Donnerstag, 04.03.2021

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Pappenheim baut ein Haus für Kinder

Das Vorhaben wird nach ersten Schätzungen etwa 2,8 Millionen Euro kosten - 17.01.2021 08:20 Uhr

Das Innen kehrt nach außen: Das Haus der Kinder soll ein zweigeschossiger Bau mit großen Fensterflächen werden, sodass der dringend benötigte Raum für die Kinder sichtbar wird.

15.01.2021 © Visualisierung: Architekturbüro Frosch


Im Pappenheimer Stadtrat stellte Architekt Clemens Frosch nun die ersten Planungen samt Kosten vor. Nach derzeitigen Schätzungen könnte das Bauprojekt auf rund 2,8 Millionen Euro kommen, dank Fördergeldern müsste die Stadt Pappenheim am Ende eine runde Million aus eigener Tasche bezahlen.

Das geplante Gebäude ist in diesem Preissegment "keine Luxusvariante", stellte Frosch fest, sondern eher preisliches Mittelfeld. Vergleichbare Objekte anderer Kommunen kämen teilweise erheblich teurer. Allerdings sind die 2,8 Millionen doch eine Ecke mehr, als man sich das in Pappenheim ganz zu Beginn der Idee erhofft hatte.

Die Kosten für Haustechnik steigen enorm

Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Die Heizung kann nicht wie ursprünglich gedacht an die Grundschule angeschlossen werden, stattdessen bekommt das Haus der Kinder eine eigene Wärmepumpenheizung. "Außerdem sind die Kosten für Haustechnik in letzter Zeit exorbitant gestiegen", hat Frosch beobachtet. Das kenne man auch von zahlreichen anderen Bauprojekten.

Immerhin darf Pappenheim aber für den Neubau auf Zuschüsse aus drei unterschiedlichen Fördertöpfen hoffen – insgesamt stehen rund 1,85 Millionen in Aussicht, rechnete Kämmerin Katharina Krach vor. Damit bliebe für die Stadt ein Anteil in Höhe von rund 943.000 Euro.


Der Pappenheimer Mohr steht nicht zur Diskussion


Dennoch will Bürgermeister Florian Gallus die Planungen in einer gesonderten Bauausschusssitzung noch einmal detailliert durchgehen und Einsparungsmöglichkeiten prüfen. Sein Ziel ist es, im Februar noch einen Beschluss für den Bau zu fassen, um die Förderungen auch rechtzeitig abzurufen.

"Wir steuern auf schwierige Zeiten zu", fand auch Stadträtin Sophie Wurm (CSU). Der Bauausschuss soll daher ihrer Ansicht nach noch einmal abwägen, worauf man verzichten kann, ohne den Komfort allzu sehr einzuschränken. "Wo können wir noch den Rotstift ansetzen?"

Walter Otters (FW) regte an, eventuell bei den nicht-förderfähigen Außenanlagen noch einmal anzusetzen. Hier ist derzeit ein naturnaher und pflegeleichter Außenbereich geplant mit einer Hügellandschaft, einem Teich, Magerrasen, Sandplatz, Stauden und Blühbereichen.

Von innen heraus leuchten

Das Gebäude selbst soll ein zweigeschossiger Bau aus Beton und Kalkstein mit einer anthrazitfarbenen Holzfassade und einem Fluchtbalkon im ersten Stock werden. Große Fensterflächen und Oberlichter sollen Licht in das Gebäude bringen, es aber auch "von innen heraus leuchten lassen", erklärte Architekt Clemens Frosch seine Idee.

Durch dieses Design trete der Innenraum nach außen und zeige, dass die Kinder hier zu Hause sind. "Und Raum für die Kids braucht Pappenheim", findet Frosch.

Im Erdgeschoss werden ein Speiseraum, die Küche und die Krippe untergebracht. In den Planungen war es wichtig, die besonderen Anforderungen an die Krippenräume – etwa nach Ruhe – zu berücksichtigen. Daher kann der Bereich für die Krippe auch abgetrennt werden und ist über einen eigenen Eingang erreichbar.


Hohe Kosten im Pappenheimer Haushalt


Im Obergeschoss sind die Räume für Hort und Kindergarten geplant. Der Flur erfüllt gleichzeitig auch eine Funktion als "Kinderlounge" mit Sitzmöglichkeiten und Bewegungsbereich, im Treppenhaus schwebt dem Architekten eine kleine Kletterwand vor. Bei den Materialien dominieren Holz, Beton und Glas, auch die Decken und das Dach sollen aus Beton sein, damit sich das Gebäude im Sommer nicht zu sehr aufheizt.

Für die veranschlagte Bauzeit von rund anderthalb Jahren sehen die Planungen eine extra Zufahrt zum Gelände für die Baufahrzeuge vor, sonst könnte es in Verbindung mit dem benachbarten Schulbetrieb und der unmittelbar an das Grundstück angrenzenden Busschleife Probleme geben. "Wir wollen keine Kollision Schüler–Betonmischer", machte Clemens Frosch deutlich.

Insgesamt sei das Gebäude in dieser Größe und an dieser Stelle überhaupt eine große Herausforderung, erklärt der Architekt. "Das wird eine wirklich große Baustelle."

MIRIAM ZÖLLICH

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