Neues Konzept: Hier sollen die Mountainbiker in Treuchtlingen parken

26.3.2021, 06:01 Uhr
Hubert Stanka und Robert Rieger mit einigen der neuen Hinweisschilder, die die Mountainbiker weg von der Uhlbergstraße zu den weiter von den Heumöderntrails entfernten Parkplätzen leiten und deren Vorzüge sichtbar machen sollen.

Hubert Stanka und Robert Rieger mit einigen der neuen Hinweisschilder, die die Mountainbiker weg von der Uhlbergstraße zu den weiter von den Heumöderntrails entfernten Parkplätzen leiten und deren Vorzüge sichtbar machen sollen. © Foto: Lidia Piechulek

Die Mountainbike-Strecken im Heumöderntal erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Radfahrer aus ganz Bayern kommen nach Treuchtlingen, um sich Pisten und Hänge hinab zu stürzen. Corona hat den Trend sogar noch beschleunigt. Der Appell, "den Urlaub zu Hause zu verbringen", führte im vergangenen Sommer zu einem weiteren Ansturm auf die Wälder am südwestlichen Rand der Altmühlstadt.

Outdoor-Hotspot im Corona-Sommer

So sieht Robert Rieger, Betreiber der Event-Agentur RideTime und der Talstation im Heumöderntal, an den Autos seiner Besucher regelmäßig Kennzeichen aus Fürstenfeldbruck oder Starnberg. Die gehören Outdoor-Fans, die eine Strecke von immerhin rund 200 Kilometern auf sich nehmen, um das touristische Angebot in Treuchtlingen zu nutzen. Diese Entwicklung sei ein passender Baustein für den Tourismus vor Ort, da das Angebot mit Familien sowie Freizeit- und Gesundheitssportlern als Zielgruppen genau dessen Kernelemente bediene.


Treuchtlingen: Wie das Radeln einfacher werden soll


Gleichzeitig birgt der Erfolg aber auch Konfliktpotenzial, weil die Parksituation in der Uhlbergstraße für die Anwohner längst nicht mehr zumutbar ist. Roland Rieger und das städtische Bauamt haben sich deshalb in den vergangenen Monaten diesem Missstand angenommen und an einer Lösung gefeilt. Demnach soll, so die Wunschvorstellung der Beteiligten, ab der kommenden Radsaison kein Mountainbiker mehr seinen Weg in die Uhlbergstraße finden.

Erreicht werden soll das durch zweierlei Mittel: die Ausweisung von Entlastungsparkflächen, flankiert von einer umfassenden Kommunikationskampagne auf den Social-Media-Kanälen der Heumöderntrails und im Internet. In einem ersten Schritt will RideTime den Standort, den der Online-Kartendienst Google Maps für die Mountainbike-Strecken ausgibt und viele Radfahrer so "blind" ans Ziel führt, von der Uhlbergstraße wegverlegen. Als neuer Standort der Trails soll stattdessen die Parkfläche vor der Wiegandhalle in der Eulenhofstraße ausgewiesen werden, die zum "Parkplatz I" für die Mountainbiker erklärt werden soll. "Parkplatz II" bleibt der Festplatz.

Die Vorteile aufzeigen

Jede der Flächen soll zudem mit einem Vorteil beworben werden, der die Besucher dazu bringen soll, weiter als bisher von den eigentlichen Heumöderntrails entfernt zu parken. So bietet der Schotterparkplatz an der Wiegandhalle zum Beispiel direkten Zugang zum äußerst beliebten "Eulenhof-Trail". Dieser soll schon am Parkplatz ausgeschildert werden, ein weiteres Schild leitet die Radsportler dann an Stadt- und Waldrand entlang zur Talstation.

Treuchtlingen: 300 Mountainbiker zeigen Präsenz

Parkplatz Nummer zwei an der Stadthalle soll damit beworben werden, dass die Mountainbiker sich auf dem Weg von dort ins Heumöderntal noch mit einem Eis und Backwaren in der Treuchtlinger Stadtmitte eindecken können. Dieses Parkangebot soll in zwei Jahren zusätzlich an Attraktivität gewinnen, denn die Arbeitsgruppe "Verkehr" des Stadtrats befasst sich aktuell mit der Umsetzung einer fahrradfreundlicheren Lösung für den die Bahnstrecke querenden Streckenabschnitt zwischen Hauptstraße und Wettelsheimer Straße (siehe Infokasten).

Begrenzte Parkzeit vor Ort

Als dritte Parkgelegenheit bleibt nichtsdestotrotz der aktuelle Schotterparkplatz am Fuß der Talstation. Er soll aber als abgegrenzter Bereich gezielt nur für Familien reserviert sein, die möglichst nah parken möchten. Und er wird künftig gebührenpflichtig sein.

Die Wanderparkplätze beiderseits der Uhlbergstraße werden hingegen als Kurzzeitparkplätze ausgewiesen und auf eine Parkdauer von zwei Stunden begrenzt. Da dies für die Nutzer der Mountainbike-Trails normalerweise zu kurz ist, sollen diese Flächen auf diese Weise Spaziergängern, Hundebesitzern und Nordic Walkern vorbehalten bleiben.

Die neuen Beschilderungen sollen an sämtlichen Parkflächen noch bis zum Ende dieser Woche angebracht werden. Wie Treuchtlingens dritter Bürgermeister Hubert Stanka in einem Pressegespräch betonte, handelt es sich bei dem Parkkonzept um einen "Versuchsballon", dessen Erfolg regelmäßig überprüft werden soll. Begleitet wird die Beschilderung des Trail-Parks bald auch von einem Parkleitsystem der Stadt: An sämtlichen Ortseingängen soll es dann große Tafeln geben, die den Weg zu sämtlichen Parkplätzen im Stadtgebiet weisen. Errichtet werden sollen auch diese noch in der ersten Jahreshälfte.

Das ist für Treuchtlingens Radfahrer geplant

Die Stadt Treuchtlingen fahrradfreundlicher zu gestalten, ist ein planerischer Schwerpunkt der Stadtverwaltung in den nächsten Jahren. Denn aktuell ist das Stadtbild – insbesondere in der Kernstadt – vor allen auf Autofahrer ausgelegt. So ist der Weg zum Heumöderntal vom Festplatz vorbei an der Markgrafenkirche über die Hauptstraße, den Wallmüllerplatz und die Oettinger Straße zur Uhlbergstraße für Radfahrer ziemlich unattraktiv. Für Familien auf dem Rad ist die Strecke geradezu gefährlich.

Künftig möchte die Stadt Radtouristen und Einheimischen eine sichere Alternative abseits des Trubels bieten: Sie fahren dann lediglich zwischen Rathaus und Wallmüllerplatz auf der Hauptstraße und biegen dann geradeaus in die Alte Burgstraße ab. Die dortige Fußgängerunterführung soll umfassend umgestaltet werden, sodass neben der Treppe eine Rampe zur Wettelsheimer Straße führt. Entlang der Wettelsheimer Straße ist außerdem ein Radweg geplant.

Aktuell bewirbt sich die Stadt um ein Förderprogramm für das Projekt. Erhält sie eine Zusage, dann soll es bis Ende 2023 von einem externen Planer umgesetzt werden.

Keine Kommentare