Klinikum Altmühlfranken: Ein Jahr unter neuer Führung

8.2.2021, 06:40 Uhr
Christoph Schneidewin hat vor einem Jahr die Leitung des Klinikums Altmühlfranken übernommen. Kaum angekommen musste er die beiden Krankenhäuser auf die Corona-Krise einschwören. Dennoch ist der Rheinländer zufrieden und fühlt sich sichtlich wohl in der Region.

Christoph Schneidewin hat vor einem Jahr die Leitung des Klinikums Altmühlfranken übernommen. Kaum angekommen musste er die beiden Krankenhäuser auf die Corona-Krise einschwören. Dennoch ist der Rheinländer zufrieden und fühlt sich sichtlich wohl in der Region. © Foto: Robert Maurer

Während immer mehr kommunale Kliniken Defizite einfuhren, hat man in Altmühlfranken sogar den Eigenanteil der millionenschweren Sanierung in Gunzenhausen aus eigener Kraft gestemmt. Kein Wunder, dass der damalige Landrat Gerhard Wägemann sehr wehmütig war, als Winter ankündigte, dass er nach Schweinfurt wechseln will, um sich mit Anfang 50 noch einmal neuen Herausforderungen zu stellen.

Der Landkreis schaltete eine Personalagentur ein, um einen neuen Chef fürs Klinikum mit seinen zwei Standorten in Weißenburg und Gunzenhausen zu suchen. Aus 40 Bewerbungen entschieden sich alle Verantwortlichen schließlich klar für Christoph Schneidewin, der zuvor in der Geschäftsleitung des Heidekreis-Klinikums in Niedersachsen tätig war und 30 Jahre Erfahrung im Krankenhausmanagement mitbringt.


Ein neuer Chef fürs Klinikum Altmühlfranken


Zeit, um langsam warmzulaufen, blieb dem neuen Klinikchef nicht. Er freute sich noch über den freundlichen Empfang und die familiäre Atmosphäre, da rollte auch schon Corona übers Land und versetzte sämtliche Krankenhäuser in Alarmbereitschaft. "Ich war mitten im Kennenlernprozess", blickt Schneidewin nun zurück. Das musste warten bzw. nebenbei laufen. Die Prioritäten waren schlagartig neu gesetzt worden.

Mit dem Rad durch den Landkreis

Der Sommer brachte eine kurze Entspannung und die Gelegenheit die Gegend zu erkunden. Christoph Schneidewin und seine Lebensgefährtin sind sportlich sehr aktiv und gerne und viel draußen. Der späte Sonnenuntergang ließ sogar ordentliche Radtouren von Gunzenhausen nach Weißenburg und über Treuchtlingen zurück abends nach Feierabend zu.

"Ich habe mir viel angeschaut, was die Gegend so zu bieten hat – von der Steinernen Rinne bis zur Massendorfer Schlucht." Und natürlich war er auch regelmäßig an den Seen und im Altmühltal unterwegs. Und sein Eindruck, dass es ihm im südlichen Mittelfranken gefällt, hat sich absolut bestätigt. "Ich bin hier richtig angekommen."

Das gilt auch für den Job. Die etwas kleineren Strukturen hierzulande liegen ihm, sagt der 54-Jährige selbst. Und was ihm außerordentlich gut gefällt im Klinikum Altmühlfranken, ist der Teamgeist: "Alle Mitarbeiter hier wollen für die Patienten die bestmögliche Behandlung, Betreuung und Pflege. Das ist schon was Besonderes." Oft gebe es in Krankenhäusern zwischen Berufsgruppen Rangeleien, unter denen dann letztlich die Patienten leiden würden, weiß Schneidewin aus Erfahrung.

Auf Wohnungssuche

Fast alles bestens also. Nur das fehlende Kulturleben im Corona-Jahr war ein Dämpfer – aber das galt ja weltweit. Inzwischen ist seine Lebensgefährtin, die ebenfalls in der Gesundheitsbranche tätig ist, auf der Suche nach einer Stelle in der Region. Und Christoph Schneidewin sieht sich nach einem Haus oder einer großen Wohnung um, die er für sie beide mieten kann. Denn bislang hat er sich mit einer kleinen möblierten Einliegerwohnung in Gunzenhausen begnügt.

In Lockdown-Zeiten ist das natürlich nicht ganz so optimal. Doch aktuell sind die Arbeitstage ohnehin wieder lang. Seit Beginn der zweiten Welle im Herbst herrscht Dauerstress im Klinikum – für alle Beschäftigten. Und für den Chef natürlich im Besonderen. Noch dazu, wo sich das Klinikum auf Bitten von Landrat Manuel Westphal für den Betrieb des Impfzentrums bewarb und den Zuschlag erhielt.


Weißenburg-Gunzenhausen: So soll's im Impfzentrum ablaufen


Das bringt zwar jede Menge Mehrarbeit, doch verbessert es auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, ist Westphal überzeugt. Nicht nur weil Schneidewin beim Impfzentrum nicht lange gezögert und das zielstrebig umgesetzt hat, ist der Rheinländer aus Sicht des Landrats der richtige Mann auf dem Posten. "Er ist sehr kompetent und bringt große Erfahrungen mit." Außerdem hat er ihn in den vergangenen Monaten als innovativ und sehr flexibel kennengelernt. Die Chemie zwischen den beiden scheint mehr als gut zu passen.

Und auch aus der Belegschaft hört man bislang wenig Klagen. Aufgestoßen ist so manchem im Personal, dass Schneidewin ein klarer Befürworter der Corona-Impfungen ist. Es gab Befürchtungen, es werde Druck aufgebaut, damit sich wirklich jeder im Personal immunisieren lässt. Doch das hat sich wieder beruhigt. Eine echte Handhabe hat der Klinikvorstand in dieser Frage ja auch nicht.

Noch mehr in Gunzenhausen

Aktuell ist der Klinikums-Vorstand eindeutig mehr in Gunzenhausen als in Weißenburg in seinem Büro anzutreffen. Das hat nichts damit zu tun, dass er dort im vierten Stock mit Ausblick auf die Stadt residiert und in Weißenburg ein Büro im Untergeschoss hat. Vielmehr galt es schlicht mehr Dinge in Gunzenhausen zu regeln.

Das Impfzentrum ist einer der Punkte. Die letzten Restarbeiten nach dem Umbau des Krankenhauses ein anderer. Und wenn demnächst die Sanierung und Erweiterung in Weißenburg anstehen, wird sich das vermutlich auch ganz schnell ändern.

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