Essbare Landschaften

Weißenburg will einen Garten für alle

3.8.2021, 09:20 Uhr
In Weißenburg sollen Essbare Landschaften entstehen. Als Standort wurde der Schießgrabenan der Südlichen Ringstraße gegenüber der Polizeiinspektion ausgewählt.

In Weißenburg sollen Essbare Landschaften entstehen. Als Standort wurde der Schießgrabenan der Südlichen Ringstraße gegenüber der Polizeiinspektion ausgewählt. © Robert Renner, NN

Er habe sich im Betrieb von Gerd Meyer angeschaut, was für den öffentlichen Garten nötig sei und infrage komme. Nun sei geplant Sigi Tatschl aus Österreich, den Pionier auf diesem Gebiet, einzuladen. Die Idee, eine Essbare Landschaft in Weißenburg zu schaffen, stammt von Gerd Meyer, der bekanntlich nicht nur den Baumschul- und Gartenfachbetrieb „Botanik in Weißenburg“ hat, sondern auch Grünen-Stadtrat ist.

Er hatte das Projekt schon vor gut zwei Jahren angeregt und zunächst Flächen an der Schwäbischen Rezat im Stadtgebiet im Blick gehabt. Das Vorhaben geriet immer wieder ins Stocken, doch nun wird es wohl tatsächlich in Angriff genommen.

Das Konzept für die Essbaren Landschaften stammt aus Kirchberg am Wagram und sorgt seit über zehn Jahren in dem österreichischen Ort für Aufsehen. Über 200 Pflanzen wachsen auf einer Fläche der Gemeinde. Sie sind essbar und dürfen nicht nur, sondern sollen sogar von der Allgemeinheit geerntet werden.

Ein Besuchermagnet

Obstexperte Sigi Tatschl zeichnet in Wagram für den sogenannten „Alchemistenpark“ verantwortlich. Und er arbeitet mit Gerd Meyer und dessen Baumschule zusammen. So entstand die Idee für Weißenburg.

Ziel der Permakulturanlage in Wagram ist es, alle in diesem Klimabereich wachsenden Obst- und Nussarten sowie Gewürze, die auf Sträuchern oder Bäumen wachsen, zu präsentieren. Stück für Stück wuchs die Essbare Landschaft. Sie wird bis heute kontinuierlich erweitert, ist inzwischen ein Besuchermagnet sowie regelmäßig in Fernseh-, Radio- und Zeitungsbeiträgen zu finden.

In Kirchberg werden mittlerweile auf öffentlichen Flächen nur noch essbare Pflanzen angebaut, die für die Allgemeinheit zur Ernte bestimmt sind. Am Ende soll eine botanische Lebensgemeinschaft entstehen, die dauerhaft ohne große Pflege überlebensfähig ist und ganz nebenbei gesunde Lebensmittel produziert.

Gerd Meyer ist von dem Konzept begeistert und sieht darin auch ein soziales Projekt. Die öffentlichen Gärten würden über die Ernte hinaus zu einem Treffpunkt, wo Menschen unterschiedlichster Herkunft miteinander ins Gespräch kommen. rr

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