U17-Juniorinnen

Von Pleinfeld und Möhren in die Bundesliga

Rainer Heubeck

Weißenburger Tagblatt

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15.6.2022, 14:36 Uhr
Lea-Sophie Stengel aus Pleinfeld ist Stammspielerin und Mannschaftskapitänin der U17 des 1. FC Nürnberg. Das Team, in dem auch hannah Schmid aus Möhren spielt,  ist vor kurzem in die U17-Bundesliga (Süd-Gruppe) aufgestiegen.

 

© Privat, NN Lea-Sophie Stengel aus Pleinfeld ist Stammspielerin und Mannschaftskapitänin der U17 des 1. FC Nürnberg. Das Team, in dem auch hannah Schmid aus Möhren spielt,  ist vor kurzem in die U17-Bundesliga (Süd-Gruppe) aufgestiegen.  

In der kommenden Saison der Bundesliga Süd warten namhafte Gegner wie die TSG Hoffenheim, die Eintracht Frankfurt, der FC Bayern München oder der SC Freiburg auf das Nürnberger Team um die Mannschaftskapitänin Lea-Sophie Stengel und die Mittelfeldspielerin Hannah Schmid. Das Relegationsturnier gegen die U17-Meisterteams der anderen Landesverbände haben die FCN-Mädchen jedenfalls souverän gemeistert und als Erstplatzierter den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse geschafft. Entsprechend groß war der Jubel im Team, bei den Trainern und Betreuern wie auch den Eltern in Pleinfeld und Möhren.

Lea-Sophie Stengel begann schon mit fünf Jahren, dem runden Leder hinterherzurennen und Tore zu schießen, zumal ihr älterer Bruder Neo-Christopher Stengel sich dem Fußball verschrieben und auch das entsprechende Talent hatte. Er ist nun von den U19-Bayernliga-Junioren des TSV 1860 Weißenburg ins Landesliga-Herrenteam aufgestiegen. Mit ihrem Bruder kickte Lea-Sophie beim FC Pleinfeld – 2011 holten sie mit ihrer Mannschaft die Meisterschaft in der Spielklasse.

Kurzes Ballett-Gastspiel

Als ihr Bruder nach Weißenburg wechselte, schwand die Begeisterung für den Fußball kurzzeitig – die junge Pleinfelderin schnupperte in den Ballett-Tanz, doch schon bald war wieder Fußball angesagt. Reinhold Heß von der DJK Fiegenstall hatte bei der Familie angerufen und suchte Spielerinnen für die U15-Mädchenmannschaft, die er aufbauen wollte. So schnürte Lea Stengel 2015 wieder die Fußballschuhe und ging mit der DJK auf Torejagd – und das überaus erfolgreich. 41 Tore erzielte sie in der Saison, in der sie schon am Stützpunkt in Weißenburg mittrainierte – mit den Jungen. Die Trainer dort erkannten ihr Talent, und die 15-Jährige zeigte auch das nötige Durchsetzungsvermögen – ein Stammplatz in der U13 des TSV 1860 Weißenburg war ihr sicher.

Zudem rief auch immer wieder die mittelfränkische Regionalauswahl zu Spielen und zu Trainingsaufenthalten in der Sportschule Oberhaching. Im Juli 2018 wurden die Juniorinnen-Scouts des 1. FC Nürnberg auf die quirlige Pleinfelderin aufmerksam und luden sie zum Probetraining an den Valznerweiher ein. Und nach diesem kam das Angebot, zum „Club“ nach Nürnberg zu wechseln. „Nach einigem Hin- und Herüberlegen“, so Mutter Nicole Stengel, entschloss sich die Tochter den Sprung in die Noris zu wagen.
Der glückte mehr als gut, denn Lea-Sophie Stengel ist seitdem Stammspielerin auf der Position rechter Flügel und Außenverteidigerin. Von der U15 ging es hoch in die U17-Bayernliga. Dort wurden die Nürnberger Mädchen heuer Meister – ohne Niederlage, Punktverlust und mit zehn Punkten Vorsprung vor dem FC Bayern München II ganz oben in der Tabelle.

Debüt in der 2. Bundesliga

Den Sprung ins Nürnberger U17-Team hat auch Hannah Schmid geschafft, die seit Juli 2021 das Club-Trikot trägt und rasch zu einer Leistungsträgerin wurde. Das machte auch den FCN-Frauen-Trainer Osman Cankaya auf die junge Möhrenerin aufmerksam. Beim Auswärtsspiel in Henstedt-Ulzburg holte er die Mittelfeldspielerin ins Zweitliga-Team. Leider ging ihr Debüt in der zweithöchsten deutschen Frauenspielklasse verloren, die Club-Frauen schlossen mit Rang sechs ab und sind in der Liga etabliert. Das will auch Hannah Schmid in der Mannschaft erreichen.

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