Hochklassige Fights und internationales Flair

21.8.2017, 08:55 Uhr
„So voll habe ich das Zelt beim Kirchweihboxen noch nie gesehen“: Oberbürgermeister Jürgen Schröppel freute sich als Schirmherr mit dem BC Weißenburg über gut 1100 Zuschauer beim internationalen Boxvergleich zwischen Bayern und Moskau.

© Uwe Mühling „So voll habe ich das Zelt beim Kirchweihboxen noch nie gesehen“: Oberbürgermeister Jürgen Schröppel freute sich als Schirmherr mit dem BC Weißenburg über gut 1100 Zuschauer beim internationalen Boxvergleich zwischen Bayern und Moskau.

Mit Blick in das zur Frühschoppenzeit bestens besuchte Zelt geriet auch Schirmherr und Oberbürgermeister Jürgen Schröppel ins Schwärmen: „So voll habe ich das Festzelt beim Kirchweihboxen noch nie gesehen. Ich gratuliere dem BC Weißenburg zu dieser hochkarätigen Veranstaltung.“ BCW-Vorsitzender Heiner Pauckner hatte in seiner Begrüßung auch nicht zu viel versprochen, als er einen „Leckerbissen“ für alle Boxsportfreunde ankündigte.

Die Weißenburger Staffel mit Athleten des BCW (2) sowie Gastboxern des TSV 1860 Bad Windsheim (3), BC Amberg, BC Eichstätt, SV Pocking, TSV 1860 München und des TSZ Lindenberg (je 1) bildeten eine Bayernauswahl, die vor allem Pauckner in seiner Funktion als Landessportwart zusammengestellt hatte. Eine derart starke Besetzung war auch notwendig, um den Gästen aus Russland Paroli bieten zu können. Und das gelang: Sieben Kämpfe gewannen die Gastgeber, drei die Staffel aus Moskau. Nach internationaler Zählung (Punktsiege werden hier mit 2:1 gewertet) bedeutete das einen 17:13-Erfolg für den BC. Ansonsten wäre der Endstand mit 14:6 deutlicher ausgefallen.

„Wahnsinn, Wahnsinn!“

So oder so waren es zahlreiche Kämpfe auf Augenhöhe, die vom Publikum mit großem Beifall belohnt wurden. Die Duelle standen auf technisch sehr hohem Niveau, boten viel Tempo, blitzsauberen und fairen Boxsport, rasante Schlagkombinationen und ordentlich Spannung. Auf beiden Seiten zeigten mehrere Landesmeister ihr Können, sodass nicht nur Heiner Pauckner zwischendrin die Szenen immer wieder mal begeistert mit „Wahnsinn, Wahnsinn!“ kommentierte. Aus seiner Sicht gibt es nach einer derart gelungenen Veranstaltung „eigentlich nichts mehr draufzusetzen“, wobei der BCW-Chef vor allem das fachkundige Weißenburger Publikum lobte. Zusammen mit seinem Stellvertreter Walter Nowotny dankte Pauckner der großen und fleißigen Helferfamilie des Box-Clubs bis hin zu Ringsprecher Matthias Schiegl und Ringarzt Dr. Carl-Heinrich Hinterleitner.

Vom BCW kommt Rakhim Sidaew (rechtes Bild rechts), der nach einem tollen Fight einen Sieg für die Bayernauswahl im Weißenburger Trikot einfuhr.

Vom BCW kommt Rakhim Sidaew (rechtes Bild rechts), der nach einem tollen Fight einen Sieg für die Bayernauswahl im Weißenburger Trikot einfuhr. © Uwe Mühling

Ein besonderer Dank ging auch an die weit gereisten Gäste, die über 2500 Kilometer auf der Straße zurückgelegt hatten, um am vergangenen Freitag in Straubing und dann am Sonntag in Weißenburg anzutreten. Die neunköpfige Moskauer Riege wurde übrigens durch den Koblenzer Georg Shakajan komplettiert. Die heimische Trainerriege um Peter Stettinger betreute auch die beiden BCW-Athleten. Gleich zum Auftakt durfte der junge Erik Huber (Jahrgang 2002) als Weißenburger Lokalmatador in den Ring und vor der riesigen Kulisse gegen den Moskauer Youngster Erfani Qamaruddin boxen (Junioren Welter). Huber kämpfte beherzt, dürfte am Ende aber selbst ein wenig überrascht gewesen sein, dass er als Punktsieger ausgerufen wurde. Es sollte das einzig wirklich umstrittene Urteil der Punktrichter bleiben.

Zweiter Weißenburger war Rakhim Sidaew (Jahrgang 1999), der im vierten Kampf der Boxmatinee zu sehen war und gegen seinen Widersacher Michradzh Mamedov einen ganz starken und sehenswerten Auftritt im Jugend-Weltergewicht hinlegte. Die logische Konsequenz: Die Punktrichter (Simone Pauckner, Diana Milani, Paul Rossa, Franz Germ und Michael Schaschkov) sprachen dem in Gunzenhausen lebenden Sidaew den Sieg zu.

Im ersten Teil gingen alle fünf Fights an die BCWler so auch an Deniel Krotter, der mit seinen 17 Jahren bereits für den 100. Kampf geehrt wurde. Der Bantamgewichtler aus der Schmiede des TSV 1860 Bad Winds­heim hat bereits mit zehn Jahren angefangen und zeigte in Weißenburg, warum er zurecht zu den größten Boxtalenten in Deutschland gezählt wird. Ferner gewannen Obeidolah Mirzaie (Windsheim) und Raman Sharafa (Eichstätt) im Trikot der Gastgeber.

Im zweiten Teil konnten die Russen das Ergebnis mit drei Siegen etwas freundlicher gestalten, am Gesamtsieg des BCW war aber nicht mehr zu rütteln. Alles in allem blieb es jedoch weiterhin bei sehr engen und hochklassigen Fights mit absoluten Topleuten wie Christian Dezel (ebenfalls Windsheim, der ältere Bruder von Deniel Krotter), Roman Gorst (Pocking), Daniel Jaß (1860 München), Collin Biesenberger (Lindenberg) und Andrej Merzlyakav (Amberg) in der „blauen Ecke“ für Weißenburg. Für die Fairness des Publikums sprach der große Beifall, den auch die Moskauer Athleten erhielten. 

BC Weißenburg – BC Wladimir Moskau 17:13:

Junioren-Weltergewicht: Erik Huber Punktsieger gegen Erfani Qamaruddin (2:1); Junioren Fliegen: Obeidolah Mirzaie Punktsieger gegen Dmitry Suslov (4:2); Jugend Bantam: Deniel Krotter Punktsieger gegen Elchin Agaev (6:3); Jugend Welter: Rakhim Sidaew Punktsieger gegen Michradzh Mamedov (8:4); Männer Leicht: Raman Sharafa Punktsieger gegen Alexander Karetin (10:5); Männer Halbwelter: Daniel Jaß Punktniederlage gegen Ilya Kosulnikov (11:7); Männer Welter: Christian Dezel Punktniederlage gegen Alexander Korovin (12:8); Roman Gorst Punktsieger gegen Artem Bogatow (14:10); Männer Superschwer: Collin Biesenberger Punktniederlage gegen Vladimir Mitrofanov (15:12); Männer Mittel: Andrej Merzlyakav Punktsieger gegen Georg Shahakjan (17:13-Endstand).

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