Der Perlachbergkeller: Früher ein Treffpunkt, heute ein "Lost Place"

27.2.2021, 06:01 Uhr
Vor etwa 100 Jahren entstand der Perlachbergkeller und war lange ein gut gehender Biergarten. Heute ist das Gebäude vielmehr eine Ruine.

Vor etwa 100 Jahren entstand der Perlachbergkeller und war lange ein gut gehender Biergarten. Heute ist das Gebäude vielmehr eine Ruine. © Lidia Piechulek

Wenn man im Licht der Dämmerung die Oettingerstraße entlang der Bahnschienen nach oben läuft, erreicht man ihn in wenigen Minuten. Dabei versprüht die in hellblau lackierte Holzfassade des Perlachbergkellers auch heute noch einen gewissen Charme. Und passt somit gut in einen Trend, der durch die Corona-Pandemie neuen Aufwind bekommen hat: Der Besuch von „Lost Places“ ist gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr beliebt, auch wenn das Betreten dieser Gebäude in den meisten Fällen nicht legal ist (siehe Artikelende).

Der Reiz des Verfallenen

Ein Lost Place ist, sinngemäß übersetzt, ein „vergessener Ort“. Manch einer nimmt für einen kleinen Grusel-Kick oder ein schauderhaft-schönes Fotomotiv eine lange Anfahrt in Kauf. Der Reiz liegt dabei häufig in einer Schauergeschichte, die es über jenen Ort zu erzählen gibt. Es strahlt aber häufig auch die Verlassenheit an sich einen gewissen Charme aus, und so ist es auch auf dem Perlachberg.

Bis in die 1950er Jahre hinein war das Gebäude ein beliebter Ausflugsort für Treuchtlinger, die bei einem kühlen Bier den Ausblick auf den Treuchtlinger Bahnhof – der von dort oben eins zu eins so aussieht, wie eine Modeleisenbahn – geniessen wollten. 2013 hat ihn die Stadt gekauft, in der Hoffnung, einen Investor zu finden, der das schöne, aber verfallene Gebäude von Grund auf neu aufbauen will. Bislang hat sich niemand gemeldet. Wenn man an diesem ehemaligen Bierkeller alleine unterwegs ist, kostet die Umwanderung des Areals jedenfalls eine gewisse Überwindung – und genau so soll es ja bei einem waschechten „Lost Place“ sein. . .

Lost Places bitte nur mit Erlaubnis besuchen

Nicht jeder "Lost Place" ist öffentlich zugänglich, manch einer ist auch umzäunt. Auf jeden Fall greift hier das Eigentumsrecht, und der Perlachbergkeller befindet sich in städtischer Hand - eine Erlaubnis, ihn für die Fotostrecke zu betreten, hatte sich die Redaktion vorab eingeholt. Ohne diese explizite Erlaubnis ist das Betreten des Gebäudes nicht gestattet. Spaziergänger dürfen ihn also nur von außen bewundern.

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