Sonntag, 15.12.2019

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Weißenburger Waldkindergarten nimmt Formen an

Eröffnung im Frühjahr 2018 geplant - 23.09.2017 07:00 Uhr

Mit dem Rucksack in den Wald. Das könnte ab 2018 für einige Kindergartenkinder zum Alltag werden. © Stadt


Oberbürgermeister Jürgen Schröppel sprach in der Ausschusssitzung von einem „enormen Zuwachs an Bedarfsmeldungen“ für Kindergartenplätze und „das Ende der Fahnenstange“ sei noch nicht erreicht. Daher werde bereits auch über eine Erweiterung des Kindergartens an der Schnürleinsmühle nachgedacht. Gerade aber auf das Thema Waldkindergarten werde er von Eltern „vielfach angesprochen“. Er sei sich sicher, dass die 20 Plätze voll werden.

Der OB und seine zuständigen Mitarbeiter haben sich in Rain am Lech bereits einen Waldkindergarten angesehen, eine Besichtigung in Eichstätt steht noch an. Es gelte, das Projekt zügig aufs Gleis zu setzen: Schröppel: „Wir müssen sehen, dass wir das Personal gewinnen.“ Die Mitarbeiter sollen nämlich schon vorab bei der Konzeptionierung mitwirken.

Die geplante Gruppe soll in der Nähe der waldpädagogischen Hütte des Forstamtes betrieben werden und eine reine Waldkindergartengruppe sein, in der die Kinder ausschließlich in der Natur betreut werden. In sogenannten integrierten Waldkindergärten halten sich die Mädchen und Jungen „teilweise auch in kindergarteneigenen Räumen“ auf, heißt es in den Sitzungsunterlagen.

„Ein Schutzwagen ist für die Kinder bei starkem Regen oder Kälte, zum Basteln bei Nässe, für die Sprachförderung, zum Sachen lagern oder einfach zum Aufwärmen notwendig“, erklären die Sitzungspapiere und weiter:  „Bei gefährlicher Witterung kann die waldpädagogische Hütte als Rück-zugsort genutzt werden.“

Generell sollen Kinder in Waldkindergärten Pflanzen und Tiere in deren ursprünglichem Lebensraum kennenlernen und für ökologische Zusammenhänge sensibilisiert werden. In der Regel auf normales Spielzeug verzichtet, stattdessen wird mit Naturgegenständen gespielt. Förderung und Vorbereitung der Kinder auf die Schule sind gewährleistet.
Geöffnet werden soll der Waldkindergarten montags bis freitags von 7.30 bis 13.30 Uhr. Dies müsse von Anfang an aber klar kommuniziert werden, merkte CSU-Stadträtin Sonja Strunz an. Die Eltern müssten wissen, dass es kein Ganztagsangebot gebe.

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Den Löwenanteil der Investitionskosten macht der Kauf eines acht mal drei Meter großen Bauwagens aus, der komplett mit Stühlen, Tischen, Küche und Stauraum ausgestattet ist. Allerdings ist der Aufenthalt aller 20 Kinder gleichzeitig darin „nur für den Notfall und nicht auf Dauer gedacht“, machte Sabrina Lihr, für die Kindergärten zuständige Mitarbeiterin in der Verwaltung auf Nachfrage von Strunz deutlich. Außerdem stünden ein Zelt und die nahe gelegene Waldpädagogikhütte bei Bedarf als Unterkunft zur Verfügung. 

Weiter schlagen ein Holzofen oder eine Gasheizung für den Wagen mit 2000 Euro, eine Solaranlage zur Stromerzeugung mit 1500 Euro, die verkehrssichere Einrichtung des Platzes im Wald mit 2500 Euro und eine Lagerhütte mit 1000 Euro zu Buche. Angesetzt ist ferner eine Ausstattungspauschale in Höhe von 8000 Euro, beispielsweise für einen abschließbaren Schrank, ein Laptop, ein Handy, einen großen Tisch mit Bänken und weiteres Inventar.

Die Stadt will den Waldkindergarten in eigener Trägerschaft betreiben, nachdem aus dem Projekt der „Traumburg für Weltentdecker“ in Dettenheim nichts wurde. Für dessen Waldkindergartengruppe hatte der Stadtrat vor rund einem Jahr schon einen Bedarf von elf Plätzen anerkannt. Doch letztlich wurden sich Betreiber und Jugendamt nicht einig, hieß es im März dieses Jahres im Stadtrat.

Die Stadt Weißenburg ist bekanntlich einer der großen kommunalen Waldbesitzer in Bayern. Das städtische Forstamt engagiert sich schon seit Jahren in der Waldpädagogik. „Eine perfekte Ergänzung zu der multifunktionalen Forstwirtschaft stellt hier eine Waldkindergartengruppe unter der Trägerschaft der Stadt Weißenburg dar“, heißt es in den Sitzungsunterlagen weiter. Die Stadt wolle auch im Sinne des Gesetzgebers „ein möglichst vielfältiges Angebot an Kindertagesstätten“ machen.

Jetzt muss lediglich der Stadtrat noch zustimmen. Angesichts des einstimmigen Votums im Ausschuss dürfte dies aber reine Formsache sein.

Robert Renner

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