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Weißenburg-Gunzenhausen: Gerhard Wägemann im Ruhestand

Abschied wegen Corona nur in kleinem Rahmen begangen - Positive Bilanz - 01.05.2020 05:57 Uhr

Gerhard Wägemann hat den Landratsposten an seinen Wunschnachfolger Manuel Westphal (links) übergeben. Besonders hob er bei der Stabübergabe hervor, welch wichtigen Anteil die Mitarbeiter der Verwaltung daran haben, dass es in Weißenburg-Gunzenhausen insgesamt sehr gut läuft. © Foto: Robert Maurer


Der Staffelstab ist übergeben. Ab heute ist Manuel Westphal Landrat von Weißenburg-Gunzenhausen. Gerhard Wägemann verabschiedete sich am Donnerstag offiziell von den Mitarbeitern des Landkreises.

Wegen der Corona-Krise konnten im Sitzungssaal des Landratsamtes allerdings nur die Abteilungsleiter und Personalratsvorsitzender Karl Seitz anwesend sein, um die Sicherheitsabstände einhalten zu können. Die Amtsübergabe im kleinen Kreis war nicht so ganz nach Wägemanns Geschmack. Zumal auch die am Mittwoch geplante Verabschiedung von allen Beschäftigten im Rahmen einer Personalversammlung in der Karmeliterkirche virusbedingt ausfallen musste. Deshalb hätte Gerhard Wägemann gerne zumindest alle Sachgebietsleiter dabei gehabt. Aber das war eben nicht möglich.

Mehrfach betonte er in seiner Abschiedsrede, wie sehr er "seine Mannschaft" schätzt und welch gute Arbeit die Kreisverwaltung leiste. Das habe sich in den vergangenen Wochen seit Ausrufen des Katastrophenfalls ganz besonders gezeigt. So habe Corona das Team letztlich sogar noch enger zusammengeschweißt, ist der Neu-Ruheständler überzeugt.

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Gerhard Wägemann: Eine Karriere in Bildern

Nach rund 30 Jahren als Berufspolitiker tritt Gerhard Wägemann nun von der politischen Bühne ab. Zum 1. Mai folgt ihm Manuel Westphal als neuer Landrat von Weißenburg-Gunzenhausen. Ein kleiner Bilderbogen durch eine außergewöhnliche Laufbahn.


Die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK), an deren Spitze Landratsamtsjurist Philipp Brandl-Michel steht, muss seit Mitte März rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche erreichbar sein. "Das hat kaum jemand unserer Bürgerinnen und Bürger mitbekommen." Das war eine große Herausforderung, die die Verwaltung bestens gemeistert habe.

Auch dass seine beiden Stellvertreter Robert Westphal und Peter Krauß nicht an der Stabübergabe dabei sein konnten, bedauerte der scheidende Landrat sehr. Einmal mehr war er voll des Lobs für sie: "Zwei solch loyale und einsatzbereite Vertreter zu haben, das war für mich ein großes Glück und eine enorme Unterstützung."

Ebenso wichtig war es Gerhard Wägemann zu unterstreichen, wie bedeutsam seine Familie und speziell seine Ehefrau Cristine in seiner politischen Tätigkeit gewesen ist. "Ohne Rückhalt und Verständnis zu Hause wäre für mich die äußerst zeitraubende Arbeit nicht machbar und die hohe psychische Belastung nicht auszuhalten gewesen." Das war dann der Moment, an dem dem sonst so stimmgewaltigen Landrat die Stimme fast weg blieb.

Den Mitarbeitern legte er ans Herz, seinen Wunsch-Nachfolger Manuel Westphal so zu unterstützen, wie er selbst unterstützt wurde. Was die Kreisfinanzen angeht, die sich in Wägemanns Landratszeit hervorragend entwickelt hatten, äußerte der Weißenburger sein Bedauern. "Die Folgen von Corona werden wir alle noch massiv zu spüren bekommen."

Offenes Ohr für die Mitarbeiter

Für die Mitarbeiter sprach Personalratsvorsitzender Karl Seitz. Er dankte Gerhard Wägemann, weil dieser stets ein offenes Ohr für die Belange der Landkreisbeschäftigten hatte. Das begann bei der räumlichen Ausstattung, die in den achteinhalb Jahren aufgrund zusätzlicher Köpfe in der Verwaltung immer wieder vergrößert werden musste, und war mit der Überprüfung der Eingruppierungen noch nicht zu Ende.

Auch er bestätigte Neu-Landrat Manuel Westphal, dass das Haus in Weißenburg "gut aufgestellt" sei. Neben einer Jumboflasche Bier gab es auch noch ein ganz persönlich gestaltetes Buch im Altmühlfranken-Design über die achteinhalb Jahre von Gerhard Wägemann als Chef des Landratsamtes, das Philipp Brandl-Michel als sein Stellvertreter im Amt namens der Mitarbeiter überreichte.

Manuel Westphal bedankte sich bei Gerhard Wägemann ebenfalls für die gute Zusammenarbeit, die beide in den vergangenen sechseinhalb Jahren, in denen Westphal Landtagsabgeordneter war, pflegten. Er habe sehr viel gelernt und schätze Wägemanns politischen Instinkt im höchsten Maße.

Westphal kündigte an, sich direkt in der kommenden Woche den Mitarbeitern an den verschiedenen Standorten vorzustellen und er sicherte Seitz zu, dass auch er ein offenes Ohr für die Belange des Personals habe. Sein Geschenk für den Neu-Ruheständler war ein Brotzeitbrett in Form des Landkreises mit passenden Würsten dazu sowie ein Blumenstrauß für Ehefrau Cristine.

mau

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