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Solnhofen: Wohl kein Gegenkandidat für Tobias Eberle

Sozialdemokraten haben nun ihren Bürgermeisterkandidaten gekürt - 07.12.2019 16:35 Uhr

Die Kandidaten der SPD-Solnhofen für den Gemeinderat mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Tobias Eberle, der als Verwaltungsfachwirt der neue Rathauschef werden soll. © Foto: Rainer Heubeck


Eines ist weitestgehend sicher: Ab Mai 2020 wird Tobias Eberle der jüngste Bürgermeister im hiesigen Landkreis sein. Der 32-jährige Solnhofener wurde am Donnerstagabend einstimmig vom SPD-Ortsverein Solnhofen zum Bürgermeister-Kandidaten gekürt. Da Eberle der einzige Kandidat ist – die CSU und Freien Wähler verzichteten auf einen Bewerber – gilt seine Wahl als sicher.

Der gebürtige Solnhofener, der aktuell noch als Verwaltungsfachwirt die Geschäfte der Nachbargemeinde Mörnsheim führt, wird damit in die Fußstapfen von SPD-Rathauschef Manfred Schneider treten, der bekanntlich nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr antritt. "Ich bin politisch unbelastet und will eine offene und überparteiliche Kommunalpolitik für Solnhofen machen", sagte Eberle bei seiner Vorstellungsrede. "Parteipolitik hat bei uns im Gemeinderat nichts zu suchen", schließlich gehe es einzig um das Wohl der gesamten Gemeinde, betonte der aktive Fußballer und Trainer. Letzteres Engagement bei der Eintracht in Kattenhochstatt wird er mit Ende der Saison aber beenden. "Da fehlt dann die Zeit", sagte Tobias Eberle im Gespräch mit dem Weißenburger Tagblatt.

Tobias Eberle ist ein Solnhofener "Urgestein", wie die Ortsvereinsvorsitzende Ute Grimm bei der Nominierungsversammlung betonte, ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. "Ich fühle mich hier wohl, weil Solnhofen sehr lebenswert ist." Dass dies auch in Zukunft so bleibt, daran will er mit dem künftigen Gemeinderat arbeiten. "Als waschechter Solnhofener liegt mir die Gemeinde sehr am Herzen." Und er betonte mit Blick auf alle Bürger ein "wir zusammen". Gerade das Wir-Gefühl sei aus seiner Sicht in der Vergangenheit etwas abhanden gekommen.

Als Bürgermeister wolle er mit allen Solnhofenern reden. "Die Tür zum Bürgermeister steht immer offen und ich werde ein offenes Ohr für jeden und alle Themen haben", versprach er. Andere Wahlversprechen – wie etwa neue Projekte – wollte er nicht machen, denn: Der Gemeinde sind die Einnahmen weggebrochen, die Finanzlage sei eher "Fünf nach Zwölf". Deshalb sei das Versprechen von "Luftschlössern" aus seiner Sicht unlauter.

Dennoch formulierte der SPD-Bürgermeisterkandidat einige Ziele. "Mir mir wird es keine Privatisierung der Wasserversorgung geben", betonte er und erhielt dafür spontanen Beifall. Auch an der bereits auf den Weg gebrachten Ausweisung des Baugebietes am Bieswanger Weg (das von einigen Bürgern heftig kritisiert wird) will er festhalten – nicht zuletzt um jungen Familien einen Verbleib in Solnhofen zu ermöglichen. Anregen will er auch einen Seniorenbeauftragten oder Seniorenbeirat und zudem das Jugendzentrum unterstützen. Auch um die Belange der Vereine und Gewerbetreibenden will er sich kümmern – etwa in Form eines Ehrenabends.

Eberle, der nach dem Abitur 2006 in Regensburg studiert hat, absolvierte 2016 die Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt und ist seitdem Verwaltungsstellenleiter der Gemeinde Mörnsheim. Dass seine Wahl zum Bürgermeister von Solnhofen so gut wie sicher ist, zeigt auch, dass schon eine Nachfolgerin in Mörnsheim eingestellt worden ist. Er sei zwar politisch bislang nicht aktiv gewesen, doch als Verwaltungsleiter "weiß ich, wie der Hase läuft – oder wie er laufen sollte". Diese Erfahrung will Eberle auch im Kreistag einbringen – für den er wie die beiden amtierenden Solnhofener SPD-Kreisräte Ute Grimm und Manfred Schneider – ebenfalls kandidiert.

Das ist auch aus Sicht der Solnhofener SPD ein großer Pluspunkt des Kandidaten, der je nachdem welche SPD-Bewerber in den Gemeinderat gewählt werden, auf eine gute Mischung aus Erfahrung und frischem Wind bauen kann. Einstimmig wurde vom Ortsverein die Liste mit zwölf Frauen und Männern im Alter von 20 bis 65 Jahren abgesegnet, auf der auch der amtierende Bürgermeister kandidiert. Manfred Schneider: "So ganz aufhören wollte ich noch nicht." Auch nicht mit der Musik, mit der Schneider an Gitarre und Akkordeon die Nominierungsveranstaltung auflockerte und die er bald wieder forcieren kann.

Die Kandidaten der SPD in Solnhofen:

1. Tobias Eberle, Verwaltungsfachwirt

2. Ute Grimm, Verwaltungsangestellte

3. Klaus Hölzl, Finanzbeamter i. R.

4. Inka Poller, Volkswirtschaftlerin

5. Uwe Pobatschnig, Krankenpfleger

6. Britta Pantano, Rentnerin

7. Manfred Schneider, Bürgermeister

8. Alfred Mack, Leiter Intensiv

9. Philipp Geier, Werkzeugmechaniker

10. Gerhard Göllinger, Arbeiter

11. Uwe Gsänger, Maschinenbauing.

12. Dominic Henle, Angestellter

RAINER HEUBECK

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