Samstag, 14.12.2019

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Fiegenstaller Biber ist zurück im Felchbach

Vorübergehend in Gartenteich niedergelassen - 27.03.2017 12:00 Uhr

Wo ist die Kamera? Der Biber, der Zuflucht in einem Gartenteich in Fiegenstall gesucht hatte, erwies sich als telegen und blickte gelassen in die kleine Kamera, die ihm vom Kameramann des Bayerischen Fernsehens vor die Nase gehalten wurde. © Robert Renner


Bei dem Biber handelt es sich wohl um ein zwei- bis dreijähriges Jungtier, das vermutlich aus seinem Familienverband gedrängt wurde, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Dies ist bei Bibern so üblich, berichtete Gastner. Auf der Suche nach einem geeigneten Siedlungsplatz hatte sich das Tier in der Nacht zum Freitag den Gartenteich von Familie Schmidtpeter in Fiegenstall als Zwischenstation auserkoren.

Die Hoffnung des Biber-Beraters war, dass der haarige Zeitgenosse mit dem glatten Schwanz von selbst wei­terzieht. Doch offensichtlich hatte der Trubel um den Gartenteich ihn etwas geschafft und er wollte sich erst einmal ausruhen. Unter einer Holzterrasse, die über den Gartenteich ragt, hatte er sich einen Unterschlupf gesucht.

Als sich der Biber am Samstagvormittag immer noch dort aufhielt, entschied sich Gastner dazu, ihn zu fangen und zum nahen Felchbach, in dem schon einige Biber leben, zu bringen. Dazu musste Udo Schmidtpeter aber erst einmal ein paar Holzbretter seiner Terrasse abschrauben, damit der Bi­ber-Kenner und seine Helfer überhaupt an das Tier herankamen.
Anfangs wollte das Tier aus dem Unterschlupf nicht heraus. Es sei aber „ganz ruhig, beinahe schon starr“ gewesen. Dann gelang es, den Biber in eine Kunststofftonne zu bugsieren.

In dieser wurde das Tier dann zum Felchbach gebracht. „Da Biber eher nacht­aktiv sind und sich tagsüber in ihren Burgen oder Höhlen verkriechen, wollte er aus der Tonne auch nicht gleich wieder raus“, schilderte Gastner im Nachhinein. Er habe ihn dann etwas angestupst, woraufhin der Biber sich zum Bach aufmachte. Dann blieb er erst einmal kurz sitzen, ging schließlich ins Wasser und tauchte unter. „Dann war er wieder in seinem Element“, freute sich Gastner im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dem Filmteam durfte unter anderem Teichbesitzer Udo Schmidtpeter seine Biber-Geschichte für die Abendschau am Mittwoch erzählen. © Robert Renner


Biber sind eigentlich perfekt ans Leben im Wasser angepasst und suchen sich ihre Reviere normalerweise bei Streifzügen entlang von Gewässern. Manchmal aber, wenn sie nicht gleich fündig werden, ziehen sie auch – wie das Fiegenstaller Exemplar – über Land, weiß Gastner. Trotzdem ist eine Stippvisite in einem Gartenteich relativ selten. Der Biber-Berater weiß nur von einem ähnlichen Fall im hiesigen Raum vor einiger Zeit in Neudorf.

Nach seinen Angaben gibt es im hiesigen Landkreis rund 100 Biberreviere mit rund 450 Tieren. Das habe eine Zählung des Bund Naturschutz ergeben. Dass sich noch wesentlich mehr Biber ansiedeln, glaubt Gastner nicht. Die Reviere seien weitgehend besetzt und die Sterblichkeit bei sehr jungen Tieren sei relativ hoch. Nach dem Säugen durch die Mutter gelinge die etwas komplizierte Umstellung auf die faserreiche Kost des reinen Pflanzenfressers nicht immer.

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Diese Phase hat der Fiegenstaller Biber schon hinter sich. Er braucht jetzt einen Platz zum Ansiedeln und wohl auch eine junge Biberdame, bei der er auf Gefallen stößt. Attraktiv fand ihn auf jeden Fall schon einmal ein Filmteam des Bayerischen Fernsehens, das am Freitagabend noch nach Fiegenstall kam, um den Biber im Gartenteich aufzunehmen.

Dabei zeigte sich der Nager gar nicht scheu, sondern eher kameratauglich. Er schwamm sogar direkt auf eine kleine wasserdichte Kamera zu, die in den Teich gehalten wurde, und schaute hinein. Der Beitrag über den Biber im Gartenteich wird vo­raussichtlich in der Abendschau am übermorgigen Mittwoch, 29. März, ab 18.00 Uhr ausgestrahlt.

Robert Renner

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