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Mittwoch, 03.03.2021

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Große Sorgenfalten in den Brauereien

In einem offenen Brief verweisen auch Betriebe aus Altmühlfranken auf die schwierige Lage. - 23.02.2021 06:00 Uhr

Keine Gastronomie, fragliche Feste, weniger Bierkonsum: Die heimischen Brauereien machen in einem offenen Brief auf ihre schwierige Lage aufmerksam.

22.02.2021 © Archivfoto: Robert Renner


Die meisten Brauereien in Deutschland sind mittelständische Handwerksbetriebe, die es seit Generationen gibt. Sie machen sich in der Corona-Pandemie große Sorgen um ihre Zukunft. Viele Betriebe stünden vor dem Aus. Damit verbunden stehen natürlich auch viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Allein in Franken gebe es rund 600 Brauereien, die durch ihr Angebot zur Kultur und Versorgung der gesamten Gesellschaft beitragen.

Die Brauereien verweisen darauf, dass die deutsche Unesco-Kommission das traditionsreiche Brauhandwerk noch im März letzten Jahres auf die Liste des Immatriellen Kulturerbes gesetzt hat.

Gaststätten, Restaurants, Hotels, Kneipen, Bars und Clubs waren im vergangenen Jahr für vier Monate geschlossen. Und auch aktuell ist nicht klar, wann sie wieder öffnen dürfen. Damit hätten die Brauereien einen "maßgeblichen Teil ihres wirtschaftlichen Fundaments" verloren. Es mussten bereits Unmengen an Bier und anderer Ware vernichtet werden, weil das Haltbarkeitsdatum überschritten wurde. Auf der anderen Seite haben viele Brauereien den ebenfalls hart getroffenen Gastronomiebetrieben Pachten und Darlehen gestundet oder sogar reduziert.

Unzureichende Hilfen

Die bisher beschlossenen Wirtschaftshilfen für von der erzwungenen Schließung der gastgewerblichen Absatzstätten mittelbar betroffenen Betriebe wie Brauereien seien völlig unzureichend. Von Woche zu Woche stünden immer mehr Betriebe mit dem Rücken zur Wand. Und die Brauereien fallen bei den Wirtschaftshilfen durch das Raster.

Die Wiedereinführung der Biersteuermengenstaffel und zusätzliche steuerliche Belastungen sind aus Sicht der Brauereien Maßnahmen, die den Betrieben direkt und schnell helfen könnten. So sei eine Reduzierung des Steuersatzes auf bis zu 50 Prozent des nationalen Regelsteuersatzes sogar von der EU als Möglichkeit vorgesehen. Bei alkoholarmen Biermischgetränken dürfe keine zusätzliche steuerliche Belastung kommen.

Gastgewerbe bangt

Die Politik sei sich nicht im Klaren, wie die tatsächliche Situation der gesamten Branche ist. Nach einer Dehoga-Umfrage bangten bereits jetzt mehr als 75 Prozent der Gaststätten und Hotels um ihre Existenz. Dies werde dann auch die gesamte Brauwirtschaft erheblich treffen, warnen die Brauereien in ihrem offenen Brief. "Es müssen schnelle Öffnungen dort erfolgen, wo kein hohes Infektionsgeschehen zu befürchten ist und Gastronomie und Hotellerie in Abstimmung mit den Behörden nachweislich wirksame Vorkehrungen zum Schutz vor Neuinfektionen getroffen haben."

mau

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