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Samstag, 08.08.2020

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Pleinfeld: "Das wird ein schicker Bahnhof"

Für gut elf Millionen Euro wird die Bahnstation barrierefrei umgebaut - 08.03.2020 18:04 Uhr

Nach dem Ende der Vorarbeiten sind am Pleinfelder Bahnhof nun die Bagger angerollt. Bis Dezember soll der barrierefreie Umbau abgeschlossen sein.

© Foto: Jürgen Leykamm


Zurzeit tummeln sich die Bagger auf dem Gelände. Höchste Eisenbahn also für den Pressetermin mit dem offiziellen Spatenstich, wozu nun die Deutsche Bahn lud. Bald könnten auch die Bahnhöfe in Gunzenhausen und Weißenburg in den Genuss solcher Maßnahmen kommen.

Im Zuge des Projekts in Pleinfeld werden die beiden Mittelbahnsteige (mit den Gleispaaren zwei und drei sowie vier und fünf) ganz neu gebaut. Von dort wie vom Bahnhofsgebäude gelangen die Reisenden dann künftig über neue Treppen- und Aufzugsanlagen zur Personenunterführung. Auf dem gesamten Gelände erfahren zudem das Wege- und damit auch das taktile Blindenleitsystem eine Runderneuerung.

Spatenstich mit Verantwortlichen, Ehrengästen und Bürgern: Mit den Landtagsabgeordneten Wolfgang Hauber (re.) und Manuel Westphal (3. v. re.) griffen Bürgermeister Stefan Frühwald (2. v.li), Staatssekretär Klaus Holetschek (4. v. li.), DB-Service-Regionalbereichsleiter Andreas Rudolf, Nürnbergs Bahnhofsmanagerin Claudia Gremer (v. re.) sowie Josef Neundörfer und sein Sohn Andreas zur Schaufel.

© Foto: Jürgen Leykamm


Doch dem noch nicht genug: Die Bahnsteige erhalten Dächer mit integrierter Beleuchtung und Fahrgastinformation. Moderne Bahnsteigausstattungen mit Wetterschutzanlagen und neuer Beschallung runden die Umbaumaßnahme ab. "Das wird ein richtig schicker Bahnhof" , stellte vor dem Griff zur Schaufel Andreas Rudolf von der DB Station & Service AG in Aussicht.

Verwirklicht werde die Maßnahme im Rahmen des 160 Millionen schweren "BayernPaket II" des Freistaats, so der Leiter des AG-Regionalbereichs Süd. Sie soll mit rund 11,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Ein Projekt in dieser Größenordnung gehe freilich mit "viel Planung, viel Ärger und viel Abstimmung" einher, räumte er zugleich ein.

Über das Ergebnis können sich die täglich hier verkehrenden 2400 Reisenden dann aber umso mehr freuen. Der Freistaat trage mit mehr als neun Millionen Euro die finanzielle Hauptlast, wie Bayerns Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek betonte. Doch der Umbau an sich rechtfertige natürlich diesen Einsatz: "Sowohl mit Gepäck wie mit Kinderwagen oder Rollator muss es möglich sein, die Bahn als klimafreundliche Alternative zum Auto nutzen zu können." Den restlichen Betrag übernehmen die Deutsche Bahn und der Bund.

Rückbau am Gleis 1

Für eine immer älter werdende Gesellschaft gewinne das Thema Barrierefreiheit eine immer größere Bedeutung, so der Staatssekretär. Er selbst sei "leidenschaftlicher Pendler" – per Zug natürlich. Als solcher sind ihm Diskussionen über die Bahn an sich nicht fremd.

Solche gab es auch beim Pressetermin. Josef Neundörfer und Sohn Andreas mischten sich unter die Ehrengäste und wollten wissen, ob im Rahmen des Umbaus wirklich der schon barrierefreie Bahnsteig 1 "mit Steuergeldern zurückgebaut werden soll". Das sei tatsächlich so, da dieser für den Betrieb nicht mehr erforderlich sei und so Folgekosten gespart würden, so die Antwort. Dass die berücksichtigten Einstiegshöhen zwar den neuen Zügen entsprächen, aber oft nicht den derzeit verkehrenden, monierten die beiden ebenso. "Die Zeitverzögerung gehört zur Wahrheit dazu", bestätigte Holetschek, der zudem eine ausführliche Antwort der Fragen ankündigte.

Beim Spatenstich durften Vater und Sohn Neundörfer im Gegenzug mitwirken. Generell überwog natürlich die Freude über den Umbau des Knotenbahnhofs Pleinfeld, was von allen begrüßt wurde. Er ist nach jenem (bereits barrierefrei ausgebauten) in Treuchtlingen die am zweitstärksten frequentierte Bahnstation im Landkreis. Neue Förderoptionen ermöglichten nun zudem Umbaumaßnahmen an den Bahnhöfen Weißenburg und Gunzenhausen, machte der Staatssekretär Lust auf mehr.

Das weckte natürlich weitere Begehrlichkeiten, die Pleinfelds Bürgermeister Stefan Frühwald sogleich äußerte. Der jetzige Umbau könne eigentlich nur eine erste Phase darstellen. Denn der Ort stelle das Tor zum Fränkischen Seenland dar. Der direkte Weg zum Großen Brombachsee sei aber der über die Bahnhof-Nordseite. Der Zugang von dort allerdings werde bei der aktuellen Maßnahme nicht berücksichtigt. Deswegen "möchte ich Sie gern schon jetzt zum nächsten Schritt einladen, nämlich den zur Barrierefreiheit zur Nordseite", so Frühwald. Der sei durchaus bedeutend, da gerade viele Urlauber den Bahnhof nutzten.

 

JÜRGEN LEYKAMM

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