Fernwasser soll den Ferienpark am Brombachsee versorgen

20.3.2021, 08:13 Uhr
Zu einer Center-Parcs-Anlage gehört auch ein Ganzjahresspaßbad. Kritiker haben von Anfang an auf den hohen Wasserverbrauch hingewiesen, den ein solcher Ferienpark zweifellos hat und auf die Wasserknappheit in der Region verwiesen.

Zu einer Center-Parcs-Anlage gehört auch ein Ganzjahresspaßbad. Kritiker haben von Anfang an auf den hohen Wasserverbrauch hingewiesen, den ein solcher Ferienpark zweifellos hat und auf die Wasserknappheit in der Region verwiesen. © Jan Stephan

Center Parcs hat von Anfang signalisiert, dass dem Unternehmen die Problematik bewusst sei, und hat früh die Idee eines Fernwasseranschlusses aufgebracht. Die hat sich nun bei der Präsentation der Untersuchungen und Gutachten im Rahmen des Masterplans bestätigt.

Diplom-Ingenieur Volker Schaardt vom Büro Resch und Partner in Weißenburg sprach sich klar dafür aus, den Park wassertechnisch an die Reckenberg-Gruppe anzuschließen. Diese könnte die erforderlichen Wassermengen über die Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum beziehen, erläuterte Roland Rösler, der stellvertretende Chef des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach.

Anschlusspunkt ist der Hochbehälter bei Geiselsberg (Gemeinde Haundorf), neben dem ein weiterer errichtet werden müsste. Eine Wassergewinnung vor Ort ist aus Röslers Sicht tatsächlich nicht machbar.


Center Parcs zeigt sein Dorf am Brombachsee


Da das Leitungsnetz im Bereich der Muna Langlau der Pfofelder Gruppe gehöre, müsste man noch regeln, wie die Einleitung dort ablaufen würde, führte Schaardt aus. Doch der Ingenieur klang mehr als zuversichtlich, dass das Wasserproblem eigentlich keines sei.

Im Schnitt werde der Wasserbrauch bei etwa 8,5 Litern pro Sekunde liegen – in der Spitze bis zu 17 Liter pro Sekunde. Das zeigten die Daten der Center Parcs-Anlage in Leutkirch, erläuterte Schaardt. Mit 850 Ferienhäusern ist die Anlage dort etwa sechs Prozent größer als die Planung im Fränkischen Seenland (800 Häuser) vorsieht.


Center-Parcs-Lobeshymnen aus Leutkirch


In Sachen Abwasser ist aus Sicht Schaardts ein Anschluss über das Regenrückhaltebecken Langlau recht problemlos möglich. Dort wäre zwar ein Ausbau erforderlich, um die Wassermengen bewerkstelligen zu können, doch das wäre gut machbar, weil man die bestehende Infrastruktur nutzen könnte.

Das Abwasser würde über die Ringkanalisation auf die Nordseite des Brombachsees und dann weiter zur Zentralkläranlage des Zweckverbands Brombachsee bei Pleinfeld gepumpt.

Kaum Aufrüstung erforderlich

Nach Stand der Dinge müsste lediglich das Pumpwerk Neuherberg aufgerüstet werden, um die Mengen bewältigen zu können. Schaardt: "Die anderen Pumpen sollten alle genug Leistung bringen."

Die Kläranlage selbst ist derzeit mit rund 19 000 von 30 000 möglichen Einwohnerwerten ausgelastet. Es gibt also genug freie Kapazitäten für die 4500 Einwohnerwerte, die Center Parcs bräuchte. Allerdings sollen diese Reserven der weiteren Entwicklung der Gemeinden am Brombachsee dienen und stehen deshalb nicht dauerhaft zur Verfügung. Man könnte jedoch mit einer paar Modifikationen die Pleinfelder Kläranlage ausbauen, so der Ingenieur. Die Kosten müsste dann Center Parcs tragen.

Niederschlag soll versickern

Das Niederschlagswasser soll erst gar nicht in die Kanalisation gelangen, sondern direkt auf dem Gelände versickern, führte Volker Schaardt aus. Das sei auch im Sinne der Nachhaltigkeit, der Vegetation und des Grundwassers.

Das Wasserwirtschaftsamt fordert noch eine Schmutzfrachtbetrachtung für die gesamte Ringkanalisation. Damit soll ausgeschlossen werden, dass das zusätzliches Abwasser zu einer Verschmutzung des Brombachsees führt.

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