Dezentral und familiär

Treuchtlinger Volksfest findet in kleinem Rahmen statt

29.6.2021, 06:01 Uhr
Für Familien mit Kindern wird es ab dem 9. Juli vereinzelte Buden und Fahrgeschäfte im Stadtgebiet geben.

Für Familien mit Kindern wird es ab dem 9. Juli vereinzelte Buden und Fahrgeschäfte im Stadtgebiet geben. © Patrick Shaw

„Ein normales Volksfest mit Bierzelt, Live Musik und einer großen Auswahl an Fahrgeschäften wird es auch in diesem Jahr nicht geben“, fasste Günther Hüttinger, Mitarbeiter der Treuchtlinger Kur- und Touristinformation, den gemeinschaftlichen Entschluss zusammen.

Ringen um eine gute Lösung

Günther Hüttinger hatte die Entscheidung zuletzt lange herausgezögert. Das geschah ganz bewusst, da man so lange wie möglich abwarten wollte, ob sich eben doch eine kleinere Volksfestvariante, mit Biergarten in der Mitte statt einem Bierzelt und einigen Fahrgeschäften an einem zentralen Platz umsetzen lässt.

Letztlich entschied sich die Stadtverwaltung aus Kostengründen gegen diesen Weg. Wie es aus dem Rathaus heißt, wäre für ein Volkfest im gewohnten Format eine Besuchererfassung mit maximaler Anzahl an Gästen notwendig gewesen. Das dafür notwendige Security-Personal sowie die Bauhof-Leistungen hätten dann allerdings in keinem Verhältnis mehr zum zu erwartenden Umsatz für die Schausteller gestanden.

Für Letztere sei diese dezentrale Variante hingegen oft nicht Kosten decken. Zahlreiche Buden und Fahrgeschäfte könnten nur dann lohnend arbeiten, wenn Besucherströme möglich sind. Diese helfen auch, schlecht besuchte Tage zu kompensieren. Durch eine strenge Regulierung der Besucherzahlen könnten manche Schausteller also letztlich nur ein Minusgeschäft einfahren.

Kleine Highlights – vor allem für die Familien

Im Kur-, Kultur-, Tourismus- und Stadtmarketing-Ausschuss wurde vor einigen Tagen zuletzt über das Volksfest debattiert. Günther Hüttinger nutzte diese Möglichkeit insbesondere dazu, um verschiedene Meinungen aus dem Stadtrat einzuholen und über die bislang geringe Resonanz der Schaustellerbetriebe zu informieren.

Man hatte sich darauf geeinigt, den Schaustellern die Möglichkeit zu geben, sich an verschieden Biergärten oder öffentlichen Plätzen während des Volksfest-Zeitraums von 9. bis 18. Juli aufzustellen. Hierbei wird bewusst kein Volksfest-Charakter forciert, sondern einfach das ein oder andere Highlight für Familien an ohnehin öffentlich frequentierten Plätzen geschaffen. Mit diesem Konzept ist nunmehr auch keine Besuchererfassung notwendig.

Die Touristinformation bietet diese Plätze nun als Standmöglichkeit an und wartet weiterhin auf feste Zusagen seitens der Schausteller. Unter normalen Bedingungen gastieren vor der Treuchtlinger Stadthalle rund 20 Schaustellerbetriebe, in diesem Jahr werden es aber wohl deutlich weniger sein.

Insbesondere das Bier- und Weinzelt, aber auch die großen Fahrgeschäfte, könnten bei der dezentralen Variante schließlich nicht mit vielen Besuchern rechnen.

Biergarten mit Extras

Einige wenige Schausteller haben indessen bereits zugesagt und werden vom 9. bis 18. Juli in der Kernstadt für Volksfestgefühle sorgen. Im Bereich vor der Stadthalle werden sowohl das Kettenkarussell als auch der Mandelwagen gastieren und gewissermaßen eine Erweiterung zum Biergarten „Zum Janni“ sein.

Am zweiten Standort, dem alten Bauhof, wird es ein Kinderkarussell geben. Es wird somit in unmittelbarer Nähe zum Biergarten der Pension „Zur Brücke“ aufgestellt.

„Wir wissen natürlich, dass es kein echter Ersatz ist“, räumte Treuchtlingens Bürgermeisterin, Kristina Becker, unumwunden ein. Die Entscheidung für das Volksfest in seiner abgespeckten Form findet sie dennoch richtig. „Wenn wir wenigstens der ein oder anderen Familie ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, ist diese Variante schon besser als nichts“, formulierte sie.