Freitag, 05.03.2021

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Die 15-Kilometer-Grenze fällt für Altmühlfranken

Die Zahlen im Landkreis sind im Vergleich zu den vergangenen beiden Wochen rückläufig - 22.01.2021 13:55 Uhr

Hoffnungsträger: Nicht nur Dr. Miriam Schneider vom Weißenburger Gesundheitsamt setzt auf die FFP2-Masken, die jetzt beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln verwendet werden müssen.

21.01.2021 © Foto: Frank Rumpenhorst/dpa


Die Neuinfektionen verteilen sich laut Dr. Miriam Schneider vom Gesundheitsamt etwa zu gleichen Teilen auf Pflegeeinrichtungen und diffuse Fälle im gesamten Landkreis. "Die Situation um das Corona-Infektionsgeschehen im Landkreis ist noch sehr risikobehaftet", sagt die Medizinerin.

Sie sei sehr froh, dass die Zahlen rückläufig sind. Erneute Ausbrüche und explosionsartiges Ansteigen der Fallzahlen – wie es Anfang des Monats der Fall war – seien aber weiterhin jederzeit möglich: "Wir können uns noch nicht in Sicherheit wiegen."


Wieder Ausbruch in einem Pflegeheim in Altmühlfranken


Nach wie vor bilden die Pflegeeinrichtungen im Landkreis die größten Corona-Hotspots: So sind derzeit das BRK-Heim in Treuchtlingen, das Awo-Heim in Heidenheim, das Caritas-Pflegeheim in Weißenburg, das Pflegezentrum des evangelischen Krankenvereins in Gunzenhausen und auch das Diakoneo-Wohnheim in Polsingen betroffen.

Weiterhin gibt es einige Einrichtungen, in denen zwar eine oder mehrere Infektionen festgestellt wurden, allerdings kam es dort zu keinen weiteren Krankheitsausbrüchen. Zu diesen Fällen gehören auch drei Kindertagesstätten, die derzeit in Notbetreuung arbeiten: das Haus für Kinder "Sonnenschein" in Bergen, der Kindergarten Sonnenhof in Gunzenhausen und der Kindergarten in Absberg.

Weiterhin dynamisch

Wie das Virus sich genau ausbreite, lasse sich Schneider zufolge nie genau sagen, die Infektionswege seien, trotz Corona-Warn-App, selten exakt nachvollziehbar. Jeder potenziell längere Kontakt zwischen zwei oder mehreren Menschen könne das Virus weiterverbreiten, zumal es etliche Menschen gebe, die das Virus in sich tragen und damit auch weiterverbreiten können, selbst wenn sie selbst keine Symptome haben.

Das Gesundheitsamt bittet die Bevölkerung deshalb nach wie vor aufgrund der dynamischen Situation um vorsichtiges Verhalten. Schneider: "Jeder Einzelne kann durch Kontaktminimierung und Einhaltung der Hygienemaßnahmen dazu beitragen, das Infektionsrisiko niedrig zu halten." Ihre Hoffnung setzt die Medizinerin auf die neue FFP2-Maskenpflicht und auf die Schutzimpfung.

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Seit dem Impfstart am 27. Dezember 2020 konnten bislang 1215 Impfungen am Impfzentrum in Gunzenhausen und durch das mobile Impfteam durchgeführt werden. Der Schwerpunkt werde in den nächsten Tagen bei den Zweitimpfungen in den Pflegeheimen liegen. Für die nächste Woche werden Christoph Schneidewin zufolge aber lediglich 260 Impfdosen für Erstimpfungen in Pflegeheimen zur Verfügung stehen.

Der Chef des Klinikums und des Impfzentrums betonte, bislang hätten alle Geimpften, darunter auch alle leitenden Ärzte des Klinikums, die Impfung gut vertragen. Neben üblichen Nebenwirkungen, wie Jucken oder Schmerzen an der Einstichstelle oder Kopfschmerzen, sei "nichts Außergewöhnliches" bekannt. Schneidewin räumte auch mit einem Gerücht auf, das in den sozialen Medien kursiert: "Alle Mitarbeiter des Klinikums haben die freie Entscheidung, ob sie sich impfen lassen wollen, gezwungen wird niemand."


Keine Termine: Zu wenig Impfstoff kommt in Altmühlfranken an


Inzwischen sei auch die Telefonhotline für die Impfanmeldung personell aufgerüstet worden, sodass es in den vergangenen Tagen teilweise gar keine Wartezeiten gegeben habe: "Die Probleme sind beseitigt." Allerdings sollten alle, die die Möglichkeit haben, sich online zu registrieren, sich für diese Option entscheiden, weil somit auch kurzfristigere Termine vergeben werden könnten.

In den beiden Kliniken im Landkreis wurden am Donnerstag 22 Covid-Patienten behandelt, sechs davon auf der Intensivstation, fünf davon wurden beatmet. Seit Beginn der Pandemie wurden 2375 Personen im Landkreis positiv auf das Coronavirus getestet. 75 Menschen sind in Verbindung mit Corona verstorben.

Sieben Tage in Folge unter 200

Seit 15. Januar verzeichnet der Landkreis nun sieben Tage am Stück eine Inzidenz von weniger als 200 pro 100.000 Einwohner. Somit kann das Landratsamt den durch die 11. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung geltenden eingeschränkten Bewegungsradius von 15 Kilometern für touristische Tagesausflüge wieder aufheben. Dies gilt ab Sonntag, 24. Januar, um 0 Uhr. Dann sind auch wieder Ausflüge in weiter entfernt liegende Orte möglich. 

INFO

Impfwillige können sich online unter www.impfzentren.bayern registrieren lassen. Die telefonische Registrierung unter 09831/52 20 41 ist ebenfalls möglich. Die registrierten Personen werden benachrichtigt, sobald die jeweilige Priorisierungsgruppe dran ist und wieder Impfstoff erhältlich ist.

 


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MARKUS STEINER

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