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Sexuelle Übergriffe: Weißenburger Polizist verurteilt

Auch der Polizei mit Verhalten einen "erheblichen Schaden" zugefügt - 22.07.2019 19:17 Uhr

Er habe noch nie in seinem Leben eine Frau sexuell belästigt, sagt der Angeklagte in seiner letzten Äußerung, bevor das Landgericht Ansbach am Montagabend über ihn urteilt. "In 26 Jahren als Polizeibeamter habe ich mich immer korrekt verhalten", sagt Peter M. (alle Namen von der Redaktion geändert).

Das Gericht war offenbar anderer Ansicht. Es verurteilte den Weißenburger Beamten, der seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn im August 2018 vom Dienst suspendiert ist, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten wegen schweren sexuellen Übergriffs und sexueller Belästigung.

Polizei "erheblichen Schaden" zugefügt

Die Opfer dieser Taten waren zwei Frauen aus Weißenburg beziehungsweise Ellingen. Beide Frauen hatten vor Gericht gegen den Mann ausgesagt: Dorothee L., die den Angeklagten zuvor laut eigener Aussage von einem Einsatz gekannt hatte, beschrieb, wie Peter M. sie Zuhause aufgesucht und gegen ihren Willen angefasst habe.

Ähnliches berichtet auch Christel F., eine zum betreffenden Zeitpunkt 74-jährige Seniorin. Dass sich die Situation genau umgekehrt verhalten habe, nämlich dass Christel F. sich dem Polizeibeamten "angeboten" habe, wie er es berichtet hatte, hielt der Staatsanwalt für unglaubwürdig. Er könne sich vieles vorstellen, halte es aber für "ausgeschlossen" dass Christel F. dem Polizisten unbekleidet die Tür geöffnet und ihm sexuelle Avancen habe. Vielmehr sei es so, dass Peter M. "gezielt an Frauen herangetreten ist, bei denen er davon ausgehen konnte, dass sie keinen Widerstand leisten", so der Staatsanwalt. 

Das Gericht schloss sich dieser Ansicht offenbar an und verurteilte den Weißenburger zu zwei Jahren und acht Monaten Haft. Besonders schwer wiege, dass er nicht nur beide Taten während seiner Tätigkeit als Polizeibeamter verübt habe, sondern im Fall der Seniorin sogar uniformiert und bewaffnet gewesen sei, so der vorsitzende Richter. Er habe das Vertrauen, das Polizeibeamten entgegen gebracht wird, missbraucht und so auch der Polizei mit seinem Verhalten einen "erheblichen Schaden" zugefügt. 

mse

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