Vorsicht, Fake! Video von Wolfsriss in Treuchtlingen kursiert

19.2.2021, 13:01 Uhr
Ein Video von einem Wolfsriss, der angeblich in der Nähe von Treuchtlingen stattgefunden haben soll, kursiert derzeit unter Jägern. (Symbolbild)

Ein Video von einem Wolfsriss, der angeblich in der Nähe von Treuchtlingen stattgefunden haben soll, kursiert derzeit unter Jägern. (Symbolbild) © Monika Skolimowska/ZB/dpa

Derzeit kursiert unter Jägern aus Treuchtlingen, Gunzenhausen und den angrenzenden Landkreisen ein Video über einen vermeintlichen Wolfsriss, der sich angeblich auf einem landwirtschaftlichen Gebiet rund um Treuchtlingen ereignet haben soll. Wie Recherchen des Treuchtlinger Kurier ergeben haben, handelt es sich dabei um eine gängige Art von Fälschung.

Aus dem Zusammenhang gerissen

Demnach ist das Video wohl nicht in Altmühlfranken, sondern in der fränkischen Schweiz entstanden. Ein Landwirt, der in der Nähe von Velden lebt, hat es am Montag, 15. Februar, mit seinem Handy gefilmt, und den vermeintlichen Wolfsriss unmittelbar danach an die Behörden gemeldet.


Seit wenigen Monaten erst ist ein Wolf im Landkreis Eichstätt nachgewiesen


Darin zeigt der Landwirt etwa anderthalb Minuten lang zunächst Fußspuren des vermeintlichen Wolfes im Schnee, ein junges Kalb, das mit Bissspuren tot zurückgelassen wurde und am Ende sich selbst mit der Forderung, "den Wolf endlich zum Beschuss freizugeben" .

So sieht eine typische Wolfsspur aus. Nachdem nun am Rohrberg ein Schaf gerissen worden ist, stellt sich die Frage, ob man solche Spuren künftig auch in der näheren Umgebung von Weißenburg häufiger zu sehen bekommt.

So sieht eine typische Wolfsspur aus. Nachdem nun am Rohrberg ein Schaf gerissen worden ist, stellt sich die Frage, ob man solche Spuren künftig auch in der näheren Umgebung von Weißenburg häufiger zu sehen bekommt. © Foto: Robert Zoubek

Wie das Landesamt für Umwelt mitteilte, handle es sich bei dem Film, der auch dem Treuchtlinger Kurier vorliegt, eindeutig um den in Velden gemeldeten Fall.

Im Veldensteiner Forst lebt schon länger ein Wolfsrudel mit schätzungsweise drei bis acht Tieren, während im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen der Wolf bislang noch nicht nachweislich aktiv geworden ist. Derzeit geht man allerdings einem Schafsriss am Weißenburger Rohrberg nach, die Ergebnisse werden allerdings noch auf sich warten lassen.

Eine gängige Masche

Wie ein Sprecher des Landesamts für Umwelt mitteilte, sei man über die fälschliche Zuordnung des Videos zu Treuchtlingen nicht verwundert. Es gebe bei diesem Thema auf beiden Seiten Akteure, die im Netz sehr aktiv sind und Videos teilweise bewusst im falschen Kontext weiterverbreiten, um Ängste zu schüren. Da seien Inhalte, die bereits vor einigen Jahren aufgenommen worden sind oder von einem ganz anderen Ort stammen, keine Seltenheit.

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