Freitag, 16.04.2021

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Im zweiten Anlauf zum Rufbus für Weißenburg

Wegen eines Formfehlers musste der Kreisausschuss noch mal über das Thema abstimmen - 28.02.2021 08:03 Uhr

Spätestens im nächsten Jahr soll auch in Weißenburg der Rufbus (hier ein Bild aus Gunzenhausen) fahren. Der Kreisausschuss gab nun ein zweites Mal grünes Licht.

25.02.2021 © Archivfoto: Stadtwerke Gunzenhausen


Um nicht wegen eines Formfehlers Zuschüsse zurückzahlen zu müssen, landete das Thema nun noch mal im Kreisausschuss. Der neuerliche Beschluss fiel wiederum einstimmig.

Nun sollte der Einführung eines Rufbusses für die Weißenburger Ortsteile spätestens zum Jahresbeginn 2022 endgültig nichts mehr im Wege stehen. Beim Rufbus handelt es sich um eine fest getaktete Buslinie, die nur bestimmte Haltestellen ansteuert, und das auch nur, wenn man sich als Fahrgast mindestens eine Stunde vorher telefonisch anmeldet. So sollen die Ortsteile für wenig Geld besser an die Kernstadt angebunden werden.


Der Rufbus soll auch durch Weißenburg rollen


Der Rufbus ist im 2019 beschlossenen Nahverkehrsplan des Landkreises explizit als günstige Möglichkeit genannt, um die Abdeckung in kleineren Ortschaften zu verbessern. In Gunzenhausen wurde er Anfang 2019 eingeführt. Nach zwei Jahren Laufzeit ist Bürgermeister Karl-Heinz Fitz "sehr zufrieden". Nun will also Weißenburg folgen, und auch in Treuchtlingen ist die Einführung grundsätzlich ein Thema.


Gunzenhausen: Der Rufbus wird zum Vorbild


In Weißenburg sind vier Buslinien vorgesehen. Die erste deckt die Ortsteile Schmalwiesen, Weimersheim, Kattenhochstatt, Holzingen, Emetzheim und Hattenhof ab. Die zweite führt nach Rothenstein, Suffersheim und Heuberg. Die dritte steuert Wülzburg, Kehl, Oberhochstatt, Niederhofen, Gänswirtshaus und Rohrwalk an. Und schließlich soll die vierte Linie für Hagenbuch, Dettenheim und Haardt zuständig sein.

Anders als beim Anrufsammeltaxi ist der Rufbus ohne Aufpreis mit dem VGN-Ticket nutzbar, dafür hat er aber mehr Einschränkungen, was die Fahrzeiten und die Ein- und Ausstiegsorte anbelangt.

Die Förderrichtlinien sehen vor, dass der staatliche Zuschuss jedes Jahr sinkt. Im ersten Jahr sollen es 70 Prozent sein, im zweiten 60, im dritten 50 und schließlich 45 Prozent. Und dann folgt noch ein fünftes Jahr, in dem es keine staatliche Förderung gibt. Das ist die große Neuerung in den Richtlinien, wie Armin Handl von der Kreisverwaltung nun im Ausschuss erläuterte.

Laufzeit mindestens fünf Jahre

Nach den vier Jahren mit Zuschuss muss es zwingend noch ein fünftes Jahr geben, in dem das Angebot ohne Zuwendungen trotzdem weiter läuft. Im Januar- Beschluss des Kreisausschusses waren hingegen nur die vier Jahre mit Förderung vorgesehen gewesen.

Die Stadtwerke Weißenburg werden den Rufbus betreiben. Das ist wegen des Auftragsvolumens als direkte Vergabe so möglich. Sie rechnen mit einem jährlichen Defizit von 40 000 bis 50 000 Euro. Zieht man die ÖPNV-Zuweisungen und die Zuschüsse ab, bleiben zwischen 10.000 und 20.000 Euro im Jahr übrig. Dieses Defizit tragen Landkreis und Stadt jeweils zur Hälfte.

Hatte das Thema in der Januar-Sitzung noch dafür gesorgt, dass sich alle Fraktionen positiv zur Einführung des Rufbusses äußerten, war es diesmal eine reine Formalie. Handl erklärte kurz, was schiefgelaufen war und weshalb nun nochmals abgestimmt werden müsse. Und zwei Minuten später war man auch schon beim nächsten Tagesordnungspunkt.

mau

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