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Einbruchserie in Pappenheim: Prozess zieht sich in die Länge

Täter wurde auf frischer Tat ertappt - und verletzte Pfarrer mit Pfefferspray - 11.03.2021 12:57 Uhr

Ist der Angeklagte der Einbrecher, der den Pfarrer von Pappenheim in Angst und Schrecken versetzt hat?

08.03.2021 © Patrick Seeger, dpa


Ziehen der Angeklagte und seine Verteidiger die Notbremse? Am 3. Januar 2020 drang ein Einbrecher über ein Fenster in das katholische Pfarrhaus in Pappenheim ein, zwei Tage später landete ein Mann (47) aus Weißenburg in U-Haft.

DNA-Spuren, die mit großer Wahrscheinlichkeit auf ihn deuten, wurden am Tatort gefunden. Seit Anfang März läuft die Hauptverhandlung gegen ihn - und vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth zeigt sich seine Prozesstaktik zur Verteidigung variantenreich.

Über seine Rechtsanwälte Jürgen Lubojanski und Michael Zahareas ließ er zum Prozessauftakt erklären, dass sein genetischer Fingerabdruck möglicherweise von den wahren Tätern quasi an den Tatort weitergetragen wurde. Er spekulierte dabei über seine Geschäfte mit gebrauchten Autos. Der 47-Jährige hatte früher billig Autos aufgekauft, diese etwas aufpoliert und teurer weiterverkauft - dabei habe er Handschuhe verwendet. Weil diese Handschuhe mutmaßlich in den Autos liegen geblieben seien, könnten sie von den wahren Tätern verwendet worden sein, und so könnte seine DNA an die späteren Tatorte gelangt sein.

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Nach diesen konjunktivistischen Verrenkungen steht mittlerweile im Raum, dass der Angeklagte Betäubungsmittel konsumiert. Im Rahmen der Beweisaufnahme wurde nun ein Mediziner beauftragt, um den Angeklagten zu begutachten. Das bedeutet, dass sich der Prozess über weitere Verhandlungstage erstrecken und in die Länge ziehen wird. Verhandlungstermine im Mai wurden bereits vereinbart.

Der angeklagte Weißenburger soll außerdem zwischen dem 20. Dezember 2019 und dem 7. Januar 2020 in ein Wohnhaus in Wassertrüdingen eingedrungen sein, am 8. Januar folgte ein Wohnhaus in Zirndorf, am 11. und am 19. Januar jeweils ein Einbruch in Weißenburg. Gestohlen wurde Schmuck und Bargeld im Wert von 5600 Euro. Und da der Einbrecher die Fenster und Türen aufhebelte, wurde zudem ein Schaden von 4400 Euro angerichtet.

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