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Eigene Akzente in Nennslingen setzen

Es gibt zwar nur einen Bürgermeisterkandidaten, aber spannend wird die Wahl dennoch - 18.02.2020 06:13 Uhr

Der nächste Bürgermeister von Nennslingen steht ziemlich sicher fest, nun bleibt abzuwarten, wer in den Gemeinderat einzieht. © Foto: www.limes-luftbild.de


Zeitgleich mit Günter Obermeyer, der 2002 zum Nennslinger Bürgermeister gewählt wurde, fing Dreschers kommunalpolitische Karriere an, nun will der Sparkassenbetriebswirt den Chefsessel übernehmen und seinem Wegbegleiter im Amt folgen. Dass Drescher an die Spitze der Kommune gewählt wird, daran besteht keinerlei Zweifel – er ist der einzige Bewerber um den Posten

des hauptamtlichen Rathauschefs. Weder im Hauptort Nennslingen mit der Wählergemeinschaft A noch aus Wengen, Biburg oder Gersdorf (Vereinigte Wählergemeinschaft) fand sich ein zweiter Bewerber. So steht für den 46-Jährigen ein Durchmarsch an, bei dem es eigentlich nur auf die Höhe der Zustimmung der insgesamt 1160 Wahlberechtigten ankommt.

"Das war eine Entscheidung, die über Monate gereift ist", sagt Drescher zu seiner Kandidatur. Mehrmals hatte der noch bis Ende April amtierende Bürgermeister Günter Obermeyer angedeutet, dass er nach drei Amtsperioden und über vier Jahrzehnten im öffentlichen Dienst aufhören möchte. Als Obermeyer das im Gemeinderat kundtat, warf der in der Steinmühle wohnende Drescher seinen Hut in den Ring. "Gegen Günter zu kandidieren, hätte ich nie gemacht", stellt er deutlich heraus.

Bernd Drescher sitzt bereits seit 2002 im Gemeinderat. © Foto: Privat


In der Heimatgemeinde mitgestalten können – das war einer der ausschlaggebenden Aspekte für seine Bewerbung, bekundet Drescher. "Im Marktgemeinderat wurde immer sachlich gearbeitet – auch wenn man nicht immer einer Meinung war." Zudem gebe es innerhalb der Gemeinde keine Parteipolitik – für ihn ebenfalls ein gewichtiger Punkt.

Schwerpunkte will er auf die Innenentwicklung der vier Orte legen, sprich vorhandene Leerstände sollen möglichst neu genutzt werden, um die Ortskerne lebendig zu halten. Auch Gewerbe will er nicht zwingend an die Ortsränder verbannen. "Da sind vielleicht unkonventionelle Konzepte nötig." Die aktuell ausgewiesenen und erschlossenen Bauflächen hält er für ausreichend, damit junge Bürger auch in der Gemeinde bleiben können. "Ich will nicht alles ändern, schließlich habe ich ja 18 Jahre schon mitgestaltet." Doch eigene Akzente setzen möchte er schon – etwa im Umwelt- und Naturschutz ("da kann auch eine Kommune ihren Beitrag leisten und Vorbild sein") und vor allem in einer neuen und besseren Zusammenarbeit der vier Jura-Bürgermeister und damit der Gemeinden Bergen, Burgsalach, Raitenbuch und Nennslingen.

Neues "Triumvirat"

Die Chancen dazu stehen gut, denn mit dem amtierenden Bürgermeister Walter Gloßner (Bergen), Volker Satzinger (Burgsalach), Joachim Wegerer (Raitenbuch) und Bernd
Drescher wird es ein komplett neues "Triumvirat" in der Verwaltungsgemeinschaft geben. Dreschers Ziel: "Der Jura muss wieder mit einer Stimme sprechen" – um auch im Landkreis wieder besser wahrgenommen zu werden.

In Nennslingen wird es nicht nur einen Wechsel im Bürgermeisteramt geben, sondern auch in der Riege der Gemeinderäte – fünf von zwölf Mitgliedern werden sicher neu sein. Bernd Drescher wird Bürgermeister, daneben beenden die langjährige Gemeinderätin und 2. Bürgermeisterin Helga Link sowie die Gemeinderäte Dieter Erdmannsdörfer, Stefan Rottler und Martin Lindner ihr kommunalpolitisches Engagement.

Erneut kandidieren werden mit Sonja Gloßner, Andre Koch, Fritz Gloßner, Daniel Schuster, Mario Grimm (alle Nennslingen), Alfred Naß (Biburg) und Thomas Dengler (Gersdorf) sieben Gemeinderäte. Ob die amtierenden Räte wieder ins Gremium gewählt werden oder jemand von den neuen Kandidaten das Rennen um die Wählergunst macht, entscheidet sich in gut vier Wochen.

Auf der Nennslinger Liste stehen zwölf Bewerber, wobei es durchaus bemerkenswert ist, dass bei der Nominierung mit Anke Oberhuber und Sonja Gloßner zwei Frauen auf die beiden vordersten Listenplätze gewählt wurden. Wie in Nennslingen gibt es auch bei der Vereinigten Wählergemeinschaft der drei kleineren Ortsteile sieben Kandidaten, die noch nicht im Gemeinderat vertreten sind oder waren. Allerdings fanden sich bei der Nominierung nur neun (statt der zwölf möglichen) Frauen und Männer für die Liste. Bislang stellte jeder der drei Ortsteile mindestens einen Marktgemeinderat.

Bernd Drescher möchte – wie bisher – eine Frau als eine Stellvertreterin und einen Gemeinderat aus einem Ortsteil als Stellvertreter. Gewählt werden müssen die beiden Bürgermeister-Vertreter allerdings vom neuen Gemeinderat. Drescher: "Ich werde das so vorschlagen."

 

RAINER HEUBECK

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