Treuchtlinger Abschlussschüler hinterließen "Spuren"

24.7.2017, 06:04 Uhr
Rote Rosen zum Abschluss: Blumen gab es von der Raiffeisenbank für alle Absolventen von Real- und Mittelschule. Deren Klassensprecher (links) gaben den Familien einen Einblick in Freud und Leid, lustige und ernste Erlebnisse ihrer zurückliegenden fünf bis sieben Schuljahre an der „Sene“.

Rote Rosen zum Abschluss: Blumen gab es von der Raiffeisenbank für alle Absolventen von Real- und Mittelschule. Deren Klassensprecher (links) gaben den Familien einen Einblick in Freud und Leid, lustige und ernste Erlebnisse ihrer zurückliegenden fünf bis sieben Schuljahre an der „Sene“. © Patrick Shaw

Ein solcher Weg ist der von Laura Velo. Die Neunt­klässlerin (Klasse 9cH) mit südeuropäischen Wurzeln ist erst vor einem Jahr ohne jegliche Deutschkenntnisse an die „Sene“ gekommen. Bei der Abschlussfeier stand sie jedoch gleich unter den Klassen- und sogar den Jahrgangsbesten auf der Bühne – mit einem Notendurchschnitt von 1,8.

Neben ihr reihten sich Michael Lang (9aH) mit einem Schnitt von 2,0 und Lara Meyer (9bH) mit einer 2,5 in die Riege der besten Mittelschüler ein. Im M-Zug hatten Lisa Beierlein (10aM) mit einem Notendurchschnitt von 1,78 und Kim Schultheiß (10bM) mit 1,56 am fleißigsten gelernt. Die Klassenbes­ten der Realschule sind Jasmin Aisenbrey (10cR) und Janik Jakob (10bR) mit jeweils 1,55 sowie Jan Schneider (10aR), der mit einer beachtlichen 1,18 zugleich bester Absolvent beider Schulzüge in diesem Jahr ist.

„Spuren hinterlassen“ haben aber nicht nur die Spitzenschüler, sondern auch die besonders engagierten und aktiven Jugendlichen. Unter ihnen sticht Jessica Reif aus der Klasse 10aR heraus. Die Dittenheimerin spielt Fußball beim SV 67 Weinberg in der ersten U17-Bundesliga und hat vergangenes Jahr gleich bei ihrem Debüt das 1:0 geschossen. Trotz vier bis fünf sportlichen Einsätzen pro Woche hat sie ihren Abschluss mit einer Zwei vor dem Komma bestanden und sich „ganz nebenbei“ an der Schule als Streitschlichterin, Tutorin und Sanitäterin sowie in der Klettermannschaft engagiert. Beim Fußballturnier „Lehrer gegen Schüler“ sorgte sie heuer dafür, dass die Lehrer nicht ganz so schlecht aussahen.

Für Jessica Reif gab es deshalb von der Sparkasse Mittelfranken-Süd in Person von Filialdirektor Ralf Lenik den Sparkassenpreis. Ihn erhielten zudem Sophie-Marie Mühling, die als Klassensprecherin, im Eine-Welt-Laden und in der Flüchtlingshilfe tätig war, sowie Kim Schultheiß, die ein Aktivposten bei der Treuchtlinger Feuerwehr ist (beide Klasse 10bM).

Mit warmen Worten an Schüler, Eltern und Lehrer hatten zuvor Mittelschul-Konrektorin Susanna Rathsam und der stellvertretende Realschul-Direktor Florian Schöpfel das „Schaulaufen“ der festlich herausgeputzten Abschlussklassen in der gut gefüllten und drückend heißen Dreifachsporthalle eröffnet. „Ihr seht alle ganz furchtbar toll aus!“, freute sich auch Elternbeirats-Vorsitzende Anja Ritter mit den Absolventen und blickte auf deren fünf bis sieben Schuljahre an der „Sene“ zurück – auf Lachen und Weinen, Abenteuer im Schullandheim, das Bangen um die Noten und bei vielen wohl auch auf den ersten Kuss.

Die Klassensprecher ergänzten die Erinnerungen um ihre eigenen Erlebnisse und so einige Eigenheiten und Skurrilitäten ihrer Lehrer. Dabei blieben alle acht Abschlussreden eher brav und ohne größere Seitenhiebe. „Freuen wir uns auf die nächste Etage unseres Lebens“, riefen die Absolventen ihren Mitschülern zu.

Gute Aussichten fürs Berufsleben: Die acht Klassenbesten zusammen mit den vier Schulzugleitern.

Gute Aussichten fürs Berufsleben: Die acht Klassenbesten zusammen mit den vier Schulzugleitern. © Patrick Shaw

Dass dieser Abschnitt erfolgreich wird, zeigte sich auch Schulleiterin Gabriele Gippner überzeugt. Zwar seien gute Noten die „Eintrittskarte erster Klasse“ ins Berufsleben, aber auch für alle anderen seien die Chancen auf dem Arbeitsmarkt derzeit nicht schlecht. Der Schritt ins Erwachsensein bedeute zugleich, Verantwortung für sich, vielleicht eine Familie und für die Gesellschaft zu übernehmen. „Auch von Euch wird es abhängen, dass unsere Demokratie so stark bleibt, wie sie ist“, so Gippner zu den Abgängern.

Genauso wichtig oder sogar wichtiger als ein guter Job seien Familie, Freunde und Gesundheit, gab Mittelschul-Rektor Ulrich Salomon den Absolventen mit auf den Weg. Zwar würden einige Schulfreundschaften irgendwann verblassen, doch es kämen neue hinzu. In Sachen Gesundheit mahnte er die jungen Leute, sie zu achten – insbesondere beim Verhalten im Straßenverkehr. „Ihr habt nur dieses eine, kostbare Leben“, so Salomon.

„Wie findet man sein Glück?“, fragte schließlich Realschul-Direktorin Angelika Gräbner. Als Antwort zitierte sie den Kabarettisten und Mediziner Dr. Eckart von Hirschhausen: „Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig.“

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