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Sonntag, 27.09.2020

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Die Krone in Pappenheim hat einen neuen Besitzer

Albert Linke möchte das Gebäude sanieren und hofft auf eine Eröffnung als Hotel und Gasthaus im Frühjahr 2021. - 08.07.2020 15:47 Uhr

Freudige Gesichter: Albert Linke (links) geht mit dem Kauf der Pappenheimer Krone ein Herzensprojekt an, Pappenheims Bürgermeister Florian Gallus ist glücklich, dass das Gebäude an zentraler Stelle nun mit neuem Leben gefüllt wird.

© Foto: Hans-Joachim Rietscher


"Ich habe die Krone immer schon als sehr bestimmendes Gebäude in Pappenheim wahrgenommen und mich auch in sie verliebt", sagt der neuer Besitzer. "Der Kauf nun war sowohl eine Kopf- als auch eine Herzentscheidung." Die Herzentscheidung rührt vor allem daher, dass der große Kronensaal eine bedeutende Rolle bei den Niederländtern spielt, die ihre Treffen in Pappenheim abhalten und den Saal mitgestaltet haben. Den Niederländtern diesen Ort zu erhalten, ist für Linke – der selbst Niederlandt-Mitglied ist – eine Herzensangelegenheit. Auch der Flair des Gebäudes mit dem Garten und der Lage direkt an der Altmühl habe es ihm angetan.

"Aber natürlich muss ich auch den kaufmännischen Verstand walten lassen", weiß Linke. Er plant, das 1863 erbaute, dreigeschossige Gebäude zu sanieren und einen geeigneten Pächter für den Betrieb zu finden. Mindestens ein Hotel garni, also ein Übernachtungsbetrieb mit Frühstücksangebot, schwebt dem neuen Eigentümer vor. Eine Kapazität von 30 bis 35 Betten könnte die Krone nach der Sanierung bereitstellen. "Das ist wirtschaftlich darstellbar, und das würde dem Altmühltal guttun", ist Linke überzeugt.

Auch Pappenheims Bürgermeister Florian Gallus ist darüber erfreut. "Wir haben eine hohe Nachfrage nach Gastronomie und Hotellerie, gerade durch die Radtouristen", weiß er und ist sich sicher, die Sanierung der Krone wird für die Stadt "ein riesengroßer Gewinn und genau das, was wir brauchen". Daher möchte er das Projekt seitens der Stadt auch "eng begleiten" und Linke tatkräftig bei der anstehenden Sanierung unterstützen, etwa bei der Suche nach geeigneten Förderprogrammen. Erste Telefonate und Gespräche mit den zuständigen Stellen sind bereits angelaufen.

Keine Angst vor dem Denkmalschutz

Was in Sachen Sanierung und Erfüllung von Brandschutzauflagen auf ihn zukommt, hat der neue Besitzer der Krone schon im Vorfeld des Kaufs ausgelotet. Die Arbeit mit der historischen Bausubstanz macht ihm keine Angst, sagt Linke, der das Gut Lohrmannshof an der B 13 als Landwirtschaft betreibt und bereits die Ritterstube in der Pappenheimer Deisingerstraße gekauft und saniert hat. "Ich weiß, wie man mit alten Häusern umgeht. Ich sehe auch den Umgang mit dem Denkmalschutz nicht als Last, sondern als Freude."

Er möchte das Gebäude nicht "totsanieren", so seine Vorstellung, sondern den Charme und die Geschichte der Krone in die heutige Zeit retten. "Es ist ein altes Haus, das für die heutige Zeit ertüchtigt wird", erläutert er sein Konzept. Ihm schweben etwa auch Themenzimmer im Dachgeschoss vor, der Kronensaal mitsamt seiner Bühne soll auch unabhängig von Hotel und Gastronomie für Kulturveranstaltungen, Theater und Musik zur Verfügung stehen. Dank seiner Größe könne der Saal auch dann, wenn sich die Infektionsschutzmaßnahmen in Bezug auf Corona noch länger hinziehen, als Location für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten genutzt werden.

Ein Ort der Begegnung

Insgesamt möchte Albert Linke mit der Krone wieder einen "Ort der Begegnung" in Pappenheims Zentrum erschaffen. Mit der Brauerei Wurm als Vorbesitzer soll die Krone weiterhin in Verbindung stehen, betont Linke. Auch mit den anderen Gastronomen und Anbietern in Pappenheim möchte er eng zusammenarbeiten. Bürgermeister Florian Gallus hofft, dass das Ende der Leerstands und die Sanierung der Krone als Signal nach außen noch weitere Investoren nach Pappenheim zieht. "Es zeigt: Hier bewegt sich was", denkt Gallus.

Einen konkreten Pächter für den künftigen Betrieb gibt es allerdings noch nicht. "Das muss man erst mal auf sich zukommen lassen, wir sind ja erst am Anfang der Sanierung", erklärt der Investor recht entspannt. Wenn die Arbeiten angelaufen sind und eine Fertigstellung in greifbare Nähe rückt, wird er sich umschauen. Und dann wird sich auch klären, in welchem Umfang Hotel und Gastronomie ausgestaltet werden. Nur, dass er die Krone selbst betreibt, schließt Linke schon jetzt sicher aus. "Ich bin Landwirt und kein Gastwirt", lacht er. "Das Einzige, was ich in der Krone selbst mache, ist hoffentlich bald einen Eiskaffee trinken."

 

MIRIAM ZÖLLICH

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