Fußball-Landesliga Nordost

Der Tabellenführer war für den TSV 1860 Weißenburg mindestens eine Nummer zu groß

18.10.2021, 08:50 Uhr
Eine klare Sache war für den TSV Kornburg (links der starke Pleinfelder Stanislaus Herzel) das Match beim TSV 1860 Weißenburg. Der Topfavorit gewann beim Aufsteiger mit 5:0.

Eine klare Sache war für den TSV Kornburg (links der starke Pleinfelder Stanislaus Herzel) das Match beim TSV 1860 Weißenburg. Der Topfavorit gewann beim Aufsteiger mit 5:0. © Uwe Mühling, WT

Im Hinspiel hatte die junge Weißenburger Truppe gegen die erfahrenen Kornburger, die etliche Spieler mit höherklassigen Einsätzen in ihren Reihen haben, noch länger mithalten und besser dagegenhalten können. Sie verloren damals nur knapp mit 1:2. Diesmal jedoch hatte der TSV 1860 dem dominanten Spiel des Spitzenreiters kaum etwas entgegenzusetzen. Ein Klassenunterschied war unübersehbar.

„Lehren daraus ziehen“

„Die Niederlage war auch in dieser Höhe verdient“, stellte Weißenburgs Trainer Markus Vierke treffend fest. Sein Team sei im Zweikampf nicht so gut gewesen; in der Offensive habe das Tempo gefehlt, um die Gäste vielleicht einmal bei einem Konter in Verlegenheit zu bringen. „Das Spiel tut uns ein bisschen weh, aber wir müssen unsere Lehren daraus ziehen,“ sagte Vierke. Gerade für die teils 18- und 19-jährigen TSV-1860Jungs sei es wichtig gewesen zu sehen, wie und was auf Kornburger Niveau gespielt wird.

Der Trainer der Gäste, Hendrik Baumgart, zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft und dem Ergebnis sehr zufrieden. „Wichtig war für uns zu sehen, dass wir einen tief stehenden Gegner knacken können“, sagte er. Weißenburg sei im Hinspiel stärker gewesen. Diesmal jedoch habe seine Mannschaft von Beginn an viele Torchancen gehabt. Dennoch, so Baumgart, gehe auch für Kornburg nicht alles automatisch.

Ein Elfer als Türöffner

So musste der Spitzenreiter in der ersten Halbzeit relativ lange warten, ehe er seine haushohe Überlegenheit auch in Tore ummünzen konnte. Firat Cagli hatte die ersten guten Möglichkeiten, scheiterte jedoch am starken Reflex von TSV-1860-Keeper Johannes Uhl und am Pfosten (3. und 6. Minute). Dann klärte Uhl eine brandgefährliche Flanke von Robin Kreiselmeyer (24.), während auf der Gegenseite Tom Vierke per Freistoß den einzigen Weißenburger Torschuss hatte – Gäste-Torwart Arthur Ockert war auf seinem Posten. Türöffner für Kornburg war ein Foulelfmeter in der 35. Minute: Daniel Hofrichter brachte Nino Seiler im Strafraum zu Fall, Sebastian Schulik verwandelte zum überfälligen 0:1. Dabei hatte er Glück, denn Torhüter Uhl lenkte den Ball an den Innenpfosten, erst von dort flipperte die Kugel recht kurios über die Linie.

Die Gäste legten gleich in der 38. Minute durch Tim Olschewski nach. Er traf aus spitzem Winkel und zwar ebenfalls unter Mitnahme des Innenpfostens. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war dann nochmals Schulik zur Stelle, der eine Flanke von Stanislaus Herzel zum 0:3 einköpfte. Der Pleinfelder Herzel gehörte als offensiver Linksverteidiger zusammen mit Danilo Dittrich zu den stärksten und auffälligsten Kornburgern – beide haben bereits in der 3. Liga und Regionalliga gespielt. Jetzt zeigten sie auch in Weißenburg eindrucksvoll ihre Extraklasse – wie die gesamte Gästemannschaft aus dem Nürnberger Süden.

Dreierpack des Toptorjägers

Mit dem 0:3 war das Match bereits zur Pause entschieden, die Luft war frühzeitig raus. Im zweiten Abschnitt ging es für den TSV 1860 vor allem um Schadensbegrenzung. Die Gäste bestimmten weiter deutlich das Geschehen, hatten zunächst aber Pech, dass Olschewski nur den Pfosten traf (55.). Dafür legten Dominik Ammon mit einem Schrägschuss (71.) und Landesliga-Toptorjäger Schulik mit seinem dritten Treffer in diesem Spiel (75.) noch zum 0:4 und 0:5 nach. Für Schulik war es bereits Saisontor Nummer 13 im zwölften Spiel. Die einzige Chance zum Ehrentreffer vergab in der Schlussphase Maik Wnendt.

Während die Kornburger mit ihren

Während die Kornburger mit ihren "Supporters" einen deutlichen Sieg feierten . . . © Uwe Mühling, WT

. . . blickten die Weißenburger nach der Niederlage eher betreten drein.

. . . blickten die Weißenburger nach der Niederlage eher betreten drein. © Uwe Mühling, WT

Die Weißenburger (elf Punkte), die am kommenden Samstag bereits das nächste Heimspiel gegen den TSV Nürnberg-Buch haben, bleiben trotz der Niederlage auf Rang sieben, wobei es im unteren Tabellenteil sehr eng zugeht und zwischen den Plätzen fünf und neun nur drei Punkte liegen. Anders vorne: Kornburg (elf Siege, ein Remis, 34 Punkte) hält Kurs und hat in der Vorrundengruppe 2 weiterhin zehn Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten SC 04 Schwabach.

Die entscheidende Phase kommt aber erst noch, wenn es im Frühjahr mit den Topteams der Vorrundengruppe 1 um die Meisterschaft geht. Das große Ziel Bayernliga-Aufstieg ist für Kornburg also längst nicht erreicht. „Das ist uns klar und dementsprechend gehen wir jedes Spiel auch an“, sagte „Stani“ Herzel. Am Samstag ist das bestens gelungen, wobei der 31-jährige Pleinfelder auch hinzufügte: „Die Weißenburger haben es uns heute aber relativ leicht gemacht.“

Die Spielstatistik

TSV 1860 Weißenburg: Uhl, Philipp Schwarz (65. Meier), Weglöhner, Siol, Leibhard, Hofrichter, Wnendt, Nitaj (57. Schneider), Renner (46. Weichselbaum), Tom Vierke (78. Eco), Walter (78. Schnitzlein).

TSV Kornburg: Ockert, Schuster (77. Kettlitz), Herzel, Janz, Dittrich, Ammon, Seiler, Kreiselmeyer (77. Burgutzidis), Olschewski, Cagli (65. Peuntinger), Schulik.

Schiedsrichter: Rank (FC Eintracht München); Zuschauer: 265.

Tore: 0:1 Sebastian Schulik (35., Foulelfmeter), 0:2 Tim Olschewski (38.), 0:3 Sebastian Schulik (45. +1), 0:4 Dominik Ammon (70.), 0:5 Sebastian Schulik (76.).

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