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Donnerstag, 22.10.2020

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Neue Kläranlage in Solnhofen läuft sehr gut

Bürger müssen rund 4,3 Millionen Euro bezahlen - 09.09.2016 13:00 Uhr

Kompletter Rückbau: Das große Becken und die Aufschüttungen der alten Solnhofener Kläranlage werden derzeit entfernt, damit wieder Stauraum für die Altmühlhochwasser vorhanden ist.

© Rainer Heubeck


In den kommenden Wochen werden an der neuen Kläranlage noch die restlichen Arbeiten erledigt – der Innenhof und die Fahrbahn um den Schlammlagerbehälter werden noch asphaltiert, die Grünflächen angelegt und der Zaun errichtet. Aktuell wird das große Absetzbecken der alten Kläranlage rückgebaut. Ein Bagger reißt die Betonplatten heraus und zerkleinert sie. „Wir bauen die alte Anlage komplett zurück und erhalten so den Retentionsraum für die Altmühl“, erläutert Schneider. Für den Bau der neuen Kläranlage musste in der Altmühltalaue ein Bereich aufgefüllt werden, doch mit dem Rückbau der bisherigen Anlage bleibt der Hochwasser-Stauraum erhalten.

Dreistufige „Biocos“-Anlage

Geblieben ist auch das alte Pumpwerk der Solnhofener Kläranlage. „Das ist noch gut in Schuss“, so der Bürgermeister. Das Abwasser wird von dort in ein Gebäude gepumpt, in dem ein Rechen und ein Sandfilter die groben Schwebstoffe aus dem Abwasser entfernen. Anschließend gelangt das Schmutzwasser in die sogenannte „Biocos“-Anlage des Unternehmens ZWT aus Bayreuth. „Es handelt sich dabei um ein spezielles Abwasserreinigungsverfahren“, so Diplom-Ingenieur Anton Pflock vom Weißenburger Planungsbüro Völker. In drei Stufen werden die Solnhofener Abwässer in der kompakten Anlage biologisch geklärt. Das so gereinigte Wasser fließt dann in die nahe Altmühl.

Voll im Zeit- und Kostenplan: Die neue Solnhofener Kläranlage ist seit Kurzem im Probebetrieb und liefert sehr gute Reinigungswerte.

© Rainer Heubeck


Doch nicht nur die Reinigungsleis­tung erfreut den Solnhofener Bürgermeister. „Wir sind auch voll im Kos­tenrahmen.“ Rund 4,3 Millionen Euro wird die neue Anlage kosten – inklusive einer Fotovoltaikanlage auf den Dächern und einer Klärschlammentwässerung. „Dadurch haben wir zwar jetzt ein wenig höhere Ausgaben, auf lange Sicht aber niedrigere Betriebskosten,“, so Schneider. Das komme den Bürgern über niedrigere Einleitungsgebühren zugute.

Für den Neubau der Kläranlage gibt es aktuell keinerlei Zuschüsse seitens des Freistaats, die Einrichtung muss „selbstrechnend“ sein. Das heißt: Die Bürger müssen über Einleitungsgebühren und Herstellungsbeiträge den Bau finanzieren. 3,48 Millionen Euro werden über Ergänzungsbeiträge eingehoben, die sich nach den Geschossflächen und Grundstücksgrößen richten. Der Solnhofener Gemeinderat hat beschlossen, dass die Hausbesitzer die Beiträge in zehn Raten über 30 Monate hinweg bezahlen können. „Aktuell sind die Rechnungen für die dritte Rate rausgegangen“, so Schneider.

20 Prozent der gesamten Baukosten werden über höhere Abwassergebühren finanziert. Bis zu einem Euro mehr pro Kubikmeter Abwasser ist dann fällig. Die genaue Steigerung wird sich allerdings erst nach Abschluss der Bauarbeiten errechnen lassen.

Zudem blieben die Baukosten mit 4,3 Millionen Euro im geschätzten Rahmen. Gebaut wurde eine „Biocos“-Anlage sowie eine Klärschlammentwässerung (im Bild mit Diplom-Ingenieur Anton Pflock und Bürgermeister Manfred Schneider). Mit ihr können die Betriebskosten langfristig gesenkt werden.

© Rainer Heubeck


Eßlingen wird angeschlossen

Zuvor steht aber noch der Anschluss des Ortsteils Eßlingen an die Solnhofener Kläranlage an. Jene in Eßlingen entspricht nicht mehr den technischen Anforderungen, weshalb sich der Anschluss nach Solnhofen anbiete. Dafür müssen über 1,8 Kilometer Druckleitung errichtet werden. „Die ist al­lerdings unter den gegebenen Umständen förderfähig“, freut sich der Rat­hauschef. Mit 150 Euro pro laufendem Meter und damit gut 270000 Euro kann die Gemeinde rechnen. Auch das schone den Geldbeutel der Bürger.

Die Arbeiten für die Druckleitung sollen im Herbst/Winter ausgeschrieben werden. Im Sommer 2017 soll dann alles fertig sein. Schneider: „Wir werden dann eine Einweihung mit einem Tag der offenen Tür machen, damit die Bürger auch sehen, in was sie investiert haben.“

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Auf dem Gelände der alten Kläranlage – die dortigen Gebäude waren bei einem Brand im Oktober 2012 quasi vernichtet worden – wird die Gemein­de ihren neuen Wertstoffhof bauen. „Das hat aber mit den Kosten für die Kläranlage nichts zu tun. Den Wertstoffhof muss allein die Gemeinde bezahlen“, betont Manfred Schneider. Der neue Standort sei deutlich besser, da die Platzverhältnisse im bisherigen Wertstoffhof sehr beengt sind und die Anwohner vom Lärm der an- und abfahrenden Lastwagen wie auch der anliefernden Bürger belastet werden.

Rainer Heubeck

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