Ratsentscheid soll Klarheit zu Center Parcs bringen

5.12.2020, 06:00 Uhr

© Center Parcs

"Ich habe einen jungen Gemeinderat mit sechs neuen Mitgliedern und ich werde ihnen eine Entscheidung von dieser Größenordnung nicht zumuten", so Huber. Zumal das geschätzt 350 Millionen Euro schwere Projekt schon jetzt das Dorf spaltet. "Das geht nicht durch die Familien, aber durch die Nachbarschaften. Da gibt es jetzt einige, die gerade nicht mehr viel miteinander reden", weiß der Bürgermeister.

Diesbezüglich kritisiert er die Bürgerinitiative Seenland in Bürgerhand, die sich gegen das Projekt formiert hat. "Die Bürgerinitiative ist weit davon entfernt, sachlich zu sein", beklagt Bürgermeister Huber. Und er verweist darauf, dass Gegner des Projekts Gemeindebürger teils "massiv angegangen" hätten.

Schnelle Entscheidung nötig

Aus seiner Sicht sei es wichtig, schnell eine grundsätzliche Entscheidung zu dem umstrittenen Thema herbeizuführen. Bis Mitte nächsten Jahres werde es trotzdem dauern, weil man auf den sogenannten "Masterplan" von Center Parcs warten müsse, um belastbare Fakten zu haben, die eine Einschätzung und Abstimmung erst möglich machten.

Auch wenn die Kritiker des Projekts öffentlich sehr präsent seien, geht Pfofelds Bürgermeister von einem offenen Rennen aus. In Langlau sei die Meinung zwiegespalten, im Hauptort Pofeld erlebe er eher eine Mehrheit für das Projekt. Am Ende werde es auch davon abhängen, wie hoch die Wahlbeteiligung sein wird.

In einem Interview mit dem Weißenburger Tagblatt erklärte derweil Center-Parcs-Projektentwickler Jan Janssen, dass man erste Mitte Februar mit dem Vorliegen eines Masterplans für den Ferienpark am Brombachsee rechnen könne. Es sei zu Verzögerungen bei den Untersuchungen gekommen, die unter anderem mit den verschärften Corona-Vorgaben zu tun hätten.

Der Park im Seenland wird kleiner als im Allgäu

Klar sei aber bereits, dass der neue Park kleiner ausfallen werde, als der im Allgäu, der bislang als Referenz galt. Es habe sich gezeigt, dass wohl etwa 40 bis 50 Hektar der rund 150 Hektar großen Fläche so schützenswürdig sei, dass man sie nicht in die Planung miteinbeziehen werde, erläuterte Janssen. "1000 Häuser wie in Leutkirch werden es deshalb am Brombachsee sicher nicht werden. Wir gehen in Langlau von 800 und vielleicht etwas mehr aus."


Das sagt die Bürgerinitiative "Seenland in Bürgerhand"


Erstmals legte sich der holländische Manager in dem Interview fest, dass der neue Park CO2-neutral werden soll. Das werde nur in einem Mix aus verschiedensten erneuerbaren Energien und in enger Zusammenarbeit mit der Region gehen. Man sei bei Center Parcs überzeugt, dass die Ökologie einer Ferienanlage gerade für junge Familien ein immer wichtigeres Kriterium bei der Wahl des Urlaubsziel sei. Ökologie mache für Center Parcs also auch betriebswirtschaftlich Sinn.

Dass es in der Region erheblichen und lautstarken Protest gegen die Pläne von Center Parcs gibt, empfindet Janssen als bedauerlich, weil es bislang nicht gelungen sei, in einen Dialog zu kommen. "Bei unserem Projekt in Langlau werden im Moment viele Unwahrheiten und Spekulationen verbreitet", so Janssen. "Das frustriert mich in hohem Maße."

Allerdings bekomme man auch viele positive Signale aus der Bevölkerung. "Leute, die sagen, haltet durch, wir brauchen sowas, das ist wichtig für die Region." Auch von Politik, Hotel- und Gaststättenverband oder der örtlichen IHK bekomme man Unterstützung. Der Bürgerabstimmung in Langlau steht Janssen positiv gegenüber und rechnet sich für Center Parcs gute Chancen aus. Das sehen die Kritiker des Projekts naturgemäß anders.

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