Weißenburger Firma Anselm ist verkauft

24.10.2015, 06:00 Uhr

Offiziell zum 1. November wird das Filtergeschäft von Anselm in die Raschig GmbH eingegliedert. Wie Anselm-Geschäftsführer Franz März dem Weißenburger Tagblatt mitteilte, wurde der Verkauf aktiv von dem Weißenburger Unternehmer eingefädelt. Der 65-jährige März will zum Jahres­ende in die wohlverdiente Rente gehen und suchte gezielt nach Käufern, da er selbst keine Kinder hat, an die er das Unternehmen hätte übergeben können.

Der Ludwigshafener Firma Raschig passte Anselm gut ins Produktport­folio. Die Abscheidetechnologie, die Raschig von Anselm übernimmt, soll künftig ein wichtiger Bestandteil im Sortiment des Ludwigshafener Traditionsunternehmens sein. Die internationale Ausrichtung und Struktur der Raschig GmbH sollen es ermöglichen, ab sofort die Produkte von Anselm weltweit zu vermarkten.

Made in Weißenburg seit 1873

Die Anselm GmbH & Co. KG produziert seit 1873 hochwertige Qualitätsdrahtgestricke, die zu unterschiedlichsten Filtern weiterverar­beitet werden: Die Anselm-Drahtgestricke sind in modernen Kraftfahrzeugen ebenso zu finden wie beispielsweise in der Chemischen Industrie, der Meerwasserentsalzung oder im Umweltschutz. Seit über 50 Jahren gehört außerdem die Konfektionierung von Schaumstoffen zum festen Sortiment.

Die Raschig GmbH aus Ludwigshafen erwirtschaftet momentan mit rund 270 Mitarbeitern einen jährlichen Umsatz von rund 90 Millionen Euro. In der Raschig-Gruppe sind weltweit etwa 400 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz beträgt rund 120 Millionen Euro.

Die Mischelbacher Firma Heinle, die die Schaumstoffabteilung von Anselm übernimmt, ging aus dem 1981 von Hans-Peter Reinle gegründeten Dichtstoff-Handel hervor und firmierte ab 1992 unter dem Namen Reinle Technik GmbH. In dem Pleinfelder Ortsteil werden für die Auto-
mobil-, Elektro- und Technische In­dustrie hochpräzise Stanz- und Bie­geteile aus Gummi und Kunststoffen gefertigt, bedruckt und selbstklebend ausgerüstet. 1984 wurde in Pleinfeld-Mischelbach auf einem 3 000 Quadratmeter großen Grundstück die ers­te Lagerhalle gebaut.

1995 wurde die erste Produktionshalle mit 300 Quadratmetern errichtet. 1998 folgte die zweite Lagerhalle und 2005 das Bürogebäude. 2008 wur­de eine weitere Produktionshalle mit 900 Quadratmetern in Betrieb genommen und der Maschinenpark erwei­tert. Im selben Jahr wurde die Firma umfirmiert: Aus der Reinle Technik GmbH wurde die Produktionsfirma Reinle Gummi & Kunststoff GmbH mit den Geschäftsführern Edwin Koller und Hans-Peter Reinle. Um in Mischelbach die bislang von Anselm gefertigten Schaumstoffe produzieren zu könne, ist der Maschinenpark bereits umgezogen.

Franz März ist froh, dass der Verkauf so gut über die Bühne ging. Dem Anselm-Geschäftsführer war vor al­lem daran gelegen, dass die rund 50 Mitarbeiter übernommen werden können. „Toll, dass das jetzt geklappt hat“, freute sich März, der sein Unternehmen nicht an irgendeinen Hedgefonds verkaufen wollte. Der Geschäftsführer betonte, dass bislang nur der Betrieb verkauft wurde, nicht aber die Gebäude. Auch hier sei er aber in Verhandlungen mit potenziellen Käufern. Wenn alles klappt, wird eine Immobilienfirma die denkmalgeschützten Gebäude kaufen und dann dort Loftwohnungen einrichten.

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