Dienstag, 24.11.2020

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Kein Licht für die Wülzburg

Die Festung hoch über Weißenburg wird nachts nicht mehr angestrahlt. Grund ist der Artenschutz. - 28.10.2020 11:10 Uhr

Bei den Sanierungsarbeiten an der Wülzburg wurde die Beleuchtungsanlage entfernt. Eine neue wird wegen des Artenschutzes nicht mehr installiert.

27.10.2020 © Foto: Robert Renner


Seit vielen Jahren war die Westseite des Baudenkmals von nationaler Bedeutung auf der Jurahöhe über Weißenburg nachts beleuchtet. Allerdings war vom Tal aus stets auch nur das Dach des Schlosswestflügels zu erkennen. Doch auch dessen Beleuchtung gibt es nicht mehr.

Im Zug der Mauersanierungen im Festungsgraben wurden die Scheinwerfer abgebaut. Die alte, viel Strom verbrauchende Beleuchtung wieder zu montieren, wäre nicht sinnvoll gewesen, es hätte auf LED-Technik umgerüstet werden müssen, sagte Schröppel. Doch die Verwaltung entschloss sich auch dies nicht mehr zu tun.

Den Anstoß dazu gab das Bienenvolksbegehren. Um nachtaktiven Tieren wie Fledermäusen, Insekten und Zugvögeln mehr ungestörte Lebensräume zu bieten, werden durch die neuen gesetzlichen Vorgaben in Bayern störende Lichtquellen reduziert. Himmelsstrahler und Einrichtungen mit ähnlicher Wirkung sind nun grundsätzlich unzulässig. Fassadenbeleuchtungen an öffentlichen Gebäuden müssen ab 23 Uhr abgeschaltet werden, außer sie sind aus Gründen der öffentlichen Sicherheit oder aufgrund von Rechtsvorschriften erforderlich.

Sprich: Es wären nur wenige Stunden täglich, in denen die Wülzburg überhaupt beleuchtet werden könnte. Daher haben sich die Verantwortlichen entschieden, im Sinne des Insekten- und Fledermausschutzes und zugunsten weiterer nachtaktiver Tiere gänzlich auf die Wülzburg-Beleuchtung zu verzichten, berichtete der OB.

Die Entscheidung passt auch zur Agenda 2030, der die Stadt Weißenburg erst jüngst beigetreten ist, meinte das Stadtoberhaupt. Diese Agenda 2030 will nachhaltiges Handeln auf kommunaler Ebene fördern und formuliert insgesamt 17 Ziele. Unter Nummer 15 mit der Überschrift "Leben an Land" ist unter anderem aufgeführt, den Biodiversitätsverlust zu stoppen.

Nachdem es auch kritische Stimmen zum Beitritt der Stadt zur Agenda 2030 gab, merkte Schröppel an, dass dieses Beispiel zeige, die Ziele könnten tatsächlich "im Alltag berücksichtigt werden".

rr

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