Im Jahr 2022

Die Post schließt ihre Filiale in Weißenburg

Markus Steiner
Markus Steiner

Weißenburger Tagblatt

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1.12.2021, 16:29 Uhr
Das Ende ist besiegelt: Nachdem das Gebäude selbst bereits vor ein paar Jahren verkauft worden ist, ziehen sich Postbank und Post nun endgültig aus der Westlichen Ringstraße 2 in Weißenburg zurück. Irgendwann im nächsten Jahr wird zugesperrt. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Das Ende ist besiegelt: Nachdem das Gebäude selbst bereits vor ein paar Jahren verkauft worden ist, ziehen sich Postbank und Post nun endgültig aus der Westlichen Ringstraße 2 in Weißenburg zurück. Irgendwann im nächsten Jahr wird zugesperrt. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. © Markus Steiner, WT

Der Hauptgrund für die Entscheidung der Postbank sei, dass sich zum einen der Markt und zum anderen das Verhalten der Kunden in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung verändert hätten, erklärte Hartmut Schlegel, der bei der Postbank in Bonn für die externe Kommunikation zuständig ist. Die Entwicklung hat auch die Sparkasse und die Raiffeisenbank im Landkreis in der Vergangenheit gezwungen haben, einige ihrer Standorte zu schließen.

Auch die Postbank überprüfe kontinuierlich das Filialnetz „hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit und Optimierungsmöglichkeiten“, hieß es von der Pressestelle. Mit Blick auf diese Kriterien habe sich die Postbank entschieden, die Filiale in Weißenburg im Lauf des nächsten Jahres zu schließen. Einen konkreten Schließungstermin gebe es aktuell aber noch nicht, wurde versichert.

Der Postbank-Sprecher betont: „Wir schließen eine Filiale nur dann, wenn sie sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben lässt.“ Entscheidend sei vor allem die Art der nachgefragten Leistungen, nicht die Kundenfrequenz selbst. Denn um den Kunden und Kundinnen ein großes Filialnetz mit einem umfassenden Service bieten zu können, müsse das Verhältnis zwischen reinen Serviceleistungen (wie zum Beispiel Postdienstleistungen, Bargeldauszahlung) und dem so genannten „wertschaffenden Neugeschäft“ (Abschlüsse und Nutzung von Bankprodukten) stimmen. „Filialen, die dieses Potenzial nicht haben, schließen wir deshalb“, erklärt Schlegel. Nur durch eine stetige Anpassung des Filialnetzes könne die Postbank langfristig ihre Rentabilität sicherstellen.

Kooperationspartner gesucht

Schlegel verspricht: „Das Angebot an Post- und Paketdienstleistungen bleibt in Weißenburg aber auch in Zukunft bestehen und wird durch unseren Kooperationspartner Deutsche Post sichergestellt sein.“ Allerdings wird das dann wohl nicht mehr in der Westlichen Ringstraße 2 passieren.

Denn die Post sucht derzeit noch einen Partner, der in der näheren Umgebung der jetzigen Niederlassung eine entsprechende Partnerfiliale betreiben will. Das ist dann ein beliebiges Geschäft, das zusätzlich eben Postdienstleistungen anbieten wird. Das Prinzip hat die Post vor etlichen Jahren in kleinen Gemeinden eingeführt und Stück für Stück auf immer größere Kommunen übertragen. Um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen, würden Post und Postbank erst schließen, wenn ein Partner gefunden wurde, versicherte das Unternehmen auf Anfrage.

Ähnlich wie jetzt in Weißenburg war die Situation im Sommer in Gunzenhausen. Die Postbank hat dort angekündigt, sich zurückzuziehen, und die Post selbst vor vollendet Tatsachen gestellt. Die offizielle Stellungnahme der Postbank war damals fast wortgleich zu jener nun in Weißenburg. Die angekündigte Schließung führte in Gunzenhausen zu einem Sturm der Entrüstung und zu einer Unterschriftenaktion. Am Ende kam heraus, dass die Post ihre Dienstleistungen bei einem Partner in der Nähe anbieten wird. Das gleiche Spiel gab es im September auch in Roth. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Weißenburg an der Reihe sein würde.

Die Postbank-Kunden werden dem Sprecher zufolge rechtzeitig über den Schließungstermin informiert: per Aushang an der Filiale, per Handzettel und mit persönlichen Anschreiben. Darin erfahren die Kunden auch, wo sie die nächstgelegene Postbankfiliale oder eine neue Partnerfiliale finden bzw. kostenfrei Bargeld abheben können.

Die Postbank verweist auf die Seiten www.postbank.de/filialen und www.postbank.de/geldautomaten im Internet. Dort kann man sich auf der Karte zeigen lassen, wo man Geldautomaten findet oder ein persönliches Beratungsgespräch führen kann. Für Letzteres werden die Kunden wohl künftig nach Treuchtlingen müssen. In der Nürnberger Straße dort wird weiterhin der „Rundum-Service“ angeboten, heißt es von der Pressestelle.

Neben den eigenen Geldautomaten der Postbank finden Kunden auf den Übersichtskarten im Internet auch die Geräte der Cash-Group-Partner (zum Beispiel Hypovereinsbank) sowie Shell-Tankstellen und Supermärkte, die das sogenannte Cashback-Verfahren anbieten, bei dem man sich beim bargeldlosen Bezahlen kostenfrei bis zu 200 Euro auszahlen lassen kann. Unter anderem ist das beim Discounter Lidl oder auch bei der Drogeriemarktkette Müller möglich.

Dem Postbank-Presessprecher zufolge werden die Beschäftigten der Weißenburger Postbank-Filiale übrigens nicht entlassen. Die durch die Schließung der Filiale entfallenden Stellen sollen sozialverträglich im Rahmen bestehender betrieblicher Vereinbarungen abgebaut werden.

Sowohl Weißenburgs Oberbürgermeister Jürgen Schröppel (SPD) als auch Bundestagsabgeordneter Artur Auernhammer (CSU) haben sich zwischenzeitlich an die Post gewandt und gegen die Auflösung der Weißenburger Post-Niederlassung protestiert. Diese werde nicht nur von Privatkunden, sondern auch von Geschäftsleuten intensiv genutzt, argumentieren sie.