Weißenburg: Wurden Tierheim-Katzen vergiftet?

13.5.2021, 16:28 Uhr
Dem Kater konnte nicht mehr geholfen werden: Nach einem qualvollen Todeskampf starb das Tier vermutlich an einer Vergiftung. Die Unsicherheit bei den ehrenamtlichen Tierheim-Mitarbeitern ist nun groß.

Dem Kater konnte nicht mehr geholfen werden: Nach einem qualvollen Todeskampf starb das Tier vermutlich an einer Vergiftung. Die Unsicherheit bei den ehrenamtlichen Tierheim-Mitarbeitern ist nun groß. © Foto: Tierschutzverein Weißenburg-Treuchtlingen

  Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Weißenburg-Treuchtlingen befürchtet, dass jemand gezielt die Katzen des Tierheims im Visier hat.

Begonnen hat alles am 17. April. Jochen Doerner fand im Schuppen des Tierheims in Dettenheim einen Kater, der um sein Leben kämpfte. "Er krampfte stark, litt offenbar furchtbare Qualen", berichtet das Ehepaar Doerner. Sie vermuten, dass das Tier schon die ganze Nacht in dem Schuppen um sein Leben kämpfte. Am Ende verlor der Kater den Kampf, der Tierarzt konnte nicht mehr helfen.

Ein anonymes Schreiben

"Der Kater gehörte nicht zu unseren Tierheim-Katzen, kam jedoch regelmäßig vorbei und hat bei uns gefressen", erzählt Kerstin Doerner. Ein Besitzer hat sich nicht gemeldet, "vermutlich war es eine Bauernhof-Katze".

Die Tierschützer dachten zunächst, dass der Kater womöglich eine kranke oder vergiftete Maus gefressen haben könnte. Doch dann tauchte wenige Tage später ein Brief auf. Er war an den Briefkasten des Tierheims geklebt, Absender anonym.

Der Verfasser wirft den Tierschützern vor, dass sie ihren derzeit in der Betreuung befindlichen Hund sein Geschäft auf einem Nachbargrundstück verrichten ließen. Daraufhin drohte der Urheber, falls so etwas noch einmal vorkäme, "schlagen wir zu".

Welcher Vorfall gemeint sein könnte, wissen Jochen und Kerstin Doerner nicht. Ihrer Aussage nach wird Hundekot immer aufgesammelt, um eben keinen Ärger mit den Nachbarn zu riskieren.

Vergiftung bestätigt

Zwei Wochen später lag erneut eine schwer kranke, regungslose Katze auf dem Grundstück des Tierheims, und nun ist sich Kerstin Doerner sicher: "Hier liegt etwas im Argen." Der Tierarzt bestätigte eine Vergiftung, und Doerner verständigte die Polizei. Diese hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

Auch die zweite kranke Katze gehörte nicht zum Tierheim, sondern zu einer Nachbarsfamilie. "Die Kinder hatten Tränen in den Augen, als sie es erfahren haben", erzählt Kerstin Doerner. Glücklicherweise ist das Tier über den Berg und wird wieder gesund, doch die Angst vor weiteren Vorfällen ist groß.

Kerstin Doerner vermutet, dass jemand aus der Nachbarschaft etwas gegen das Tierheim hat und gezielt Giftköder im Umkreis des Grundstücks auslegt. Es ist nicht das erste Mal, dass die Tierschützer angefeindet werden, doch vor allem in jüngster Zeit beschreibt Doerner das Verhältnis zu den allermeisten Nachbarn als gut. Sie hofft nun, dass die Polizei den Vorfällen auf den Grund gehen kann.


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Sollte wirklich jemand die Katzen absichtlich vergiften wollen, wäre das nicht nur grausam gegenüber den unschuldigen Tieren. "Das Geld, das wir für die Rettung der kranken Tiere beim Tierarzt ausgeben müssten, fehlt uns natürlich dann in unserem Kastrationsprogramm", erläutert die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Seit Jahren kümmern sich die Ehrenamtlichen darum, die zahlreichen Hofkatzen zu sterilisieren, damit diese sich nicht unkontrolliert weitervermehren können. Mit Vergiftungen und den damit verbundenen finanziellen Belastungen behindert man also die Arbeit der Tierschützer, findet Kerstin Doerner. "Der Täter schießt sich mit der Aktion nur selbst ins Bein."

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