13°

Montag, 23.09.2019

|

vhs Weißenburg in Raummisere

Bildungseinrichtung erlebt unendliche Geschichte - 28.05.2018 06:11 Uhr

Wird wohl nicht zum Domizil der vhs: Das Progymnasium an der Nördlichen Ringstraße. Das ehemalige Schulgebäude hat einen hohen Sanierungsaufwand. © Robert Renner


Derzeit ist sie mehr schlecht als recht im zweiten Obergeschoss des städtischen Gebäudes Am Hof 23 untergebracht, in dessen Parterre sich das CVJM-Heim befindet. Und gerade die Lage der Räume im Dachgeschoss eines Hauses ohne Aufzug ist eines der Hauptprobleme. Denn der überwiegende Teil der Kursteilnehmer sind ältere Menschen. Für sie stellt das Treppenhaus mitunter schon eine Herausforderung dar – ungeachtet dessen, dass es den vernachlässigten Charme der 1960er-Jahre versprüht.

Doch das ist freilich nur ein Randaspekt, vielmehr sind die beengten Platzverhältnisse in den lediglich zwei schmalen Kursräumen mit Dachschrägen ein Problem. Auch deren technische Ausstattung ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Und es steht lediglich eine Toilette zur Verfügung.

Die Volkshochschule ist darüber hinaus mit ihren Kursen „in vielen Räumen zur Miete“, berichtet Schatzmeister Peter Bog. „Wir bilden uns aber auch gar nicht ein, dass alle Kurse in eigenen Räumen stattfinden müssen“, schob er bei einem Gespräch mit unserer Zeitung nach.
Vielfach nutzt die vhs Schulräume. Doch sie hat eben gerade auch Hausfrauen und Senioren als Zielgruppen. Und die kommen vor allem gerne zu Vormittagskursen. „Aber vormittags kommen wir in die Schulen nicht rein,“ verdeutlichte vhs-Vorsitzender Andreas Palme das Dilemma. Daher fordert er: „Es muss etwas passieren. Wir brauchen ein Gebäude, das für unsere Zwecke geeignet ist.“

Lange genug ist die vhs schon in Wartestellung, wie ein Rückblick, den Bog unter dem Titel „Quartiersuche der Volkshochschule Weißenburg und Umgebung e. V. – . . . eine unendliche Geschichte“ zusammengetragen hat. Ab Januar 1997 standen der vhs Räume in der Doerfler-Villa am Parkhaus zur Verfügung, wo sie sich wohlfühlte, die sei aber Ende 2002 wieder verlassen musste. Die „mit viel Mühe und auch Kosten“ eingerichteten Räume wurden zum 31. März 2003 gekündigt. Es folgte der Umzug ins Dachgeschoss Am Hof 23, wofür die Volkshochschule 17 000 Euro investierte.

Fünf Jahre später findet sich in einem Protokoll einer Vorstandssitzung der Hinweise auf eine Diskussion um ein neues Domizil. Gesprochen wird unter anderem über das Karmeliterkloster, den Bahnhof, das ganze Gebäude Am Hof 23 und das Progymnasium.

Im Juli 2008 wurden mit dem damals neuen Oberbürgermeister Jürgen Schröppel die Räume am Hof besichtigt. Man war sich einig, dass sie nur bedingt für die Volkshochschule geeignet sind. Bog schreibt von einer „übereinstimmenden Auffassung, eine Ersatzlösung anzustreben“.
Im April 2010 beantragte dann die CSU-Stadtratsfraktion, das Progymnasium für die vhs herzurichten. Schon wenig später vermerkte man bei der vhs: „Nach internen Informationen scheint ein Umzug ins Progymnasium in 2011/2012 möglich“. Und tatsächlich gab es im Mai einen Stadt-ratsbeschluss, dass die Volkshochschule in das Gebäude an der Nördlichen Ringstraße einziehen soll.

Die Räume wurden von der Vereinsführung und OB Schröppel besichtigt. 2011 folgen Untersuchungen zum Investitionsbedarf, doch Anfang 2012 stand im Weißenburger Tagblatt zu lesen: „Das Progymnasium muss auf Sanierung warten.“ Im Dezember 2014 wies vhs-Vorsitzender Palme in einem Brief an Stadträte auf die Zustände im Gebäude am Hof erneut hin.  Wenige Wochen später folgte ein Gespräch mit CSU-Stadträten, bei dem ebenfalls auf die andauernde Raummisere hingewiesen wurde.

Der letzte Punkt in Bogs Auflistung stammt aus dem September 2017, als die vhs-Führung bei der Stadt nachfragte, wann mit der Renovierung des Progymnasiums denn nun zu rechnen sei. OB Schröppel habe geantwortet, dass er aus finanziellen Gründen in nächster Zeit keine Möglichkeit sehe, das Projekt anzugehen – zumal die Ausgaben deutlich im Millionenbereich geschätzt werden. Auch in den Stadtratsfraktionen von SPD und CSU sieht man momentan keinen finanziellen Spielraum für die Sanierung.

Mittlerweile sind weitere Standorte im Gespräch, darunter erneut das gesamte Gebäude Am Hof 23, das Haus Pfarrgasse 2, das in städtischem Eigentum ist, und das Ämtergebäude in der Jahnstraße. „Gegenüber dieser Lösung haben wir eine große Skepsis“, unterstreicht allerdings Palme. Das Haus Pfarrgasse 2 sei gänzlich ungeeignet. Hingegen wäre das gesamte Gebäude Am Hof 23 ein Lösungsansatz, so denn für den CVJM eine Lösung gefunden würde. Jedoch wäre dort ebenfalls „baulich einiges zu machen“. Palme: „Mit einem Eimer Farbe ist es nicht getan.“ 

Robert Renner

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Weißenburg