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Endlich wieder Popcorn im Weißenburger Kino

Seit letztem Sonntag zeigt man wieder Filme. Doch die Pandemie hat zahlreiche Probleme geschaffen. - 11.07.2020 15:52 Uhr

Kino-Besitzer Thomas Pahlig freut sich, dass er sein Lichtspielhaus nach der langen Corona-Pause endlich wieder aufsperren durfte und hofft, dass möglichst viele Besucher den Weg zu ihm finden.

© Foto: Lidia Piechulek


"Und es ist vor allem ein sicherer Ort", findet Thomas Pahlig. Der Betreiber des Weißenburger Kino Centers war selbst gespannt auf die Premiere nach drei Monaten Zwangspause. Am Ende war der Kinosaal Regina mühelos ausverkauft. "Ausverkauft", erklärt Pahlig "das heißt derzeit 20 Prozent Auslastung in allen Sälen." Normalerweise finden 122 Personen dort Platz, doch dürfen es momentan nur 30 sein. In den Sälen Camera und Mini dürfen aktuell 18 und neun Personen Filme sehen.

Am vergangenen Sonntagnachmittag verlief die erste Vorstellung reibungslos: Zwölf Tickets wurden im Vorfeld online verkauft, an der Kinokasse wurde Pahlig dann die letzten Karten los. Vor allem die Stammkunden ergatterten die wenigen Tickets, einige Besucher musste der Betreiber aus Platzmangel heimschicken.

Gezeigt wurde "Über Grenzen", Protagonistin Margot Flügel-Anhalt erzählte im Anschluss selbst von ihrer abenteuerlichen Reise bis in den Iran (wir berichteten). Wegen der guten Resonanz wird es nun eine weitere Vorstellung der Reisedokumentation am Sonntag um 16 Uhr geben.

Derzeit lohnt sich für das Kino nur die Öffnung an einem einzigen Wochentag. So werden die Betriebskosten möglichst gering gehalten. Minijobber könne man derzeit nicht beschäftigen, so der Betreiber.

Schon während des Lockdowns hatte er Zuschüsse bekommen, nun wolle er erneut Hilfsgelder beantragen, damit die Betriebskosten gedeckt sind.

Ein Nullsummenspiel

Langfristig hofft Pahlig, dass die Hygienemaßnahmen in den Kinos gelockert werden. Denn erst ab einer Auslastung von 50 Prozent werfe der Betrieb Gewinn ab. Den Abstand auf einen bis 1,2 Metern zwischen den Kinositzen zu minimieren, "würde enorm weiterhelfen", erklärt er. Dann könne man zwischen den Besuchern nur einen Platz frei lassen und müsse außerdem nicht jede zweite Sitzreihe blockieren.

In den Schulferien plant er – etwa an Samstagen – noch mehr Vorstellungen anzubieten. Und hofft derweil auf baldigen Filmnachschub aus den USA. Denn die deutsche Kinolandschaft sei enorm auf amerikanische Produktionen angewiesen, weil diese bei dem Publikum am besten ankämen. Doch die Filmstudios dort warten derzeit auch noch vergeblich auf die Öffnung der heimischen Kinosäle, um insgesamt mehr Geld einspielen zu können, erklärt er.

"In einen geschlossenen Raum zu gehen, voller fremder Leute und mit Maske – das verunsichert derzeit außerdem einen Teil unserer Kundschaft", glaubt Thomas Pahlig. Dabei sei es, sobald man auf dem eigenen Platz sitzt, ganz normal und wie vor Corona: Dann könne man die Maske abnehmen.

Er hofft nun, dass Menschen, die bereits in sein Kino zurückgekehrt sind, ihre positiven Erfahrungen nach außen tragen. Und er sehnt sich nach der versprochenen Premiere des neuen James-Bond-Films im November – denn der wäre "ein echter Kassenschlager".

Info: Am Sonntag, 12. Juli, zeigt das Weißenburger Kino "Paw Patrol" um 14 Uhr und 14.30 Uhr, "Über Grenzen" um 16 Uhr und "Die Känguru-Chroniken" um 17 Uhr.

LIDIA PIECHULEK

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