meer zog. In diesem Meer liegt auch der Ursprung für die einzigartige Landschaft des Naturparks mit seinen Felsformationen, fossilienreichen Steinbrüchen, Flüssen, Felsen und Höhlen, naturnahen Buchenwälder und Wacholderheiden.

Diese Landschaft zu schützen und gleichzeitig für Erholungszwecke zu erschließen war das erklärte Ziel derer, die sich am 25. Juli 1969 im Neuen Schloss in Pappenheim einfanden, um den Verein "Naturpark Altmühltal (Südl. Frankenalb)" zu gründen. Zu ihnen gehörten die damals kreisfreien Städte Eichstätt und Weißenburg, die Landkreise Beilngries, Donauwörth, Eichstätt, Gunzenhausen, Hilpoltstein, Kelheim, Neuburg, Riedenburg, Weißenburg und Ingolstadt sowie der Wittelsbacher Ausgleichsfond: Mit ihrer Zusammenarbeit, die nicht an Landkreis-, Bezirks- oder kulturellen Grenzen haltmachte, schufen sie den damals größten Naturpark in Deutschland.

Tatkräftig ging der ans Werk: So entstanden in den vergangenen fünf Jahrzehnten unter anderem die Bootswanderstrecke auf der Altmühl, Fossiliensteinbrüche für Besucher sowie Wander- und Radwege – darunter "Erfolgsstrecken" wie der Altmühltal-Radweg oder der Altmühltal-Panoramaweg. Nach der Gründung des Naturparks erfolgten zudem erste Landschaftspflegemaßnahmen, um die landschaftsprägenden Wacholderheiden mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna dauerhaft zu sichern.

Die Eröffnung des Informations- und Umweltzentrums im ehemaligen Kloster Notre Dame in Eichstätt im Jahr 1989 war ein weiterer Meilenstein. Es bietet am Sonntag die Kulisse für das Jubiläumfest, zu dem alle Interessierten eingeladen sind: Von 11 bis 17.30 Uhr wird der Biotopgarten im Innenhof zum Schauplatz für Mitmachaktionen. Die Naturparkführer und Naturpark-Ranger haben sich dafür viel einfallen lassen: Große und kleine Besucher bauen zum Beispiel Insektenhotels, beobachten Honig- und Wildbienen, "fälschen" Fossilien oder versuchen sich als Jurahaus-Dachdecker. Auch den Kräutern und Pflanzen im Biotopgarten nähern sie sich mit allen Sinnen. Selbst kreativ werden sie beim Schäfchenbasteln oder beim Gestalten von Dekoelementen aus Jurastein.

Kurzführungen zum Thema "Natur in der Stadt" zeigen außerdem, was vor der Haustür des Infozentrums alles blüht und lebt. So viel Aktivität macht natürlich Appetit, den man mit Kaffee, Kuchen und anderen Schmankerln stillen kann.

In der Kuppelhalle des ehemaligen Klosters Notre Dame informiert eine Wanderausstellung, welche Naturparke es in Bayern gibt und welche Aufgaben sie wahrnehmen: Neben dem Landschaftsschutz gehören dazu die Bereiche Erholung, Umweltbildung und Regionalentwicklung. Ergänzt wird die Wanderausstellung, die bis zum 25. August Station macht, von Ausstellungselementen, die explizit auf den Naturpark Altmühltal eingehen.

Wie die Besonderheiten einer Landschaft unterhaltsam vermittelt werden können, zeigt der neue Audio-Guide für Kinder im Vorschul- oder Grundschulalter, der seit Kurzem im Infozentrum zur Verfügung steht. Ausgestattet mit einem Tablet helfen die Kinder den beiden Dinosauriern Fossi und Juvi, einen Dieb zu fangen. Der hat nämlich den Urvogel Archäopteryx gestohlen. Dabei lernen sie ein schlaues Schaf, einen jurazeitlichen Ammoniten, einen Fasenickl oder den Barockbaumeister Gabriel de Gabrieli kennen.

Auch Erwachsene haben im Geburtstagsjahr die Möglichkeit, "ihren" Naturpark immer wieder neu zu entdecken. Möglich machen dies die Jubiläumstouren, die bis in den November hinein von geschulten Naturparkführern angeboten werden. In den nächsten Wochen hören die Teilnehmer zum Beispiel in Kelheim "Von Eiben, Mönchen und feindlichen Brüdern" (15. Juni), sie wandern zur Arndthöhle bei Kipfenberg (16. Juni), lernen "Farbenfrohe Sommerboten" im Eichstätter Hessental kennen (22. Juni) oder starten zu einer "Mühlenwanderung entlang der Gailach" bei Mörnsheim (23. Juni). Einen Überblick über die Touren findet man auf www.naturpark-altmuehltal.de/50- jahre sowie in der Broschüre "50 Jahre Naturpark Altmühltal". 

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