Mit einem klaren Sieg in die neue Saison

25.9.2017, 08:16 Uhr
Tim Eisenberger (am Ball) nahm im Auftaktspiel gegen Bamberg gleich wieder volle Fahrt auf, war oft nicht zu stoppen und war mit 25 Punkten, 13 Rebounds und zehn Assists der effektivste Spieler auf dem Feld.

Tim Eisenberger (am Ball) nahm im Auftaktspiel gegen Bamberg gleich wieder volle Fahrt auf, war oft nicht zu stoppen und war mit 25 Punkten, 13 Rebounds und zehn Assists der effektivste Spieler auf dem Feld. © Uwe Mühling

Von allen 14 Teams der Liga haben die VfL-Korbjäger zum Auftakt zwar die meisten Punkte erzielt, die erste Tabellenführung geht jedoch an den Neuling Rockets Gotha II, der gegen Herzogenaurach mit einem 92:67 den deutlichsten Erfolg einfuhr. Gleich dahinter kommt Breitengüßbach (61:37 gegen Jena II), und die Treuchtlinger haben sich erst mal auf Rang drei eingereiht.

Das alles hat nach dem ersten Spieltag natürlich noch nicht viel Aussagekraft. Ein erfolgreicher Start ist aber allemal wichtig – gerade nach einer langen, aber trainingsintensiven Sommerpause, nach der man nicht so recht weiß, wo man steht. VfL-Trainer Stephan Harlander sprach auch deshalb von einem „ganz wichtigen Sieg“. Für ihn war das Spiel seiner Mannschaft „von der vierten bis zur 28. Minute voll in Ordnung“. Die restliche Zeit war aus seiner Sicht allerdings „weit weg von dem, was wir tun müssen, um erfolgreich zu sein“.

Vor allem die Schlussphase wurmte den Coach, denn hier gingen Intensität und Konzentration nach unten, sodass die Gäste aus Oberfranken das Resultat noch um ein einiges freundlicher gestalten konnten. Gegen Ende des dritten Viertels hatte es noch nach ei­nem Debakel für Bamberg ausgesehen, als Arne Stecher mit seinem zweiten „Dreier“ in diesem Match das 80:47 markierte. Mit 33 Punkten war dies zugleich die höchste Führung, die dann jedoch durch das verlorene Schlussviertel wieder schmolz. „Wir haben heute viele gute Ansätze gesehen. Wir haben aber auch gesehen, was passiert, wenn man einen Gegner wie Bamberg spielen lässt“, stellte Harlander fest.

Verkorkstes Schlussviertel

Zu Beginn war die Partie ausgeglichen mit wechselnder Führung. Kapitän Stefan Schmoll glich dann zum 10:10 aus und Tim Eisenberger, der zuvor schon die ersten acht VfL-Punkte erzielt hatte, sorgte für das 12:10 nach gut fünf Minuten Spielzeit. Ab diesem Zeitpunkt gaben die Treuchtlinger die Führung nicht mehr her und bauten sie vielmehr aus. Nach dem ersten Viertel führten die Gast­geber mit 24:18, bis zur Halbzeit hieß es 53:36. Der Ball lief flott und sicher durch die VfL-Reihen und fand stets einen Vollstrecker am Korb.

Das überlegene Spiel setzte sich nach der Pause nahtlos fort und war richtig gut anzuschauen. Mit der erwähnten höchsten Führung kurz vor Ende des dritten Durchgangs machte es dann allerdings irgendwie „Klick“ bei den VfL-Baskets, die im Gefühl des sicheren Sieges einen, eher sogar zwei Gänge zurückschalteten. Es folg­te ein völlig verkorkstes letztes Viertel, das die Bamberger folgerichtig mit 26:14 gewannen und dadurch zum 94:77-Endstand verkürzten.

„Ich glaube, wir sind mit zu wenig Selbstvertrauen ins Spiel gegangen und haben uns auch von der Kulisse hier in Treuchtlingen beeindrucken lassen“, befand Bambergs Trainer Rainer Wolfschmitt nach der Schlusssirene. Ein weiterer Knackpunkt war für ihn, „dass wir Tim Eisenberger in keinster Weise in den Griff bekommen haben“. Bei den eigenen Aktionen habe man zudem nicht entsprechend getroffen. Kurzum: „Wir haben Aufsteiger-Lehrgeld bezahlt“, so Wolfschmitt.

Der genannte Tim Eisenberger war im Vorjahr der beste Spieler der 1. Regio und knüpfte gleich wieder an dieses Prädikat an: Mit 25 Punkten, 13 Rebounds und zehn Assists avancierte der 25-jährige Spielmacher zum effektivsten Akteur auf dem Feld, bei dem allerdings auch neun Ballverluste zu bekritteln waren. Simon Geiselsöder streute in seine 24 Punkte satte vier „Dreier“ ein und machte deutlich, dass er auch heuer wieder in dieser Rubrik ganz vorne mitmischen will. Zweistellig punkteten bei Treuchtlingen auch Stefan Schmoll (12) und Florian Beierlein (10). Claudio Huhn blieb punktemäßig zwar im einstelligen Bereich (5), war mit neun Assists aber ein glänzender Vorlagengeber. Diese fünf Akteure bildeten zugleich die „Starting Five“.

Von der Bank kam vor allem durch Jonathan Schwarz (9) und Arne Stecher (6) Punkte-Nachschub. Mit Moritz Schwarz und Tobias Hornn (beide 17 Jahre) bekamen zwei neue Youngster im VfL-Kader die ersten Regionalliga-Minuten. Luca Wörrlein (erst 16) musste sich dagegen noch gedulden, darf vielleicht aber am kommenden Samstag um 20.00 Uhr beim MTSV Schwabing seine Regionalliga-Feuertaufe feiern.

VfL Treuchtlingen: Tim Eisenberger (25 Punkte, 13 Rebounds, 10 Assists), Simon Geiselsöder (24 Punkte, davon 4 Dreier, 7 Rebounds), Stefan Schmoll (12 Punkte, 7 Rebounds), Florian Beierlein (10), Jonathan Schwarz (9), Claudio Huhn (5 Punkte, 9 Assists), Arne Stecher (6), Jonas Rauch (3), Kevin Vogt, Moritz Schwarz, Tobias Hornn, Luca Wörrlein. 

TTL Basketball Bamberg: Frederik Adriaans (21 Punkte, 9 Rebounds), David Schmitt (17), Christoph Dippold (12), Nils Duckarm (6), Michael Lachmann (6), Kilian Hubatschek (4), Moritz Schmitt (4), Felix Loch (3), Kevin Jefferson (2), Nikolas Reichmann (2), Simon Ulshöfer, Michael Dorn.

Die einzelnen Viertel: 24:18, 29:18, 27:15, 14:26; Fünf-Minuten-Takt: 10:10, 24:18, 37:26, 53:36 (Halbzeit), 67:43, 80:51, 85:62, 94:77.

Schiedsrichter: Matthias Reiser, Conny Grassl; Zuschauer: 600 in der Turnhalle der Senefelder-Schule.

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