Dienstag, 19.01.2021

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Die Kitas in Altmühlfranken bleiben offen

Wer arbeiten muss und seine Kinder nicht anderweitig betreuen kann, darf sie auch jetzt im Lockdown in den Kindergarten schicken. - 12.01.2021 15:36 Uhr

Erzieherinnen betreuen derzeit auch während des Lockdowns Kinder in der sogenannten Notbetreuung, wie hier in der Kita Wurzelhaus in Stopfenheim. Weil Bewegung an der frischen Luft am besten ist, geht Steffi Gerhäuser mit ihrer Gruppe auch gerne raus und lässt die Kinder im Schnee spielen.

12.01.2021 © Foto: Kita Wurzelhaus


Martina Wein, die Leiterin der Kindertagesstätte "Wurzelhaus" in Stopfenheim, hat selbst zwei Kinder. Die sind allein Zuhause und lernen im Distanzunterricht lernen Deutsche, Mathe und Englisch. Die Erzieherin versucht derweil mit ihrem Team das Beste aus der Situation zu machen. Das heißt: Die 14 bis 20 Kinder, die täglich kommen, sollen möglichst nichts von der Pandemie mitbekommen.

Auf der anderen Seite muss Martina Wein aber auch dafür Sorge tragen, dass ihre Mitarbeiterinnen, für die sie die Fürsorgepflicht trägt, sich sicher fühlen können. "Glücklicherweise hatten wir noch keinen einzigen positiven Fall", sagt die Kita-Leiterin am Telefon. Aktuell lässt sie nicht einmal die Eltern in ihre Kindertagesstätte. Logisch, dass sie für Journalisten da keine Ausnahme macht.

"Die Kinder machen das toll"

Die Kinder werden morgens von den Eltern gebracht und an der Tür abgegeben. Was vor dem Lockdown noch undenkbar war, klappt erstaunlich gut. "Die Kinder machen das richtig toll", lobt Wein ihre Schützlinge, die zwischen einem und sieben Jahre alt sind.

In vielen Gesprächen wurde den Kleinen von den Erzieherinnen erklärt, wie wichtig Händewaschen ist, dass man in die Armbeuge niesen muss und Abstand halten soll. "Das funktioniert erstaunlich gut", hat sich die erfahrene Kindergartenleiterin anfangs gewundert. Aber weil das Verhalten von Anfang an täglich eingeübt wurde, sei es den Kindern nun in Fleisch und Blut übergegangen.

Ohne Kontrollen

Die Notbetreuung ist eigentlich nur für die Eltern gedacht, die nicht im Homeoffice arbeiten können und nicht wissen, wie sie ihre Kinder sonst betreuen lassen können. Die Notwendigkeit müssen die Eltern mit ihrer Unterschrift bestätigen und in einem Formular angeben, an welchem Wochentag sie von wann bis wann eine Notbetreuung brauchen. Ob die Angaben auch stimmen, wird aber nicht überprüft. Ministerpräsident Markus Söder wollte hier ganz bewusst eine unbürokratische Lösung, wie er mehrfach betont hat.

"Wir gehen davon aus, dass die Eltern keine andere Möglichkeit haben, deshalb ist auch unsere Einrichtung absolut systemrelevant", sagt Wein, die ihren Beruf liebt. Auf der anderen Seite schmerze sie es aber auch, dass sie ihre beiden Töchter ohne Aufsicht alleine zu Hause lassen müsse: "Das tut mir richtig in der Seele weh."

Weil Kindergartenkinder keinen Mundschutz tragen müssen und sich manchmal ein engerer Kontakt in dem Alter überhaupt nicht vermeiden lässt, schwinge hin und wieder schon auch ein ungutes Gefühl mit, wenn die Erzieherinnen ein Kind auf den Schoß nehmen, um es zu trösten. "Bei uns geht schon immer viel über Kontakt, das lässt sich auch während einer Pandemie nie ganz vermeiden" sagt Wein. Schließlich sei Erzieherin ein Beruf, den man aus Liebe zum Kind mache.

Kontakt zu den Kindern zu Hause

Für solche Fälle gibt es seit Kurzem auch FFP2-Masken, die die Stadt Ellingen, die der Träger der Stopfenheimer Kita ist, angeschafft hat. Und selbst um die Kinder, die momentan nicht in die Kita gehen, wird sich im Wurzelhaus gekümmert: Einmal pro Woche bekommen die Kinder, die zu Hause sind, Post mit kleinen Aufgaben und Informationen aus der Kita.

Wer Sehnsucht nach seiner Erzieherin hat, darf mit ihr telefonieren. Martina Wein und ihrem Team ist der Kontakt zu den Kindern während der Krise wichtig. Mit dem wöchentlichen Brief will das Wurzelhaus auch eine Botschaft senden: "Wir denken an Euch!"

MARKUS STEINER

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