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Viele Fragen an die Center-Parcs-Planer

Im Livestream stellten gab es Antworten zum aktuellen Stand des Ferienparks am Brombachsee - 16.04.2021 06:29 Uhr

Livestream von Center Parcs über den aktuellen Planungsstand im Studio von München TV: Projektleiter Jan Janssen, Bürgermeister Roland Huber, Prof. Dr. Christoph Eipper, Moderatorin Marion Gehlert, Umweltgutachter Burchard Stocks und Frank Daemen, Geschäftsführer von Center Parcs Deutschland, stellten sich den Fragen der Zuschauer.

15.04.2021 © Screenshot: Markus Steiner


Dort standen Projektmanger Jan Janssen, Pfofelds Bürgermeister Reinhold Huber, der Tübinger Umweltgutacher Burchard Stocks, Umweltsachverständiger Prof. Dr. Christoph Eipper (Envi Experts GmbH Nürnberg) und CP-Manager Frank Daemen in der von Marion Gehlert (München TV) moderierten Runde Rede und Antwort.

Das Fazit einer Center-Parcs-Befürworterin: "Ein tolles Format diese Infoveranstaltung im Livestream – sehr informativ und interessant." Eine Meinung, die für die Gruppe "Wir sagen Ja zu Center Parcs am Brombachsee" repräsentativ sein dürfte.


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Vonseiten der Gegner wurden kaum kritische Fragen eingeworfen, was von den Befürwortern offenbar als Feigheit vor dem Feind interpretiert wird. Für Menschen, die das Thema Center Parcs seit vergangenem Sommer aufmerksam verfolgen, brachte der Livestream vermutlich keine echten Neuigkeiten.

Prof. Eipper, der für die Entmilitarisierung des Geländes zuständig ist, hält das Projekt jedenfalls "für die einzige Chance, dieses Areal öffentlich zugänglich zu machen". Burchard Stocks sieht das genauso: "Das Gelände ist nur nutzbar, wenn es komplett saniert wird."

Frank Daemen, Geschäftsführer von Center Parcs Deutschland, äußerte in seinem Schluss-Statement die Hoffnung, dass der Dialog dazu beiträgt, "eine gewisse Spannung herauszunehmen". Sein Wunsch sei es, dass man "normal miteinander redet" und "das Gemeinsame findet". Jan Janssen war es ein Anliegen, zu betonen, dass er und seine Kollegen "keine Real-Estate-Spekulanten oder Heuschrecken" seien und es die Firma Center Parcs bereits seit 52 Jahren gebe und in dieser Zeit noch kein einziger Park abgestoßen worden sei.


Center Parcs zeigt sein Dorf am Brombachsee

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"Bitte, liebe Leute, kommt zur Vernunft und lasst uns gemeinsam an einer Lösung arbeiten für nachhaltigen und ganzjährigen Tourismus", lautete sein Appell am Ende, danach dankte die souveräne Moderatorin Marion Gehlert den Zuschauern für "Ihre Geduld und den Dialog". Am Ende der gut zweieinviertel Stunden saßen immerhin noch 84 Zuschauer vor der Übertragung.

Anschließend geben wir einige Fragen und Antworten wieder, wie sie im Livestream direkt von Zuschauern gestellt wurden.

Was sind die drei wichtigsten Vorteile eines Center Parcs im Fränkischen Seeland?

Janssen: Nachhaltigkeit, viele Arbeitsplätze und eine enorme Steigerung der Bekanntheit des Fränkischen Seenlandes.

Wie vielen Vollzeitäquivalenten entsprechen die Arbeitsplätze im Center Parc am Brombachsee?

Daemen: Wir rechnen mit rund 550 Arbeitsplätzen vor Ort und noch einmal so viele außerhalb des Parks. 90 bis 95 Prozent unserer Mitarbeiter kommen aus der Region, zwölf bis 15 Prozent davon sind Auszubildende.

Wann können wir für Center Parcs am Brombachsee buchen?

Janssen: Da liegt noch ein ganz langer Weg vor uns, da müssen Sie sich noch gedulden.

Prof. Eipper: Wir brauchen bis zu 18 Monate allein für die Kampfmittelräumung.

Wer bezahlt die notwendige Erweiterung der Kläranlage?

Janssen: Wir haben dem Zweckverband Brombachsee vier Lösungen für das Abwasser und zwei für das Trinkwasser vorgestellt. Die Kosten pro Kopf werden danach sogar gesenkt.

Woher kommt das Wasser für den 2,7 Hektar großen künstlichen See im Park?

Stocks: Der See im Park wird mit Regenwasser von den Dächern der Häuser gespeist.

Wo werden die Gewinne versteuert?

Daemen: Die Steuern zahlen wir natürlich vor Ort.

Wer trägt die Kosten für die Schadstoff- und Kampfmittelbeseitigung?

Daemen: Die Kosten trägt voll und ganz Center Parcs, es gibt kein Programm, das die Kosten trägt.

Janssen: Im Exposé der Bima war ein Mindestkaufpreis genannt und wir gaben das höchste Angebot ab. Deshalb müssen wird das Gelände auch entmilitarisieren, weil wir es "gekauft wie gesehen" haben.

Wie kann in einem so hochwertigen Wald überhaupt ein derartiges Großprojekt gebaut werden?

Stocks: Nicht überall ist der Wald hochwertig, es ergibt sich ein heterogenes Bild und gibt auch minderwertige Waldbestände, wie zum Beispiel die Fichtenmonokulturen auf saunassen Flächen.

Wann kann das Projekt starten?

Janssen: Das Referendum muss ein klares, positives Signal senden, dann wird das Raumordnungsverfahren starten, bei dem auch Wünsche mitaufgenommen werden können.

Huber: Die Bürger können noch zweimal Anregungen einbringen im Verfahren, und der Gemeinderat achtet darauf, dass das dann auch umgesetzt wird. Je mehr Anregungen kommen, desto mehr können wir sie auch kommunizieren.

Stocks: Das aktive Mitwirkungsrecht beginnt bereits beim Scopingtermin und im Raumordnungsverfahren werden dann auch alle Gutachten offengelegt.

Wird der Park barrierefrei?

Daemen: In allen Parks haben wir barrierefreie Häuser, das Schwimmbad und das Zentralgebäude werden ebenfalls barrierefrei.

Wird Pfofeld vom Verkehr überrannt?

Huber: Die Abzweigung nach Thannhausen wird eine sehr interessante Geschichte werden, da ist auch das Staatliche Bauamt Ansbach gefordert. Wir haben rund 5000 Autos am Tag auf der Staatsstraße 2222, deshalb muss die Zufahrt zum Eingangs-tor des Parks auch ausgebaut werden.

Janssen: Unter Umständen brauchen wir eine Ortsumgehung. Wir rechnen mit einer zusätzlichen Belastung von 240 Autos pro Tag, allerdings eher gegen Mittag. Die 2222 kann diese Kapazität aufnehmen, wir müssen aber ein wenig nachbessern.

 

MARKUS STEINER

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