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Donnerstag, 25.02.2021

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USK-Einsatz in Franken: Polizei hebt Bande von Flüchtlingsschleusern aus

Ring soll illegalen Transport von Syrern nach Deutschland organisiert haben - 15.02.2021 15:53 Uhr

Immer wieder spürt die Polizei auch in Franken und Bayern Flüchtlingsschleuser auf. 

31.01.2018 © Bundespolizei (dpa)


Erste Hinweise auf die Bande, die wohl unter anderem von Nürnberg und dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aus operiert hat, kamen aus Österreich. Dort gerieten Schleuser ins Visier des Landeskriminalamtes. Seit November ermittelt die Nürnberger Kripo, das Präsidium Mittelfranken spricht von "monatelanger und intensiver" Kleinstarbeit. Dabei gerieten vier Männer als Drahtzieher des Ringes ins Visier der Ermittler.

"Aufgrund mehrerer Aussagen bereits festgenommener Schleuser verdichtete sich die Beweislage gegen die Tatverdächtigen", teilt das Präsidium mit. Am vergangenen Donnerstag durchsuchten Kräfte des Unterstützungskommandos (USK) vier Wohnungen in Nürnberg und im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Zuvor habe es konkrete Hinweise auf weitere Schleusungen von Syrern gegeben. In einem rund 40 Quadratmeter großen Apartment habe man elf Menschen gefunden - mindestens einer von ihnen sei tatsächlich illegal nach Deutschland gebracht worden.

Wie groß ist die Bande wirklich?

Auch die vier mutmaßlichen Drahtzieher der Bande konnten festgenommen werden - sie sind zwischen 19 und 23 Jahren alt. Bei der Razzia stellte die Polizei "umfangreiches Beweismaterial sicher", heißt es in einer Mitteilung. Dazu gehören neben Datenträgern und Mobiltelefonen auch ein BMW X6.

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Wie groß die Bande ist, ist noch unklar. "Wie oft sie Personen geschleust haben, das versuchen wir jetzt herauszufinden", sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Dafür werden nun Festplatten ausgewertet, man gehe aber davon aus, "dass es um mehr als einen Fall" geht. Die Ermittlungen laufen. "Es kann durchaus sein, dass sich der Verdacht noch gegen weitere Beschuldigte erhärtet."

Die vier Hauptverdächtigen sind mittlerweile in Untersuchungshaft, das Amtsgericht Ansbach ließ sie in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Bayern unterbringen.


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