Antrag

Grüne wünschen sich Mehrgenerationenhaus in Weißenburg

12.9.2021, 10:06 Uhr
Ein Mehrgenerationenhaus im Progymnasium? Die Stadtratsfraktion der Grünen  möchte beantragen, dass die Verwaltung verschiedene städtische Gebäude auf  diese Nutzung hin überprüft.

Ein Mehrgenerationenhaus im Progymnasium? Die Stadtratsfraktion der Grünen möchte beantragen, dass die Verwaltung verschiedene städtische Gebäude auf diese Nutzung hin überprüft. © Miriam Zöllich, NN

„Gerade in letzter Zeit mehren sich die Fragen nach geeigneten Nutzungsformen vorhandener städtischer Gebäude“, heißt es in der Antragsbegründung. Mit dem Mehrgenerationenhaus mache man nun einen konkreten Vorschlag in eine mögliche Richtung.

Ob die Grünen-Frakton bereits ein bestimmtes städtisches Gebäude im Hinterkopf hat, ist dem Antrag nicht zu entnehmen. Allerdings werden einige bauliche Voraussetzungen beziehungsweise Möglichkeiten genannt, die ein solches Kultur- und Begegnungszentrum erfüllen sollte: Ein Atelier oder eine Werkstatt mit Grundausstattung, eine Teeküche, mindestens zwei bis drei kleinere Räume und ein größerer Raum oder Saal.

Geht man die Gebäude in städtischer Hand gedanklich durch, fällt natürlich das Progymnasium prominent ins Auge. Schon länger wird über eine mögliche Nutzung des Gebäudes diskutiert. Die Lage am Plärrer ist zentral, es gibt Parkplätze in unmittelbarer Umgebung.

Es fehlt ein offener Treffpunkt

Das Progymnasium wurde bereits als Projektzentrale für den Lebkuchenmann genutzt und soll auch beim Glückskeks wieder zum Einsatz kommen. Diese Nutzung zeige auch einen entsprechenden Bedarf einer solchen Kulturstätte in Weißenburg, argumentieren die Grünen.

„In unserer Stadt fehlt bisher ein offener Treffpunkt, an dem sich Bürgerinnen und Bürger verschiedener Generationen, Kulturen und Interessensgruppen begegnen, sich austauschen und gegenseitig unterstützen können“, heißt es im Antrag. „Das soziale Miteinander und die Schaffung eines dafür geeigneten Begegnungsortes sind gerade in und nach der Pandemie wichtiger denn je.“

Wichtig bei der Diskussion des Standorts ist eine gewisse Zentrumsnähe. Denn nicht nur Einheimische sollen sich in der Begegnungsstätte aufhalten, sondern idealerweise auch Touristen. So eine „StadtMITTE“ könne eine Lücke in Weißenburg schließen, finden die Grünen und liefern den Namensvorschlag gleich mit.

Bündelung von Angeboten

Dort will man idealerweise auch verschiedene soziale und kulturelle Angebote bündeln. Als Beispiele werden etwa die Koordinierungsstelle Ehrenamt des Landratsamtes, den Verein Weißenburg hilft, die Kiss und das Jugendzentrum genannt.

Außerdem könnten die Räume für Bildungsangebote der VHS dienen und Bürgerinnen und Bürgern und Veranstaltern einen bezahlbaren schlichten Raum für kulturelle Veranstaltungen vorhalten, schlägt die Grünen-Fraktion vor.

Und apropos Jugendzentrum: Das Gebäude zwischen Eichstätter Straße und Niederhofener Straße ist ebenfalls im Besitz der Stadt, allerdings gibt es dort seit bekanntermaßen statische und bauliche Probleme. Vermutlich wäre für die meisten Standorte ein erheblicher baulicher und finanzieller Aufwand nötig, um die Nutzung als Mehrgenerationenhaus zu ermöglichen.

Förderung möglich?

Daher ist auch die Prüfung von Fördermöglichkeiten im Antrag enthalten. So gibt es etwa ein Bundesprogramm für Mehrgenerationenhäuser, das bis zu 40000 Euro pro Jahr als Anschubfinanzierung bereitstellt. Dann könnten auch laufende Kosten gedeckt werden, wie etwa hauptberufliche Teilzeitkräfte oder Arbeitskräfte auf 450-Euro-Basis, die das freiwillige Engagement in der Einrichtung unterstützen.

Unterstützt von diesem Förderprogramm wird etwa seit 2008 das Mehrgenerationenhaus in Pleinfeld. Es bietetet eine Bürgerwerkstatt und ein generationenübergreifendes Vortrags- und Kursprogramm an, von Yoga und Fitness über Computerkurse bis hin zu Fremdsprachen. Unter anderem weil das Angebot so gerne genutzt wird, hatte der Markt Pleinfeld auch die Teilnahme an einer Landkreis-VHS abgelehnt.