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Kein Maibaum und kein Kanonendonner

Die Stadt Weißenburg sagt bevorstehende Veranstaltungen ab - 23.04.2021 13:12 Uhr

Ein Bild aus besseren Tagen: Das Maibaumaufstellen in Weißenburg lockte in den vergangenen Jahren, wie hier 2018, zahlreiche Bürger auf den Marktplatz. Die Stadtkapelle spielte, während Bauhofmitarbeiter mit Unterstützung der Feuerwehr und des Kranunternehmens Felleiter den Baum in die Höhe hievten.

18.04.2021 © Archivfoto: Robert Renner


Der "Kanonendonner über Weißenburg" war für das Pfingstwochenende geplant, konkret für den 22. und 23. Mai. Nach den aktuellen bayerischen Vorgaben sind größere Veranstaltungen auf jeden Fall bis 9. Mai untersagt.

Selbst wenn dann alle Maßnahmen aufgehoben würden, blieben nicht einmal mehr zwei Wochen Vorlauf, um die Veranstaltung auf der Wülzburg vorzubereiten, gab Oberbürgermeister Jürgen Schröppel im Bauausschuss zu bedenken. Daher habe er gemeinsam mit Max Gagsteiger, dem Leiter der Touristinfo den "Kanonendonner über Weißenburg" abgesagt.

Zu Gast gewesen wäre auf der Wülzburg der Verband Deutscher Schwarzpulver Kanoniere (VDSK). Dieser tritt seit vielen Jahren vor allem mit seiner Veranstaltung "Kanonendonner über dem Elbtal" auf der Festung Königstein an die Öffentlichkeit. Weil diese saniert wird, hatte sich der VDSK auf die Suche nach Alternativen gemacht und war auf das markante Baudenkmal von nationaler Bedeutung hoch über Weißenburg gestoßen.


Großveranstaltung im Mai auf der Wülzburg?


Der Verein wollte auf der Wülzburg Festungs- und Lagerleben nachvollziehbar machen. Er hätte dazu mit 200 bis 250 Teilnehmern die gesamte Anlage bespielt und dabei verschiedene Epochen abgedeckt, vom Mittelalter über die napoleonische Ära bis zur Kaiserzeit. Einbezogen werden sollten auch mehrere einheimische Vereine.

Die Veranstaltung hätte natürlich Besucher aus nah und fern anlocken sollen und war von Touristinfoleiter Gagsteiger als gute Gelegenheit gesehen worden, die Wülzburg möglichst auch überregional bekannter zu machen.

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Ansturm auf Hohenzollernfestung beim "Tag des offenen Denkmals"

Einen wahren Besucheransturm hat am Sonntag die Hohenzollernfestung Wülzburg hoch über Weißenburg am "Tag des offenen Denkmals" erlebt. Das Baudenkmal von nationaler Bedeutung wartet nun mit einer weiteren Attraktion auf: der bayernweit einzigen schießfähigen Festungskanone.


Während der "Kanonendonner" erstmals auf der Wülzburg zu erleben gewesen wäre, ist das Aufstellen des Maibaums am Marktplatz in aller Regel eine gut besuchte Traditionsveranstaltung. Doch auch diese wird es – wie auch schon im vergangenen Jahr – Corona-bedingt nicht geben, sagte der OB.

"Wir wollen auch ein Zeichen setzen"

Wie schon 2020 erteilte der OB auch einem bloßen Aufstellen eines Maibaums ohne öffentlicher Veranstaltung eine Absage. "Ich halte nichts davon, einen Baum in einer Nacht- und Nebelaktion hinzustellen", sagte Schröppel. Zum Maibaumaufstellen gehöre nun mal Publikum und ein Standkonzert. "Das Ganze sollte schon einen gewissen Rahmen haben", meinte der OB.

Auf der städtischen Internetseite wird Schröppel ferner mit den Worten zitiert: "Wir wollen auch ein Zeichen setzen und unseren Ortsteilbürgern ebenfalls empfehlen, nochmals auf das Aufstellen eines Maibaums und die damit verbundenen Feierlichkeiten in diesem Jahr zu verzichten."

Zum zweiten Mal in Folge wird also keine rund 30 Meter hohe, mit Girlanden und Bändern sowie Zunftzeichen geschmückte Fichte aus dem Stadtwald über Wochen den Marktplatz zieren. In den vergangenen Jahren hatten stets Mitarbeiter des Stadtbauhofs unterstützt von der Feuerwehr mit der Drehleiter und dem Autokran-Unternehmen Felleiter aus Schambach den Baum am Vorabend zum 1. Mai aufgerichtet. Die Stadtkapelle gab dazu ein Standkonzert.

Bis vor wenigen Jahren begleitete auch der Trachtenverein "Waldfreunde" stets den Einzug am Marktplatz. Schon lange wird der Maibaum in Weißenburg nicht mehr mit Muskelkraft, sondern unter Maschineneinsatz aufgestellt.

rr

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