Dachdeck-Arbeiten sind abgeschlossen

Die Sanierung der Zentralschule steuert auf ihr Ende zu

Robert Renner

Weißenburger Tagblatt

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24.5.2022, 11:52 Uhr
Glückliche Handwerker: In Reih und Glied aufgereiht stehen die Mitarbeiter der  Zimmerei Kern am Dach der Weißenburger Zentralschule, dass sie in den  vergangenen acht Monaten überarbeitet und neu eingedeckt haben. Die zehn Jahre  dauernde Generalsanierung des Baudenkmals sieht nun ihrem Ende entgegen.

© Zimmerei Karl Kern, NN Glückliche Handwerker: In Reih und Glied aufgereiht stehen die Mitarbeiter der Zimmerei Kern am Dach der Weißenburger Zentralschule, dass sie in den vergangenen acht Monaten überarbeitet und neu eingedeckt haben. Die zehn Jahre dauernde Generalsanierung des Baudenkmals sieht nun ihrem Ende entgegen.

Und die galt es mit Biberschwanz-Doppeldeckung zu versehen. „Um die 100 000 Dachziegel“, sagt Firmenchef Tim Hoyer, mussten er und seine Mannen nach oben aufs Dach transportieren und dort fachgerecht verarbeiten.

Vom vergangenen September an war die Zimmerei am Werk. Lediglich im Januar wurde witterungsbedingt ein paar Tage pausiert. Zunächst mussten natürlich die alten Ziegel entfernt werden. Der Dachstuhl war an einigen Stellen auszubessern. Ferner galt es, eine Dachschalung einzubauen und die oberste Geschossdecke mit einer zusätzlichen Dämmung zu versehen, um die Energiebilanz des 115 Jahre alten Baudenkmals zu verbessern.


Die Generalsanierung der Zentralschule geht weiter


Es war die schiere Größe des Daches, die dafür sorgte, dass sich die Arbeiten über einen so langen Zeitraum erstreckten, sagt Hoyer. Außerdem habe das Dach viel Grate und Kehlen sowie zwei Türme, an denen zusätzliche Arbeiten nötig waren. An den beiden Türmen wurde das Eichenholzgebälk erneuert, berichtet Hoyer. Hernach wurden sie mit Kupferblech neu verkleidet. Die Spenglerarbeiten erledigte die Firma Jürgen Ellinger aus Höttingen. Für die parallelen Putz- und Baumeisterarbeiten war das Treuchtlinger Bauunternehmen Simon Hüttinger zuständig.

Die Zentralschule, die 1907/1908 errichtet wurde, wird seit 2012 generalsaniert. Dafür wurden bisher über drei Millionen Euro ausgegeben. Alles begann mit einem Brandschutzkonzept. Am sichtbarsten wird der Aufwand an dem zusätzlichen Treppenturm, der an das Gebäude angesetzt werden musste.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Gesamtsanierung war die Ausrüstung des markanten historischen Gebäudes mit einem leistungsfähigen EDV-Netzwerk. Außerdem wurden alle Sanitärräume, die noch aus dem Anfang der 1980er-Jahre stammten, erneuert – inklusive aller Zu- und Ableitungen.

Es entstanden aber nicht nur neue Schülertoiletten, sondern auch auf jeder Etage Lehrer- und Behinderten- WCs. Die Raumstruktur wurde optimiert, sodass zusätzliche Putzkammern und Kopierräume geschaffen werden konnten. Im Turnhallenbereich wurden zusätzlich Umkleiden für das Lehrpersonal eingerichtet. Alles ist nun mit modernster Technik ausgestattet. Alle Sanitärräume, auch die Umkleiden der Turnhalle, haben beispielsweise eine energieeffiziente Lüftungsanlage erhalten.

Um den Energieverbrauch im Schulgebäude zu senken wurden bereits 2014 in den Klassenräumen LED-Leuchten eingebaut. 2018 folgte der Austausch der Heizkessel. Die Toilettenräume sind außerdem mit wassersparenden Wasserhähnen und Bewegungsmeldern ausgestattet, die das Licht nur bei Bedarf einschalten.

Die Sanierung des markanten Schulhauses zog sich so lange hin, weil die Arbeiten parallel zum laufenden Schulbetrieb erledigt werden mussten. Das machte die Instandsetzung zu einer mühsamen Geschichte. Man konnte ja nicht für ein oder zwei Jahre einfach mal so den Unterricht für die Weißenburger Grundschüler aussetzen. Lediglich als wegen der Corona-Pandemie die Schüler zeitweise daheim bleiben mussten, konnten etliche Arbeiten ohne Schulbetrieb und damit natürlich schneller erledigt werden.


Die Mittelschule in Weißenburg wird offiziell eingeweiht


Und natürlich bergen so alte Gebäude auch immer ihre Überraschungen, was sich bei dem Großprojekt mehr als einmal bestätigt hat. Nicht immer waren die alten Pläne mit der gebauten Realität in Einklang zu bringen. Vielfach gelobt wurde während der gesamten Maßnahme das Architekturbüro Hochreiter und Lechner, das das Projekt betreute und nicht zuletzt durch eine geschickte Planung vermied, dass ein zweiter Treppenturm als zusätzlicher Fluchtweg außen an das Baudenkmal angesetzt werden musste.

Nun muss die Firma Söll aus Neusäß (Landkreis Augsburg) anrücken, um ihr umfangreiches Gerüst wieder zu demontieren. Wenn auch dies getan und die Restarbeiten erledigt sind, dann ist die Zentralschule baulich wieder auf einem zeitgemäßen Stand.

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