Montag, 09.12.2019

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Erste VfL-Niederlage nach Drama und Verlängerung

Ausgleich, Buzzer Beater, Overtime: Die Treuchtlinger verloren gegen TTL Bamberg mit 78:84. - 14.10.2019 07:08 Uhr

„Gut gekämpft“: Die VfL-Baskets (Zweiter von links Stefan Schmoll, rechts Fast-Matchwinner Jonathan Schwarz) warfen gegen Bamberg alles rein, sahen schon wie der Sieger aus, mussten sich dann aber unglücklich in der Verlängerung geschlagen geben. © Foto: Bastian Mühling


Der zweite Freiwurf springt vom Korb zurück ins Feld. Der VfL holt sich den Rebound. Die Uhr läuft runter. Jonathan Schwarz setzt nochmal zum Wurf an. Beeeeeeep. Der Ball senkt sich in den Korb. Buzzer Beater. Zu Deutsch: Sirenenbezwinger. Florian Beierlein schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Ekstase in der ganzen Halle. In der Schlusssekunde, nein in der Schlusshundertsel, gewinnt der VfL Treuchtlingen. Dachten zumindest alle.

Die Schiedsrichter entscheiden: Der Punkt zählt nicht. Verlängerung. In dieser noch jungen Regionalliga-Saison brauchte es eine Overtime, eine Verlängerung also, um dem VfL Treuchtlingen die erste Niederlage beizubringen. In einem dramatischen Schlussviertel (siehe oben) schaffte der VfL in letzter Sekunde den Ausgleich, verlor aber die Verlängerung und damit das Spiel mit 78:84 gegen TTL Bamberg. Es war ein Spiel ohne Fluss und damit nicht das Spiel des VfL Treuchtlingen.

"Wir haben gut gekämpft, aber spielerisch ist nichts zusammen gegangen", sagte Trainer Stephan Harlander. Der VfL konnte sein Spiel nicht aufziehen. Und das hatte mehrere Gründe: Freiwurfquote, Ballverluste, Dreierquote und die Schiedsrichter. Eigentlich möchte Harlander nicht über die Leistung der Unparteiischen sprechen. Nur so viel: "Weder uns noch Bamberg gelang es, sich auf die Linie der Schiedsrichter einzustellen."

Topscorer Geiselsöder

Die Treuchtlinger kamen schleppend ins Spiel. Doch in der Mitte des ersten Viertels nahm Bambergs Trainer Rainer Wolfschmitt genervt eine Auszeit. Und wenn der gegnerische Trainer eine Auszeit nimmt, dann stellt sich die Heimelf in der Regel nicht ganz schlecht an. VfL-Topscorer Simon Geiselsöder (21 Punkte) und Claudio Huhn brachten den VfL mit drei Dreipunktewürfen zurück ins Spiel. Bis zur Pause gab Treuchtlingen die Führung nicht mehr her (39:34). Zu diesen drei Dreiern sollte nur noch einer dazu kommen.

Neben dieser schlechten Dreierquote war vor allem die mangelhafte Ausbeute an der Freiwurflinie entscheidend für die Niederlage. 41 Versuche, 24 Treffer. "Wir haben die Nerven nicht behalten", meinte auch Stephan Harlander.

Im dritten Viertel knickte Stefan Schmoll um. Ein kollektives "Oh" ging durch die Turnhalle der Senefelder Schule. Schmoll spielte humpelnd weiter. Ohne einen fitten Schmoll und mit Luca Wörrlein, der die ganze Woche krank war, fehlte dem VfL die Durchschlagskraft im Innenraum. "Wenn wir unser Spiel nicht spielen, dann setzt sich am Ende doch die Routine, die man sich in höheren Ligen erarbeitet, durch", analysierte Stephan Harlander.

Wie nahe Glück und Pech beieinander liegen, zeigte die bereits erwähnte Szene kurz vor Schluss. "Ich bin der Meinung, dass der Wurf vor der Sirene war", sagte Harlander. Entscheidend ist in so einem Fall, dass die orange Kugel die Hand des Spielers vor der Schlusssirene verlässt. Der Korb selbst kann mit oder nach der Sirene erzielt werden. Als der vermeintliche Sirenen-Bezwinger Jonathan Schwarz begriff, dass er doch nicht der Matchwinner ist, formte er mit den Händen ein Rechteck – ein Zeichen, das man aus der Fußball-Bundesliga kennt. Es meint den Videobeweis VAR. Vermutlich hätte es diesen Beweis gebraucht, um zu entscheiden, ob der Wurf wirklich die Sirene, also den Buzzer, besiegt (beat) hat.

In der Verlängerung verpasste es der VfL auf 73:69 zu stellen und bekam danach fünf Punkte eingeschenkt. Bamberg zog davon und ließ sich den Auswärtssieg nicht mehr nehmen. "Am Ende ist es eine Enttäuschung, weil wir wissen, dass wir gegen solche Mannschaften gewinnen können", meinte Stephan Harlander. Trotz der ersten Niederlage nach vier Siegen in Serie bleibt der VfL punktgleich mit Leitershofen und Regnitztal auf Platz eins. Leitershofen hat allerdings ein Spiel weniger. Harlander hofft, dass sich Stefan Schmoll und Florian Beierlein nicht schlimmer verletzt haben. Am Sonntag geht es nach Breitengüßbach.

VfL Treuchtlingen: Simon Geiselsöder (21 Punkte, 7 Rebounds), Stefan Schmoll (18 Punkte, 15 Rebounds, 3 Assists), Claudio Huhn (12 Punkte, 6 Rebounds, 5 Assists), Luca Wörrlein (11 Punkte, 11 Rebounds), Jonathan Schwarz (8 Punkte, 6 Rebounds), Florian Beierlein (8 Punkte, 4 Rebounds, 2 Assists), Kevin Vogt, Arne Stecher, Moritz Schwarz, Tobias Hornn, Moritz Eckert.

TTL Bamberg: Kevin Eichelsdörfer (23 Punkte), Daniel Krause (20), Steffen Walde (13), Robert Ferguson (10), Daniel Eisenhardt (10), Andy Rico (4), Michael Lachmann (4 Punkte, 12 Rebounds), Simon Ulshöfer, Michael Dorn, Christoph Bauer.

Die einzelnen Viertel: 27:18, 39:34, 56:54, 69:69; Fünf-Minuten-Takt: 8:11, 27:18, 32:28, 39:34 (Halbzeit), 48:47, 56:54, 60:64, 69:69, 78:84 (Overtime); Schiedsrichter: Oliver Murmann, Christian Zang; Zuschauer: 500 in der Turnhalle der Senefelder Schule.

BASTIAN MÜHLING

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